Nachwuchsgruppen starten ihr Programm
16. Juli 2009
Die Leitungen der vier Nachwuchsgruppen des Exzellenzclusters haben ihre Arbeit aufgenommen. Als Projektleiter konnten herausragende Nachwuchswissenschaftler/innen gewonnen werden, die durch ihre kreativen und Disziplinen übergreifenden Forschungsansätze der gesamten Clusterforschung Impulse verleihen werden.
Nachwuchsgruppe 1: Krise und normative Ordnung
Im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe "Krise und normative Ordnung – Variationen des ‚Neoliberalismus‘ und ihre Transformation" untersuchen Dr. Thomas Biebricher und seine StipendiatInnen das komplexe und heftig umstrittene Phänomen des ‚Neoliberalismus‘, und zwar als faktische, vor allem aber auch als normative Ordnung. Mit Hilfe einer historisch-komparativen Herangehensweise sollen unterschiedliche Variationen eines keinesfalls monolithischen ‚Neoliberalismus‘ im deutschen und US-amerikanischen Kontext herausgearbeitet und die verschiedenen (Trans-)Formationsdynamiken bis in die gegenwärtige Umbruchsituation hinein analysiert werden.
Dr. Thomas Biebricher, Jahrgang 1974, studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Brsg. und an der Queen’s University in Kingston (Ontario, Kanada) Wissenschaftliche Politik, Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht. 2003 wurde er in Freiburg mit einer Dissertation über Jürgen Habermas und Michel Foucault promoviert. Von 2003 bis 2008 war er als DAAD-Gastdozent und bis Mai 2009 als Visiting Assistant Professor an der University of Florida in Gainesville tätig. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der zeitgenössischen politischen Theorie sowie der Vergleichenden Politikwissenschaft.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Nachwuchsgruppe 2: Transnationale Genealogien
Das Forschungsprojekt von Dr. Stefanie Michels untersucht unter dem Titel “Transnationale Genealogien” die Mobilität von Akteuren, Objekten, Techniken und Ideen zwischen Afrika und Europa. In diesem Zusammenhang wird es vor allem um die Frage gehen, wie sich normative Ordnungen durch diesen Austausch verändern bzw. wie sich derartige Ordnungen aus den jeweiligen Perspektiven der Beteiligten darstellen. Hierbei sollen nicht nur die konfliktreichen Spannungen, Widerstände, Gegengeschichten und subversiven Nutzungen von normativen Ordnungen aufgezeigt, sondern auch die Pluralität verschiedener Rechtfertigungsnarrative und deren Interdependenz veranschaulicht werden. So wird etwa der Frage nachgegangen, inwiefern europäische Vorstellungen von normativen Ordnungen (wie beispielsweise Kolonialismus, Entwicklungs- und Migrationspolitik) und die Perspektiven und Praktiken von Akteuren in ein Spannungsfeld treten.
Dr. Stefanie Michels, Jahrgang 1971, studierte Afrikanistik, Geschichte, Ethnologie, Wirtschaft und Geografie an der Universität Köln, der FernUniversität Hagen und der School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London, wo sie 1998 ihren Master of Arts in African Studies erhielt. 2003 wurde sie mit einer Arbeit zur Konstruktion deutsch-kolonialer Macht in Kamerun an der Universität Köln promoviert. Es folgten die Mitarbeit im DFG-Projekt “Askari - treu bis in den Tod” (2002-2006) sowie wissenschaftliche Mitarbeit und Lehrauftrag an der Universität Hannover (2007-2009). Ihre Forschungsinteressen sind die deutsch-afrikanische Verflechtungsgeschichte, die atlantische Mobilität sowie (post-)koloniale Erinnerungstopografien.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Nachwuchsgruppe 3: Wandel des transnationalen Arbeits- und Wirtschaftsrechts
Der mit der Ära der „Globalisierung“ verbundene Wandel des trans- und internationalen Arbeits- und Wirtschaftsrechts ist das Thema der Forschungsgruppe um Dr. Florian Rödl. Den Wissenschaftlern geht es dabei einerseits um eine Analyse der in diesen Gebieten geführten normativen Begründungskämpfe und andererseits um die gesellschaftliche Funktion dieser Rechtsmaterien in der „post-nationalen“ Konstellation. Im Rahmen des Projektes sollen sozialwissenschaftliche Befunde, die mit den Stichworten „Formwandel des Staates“ oder „Transformation von Staatlichkeit“ verbunden sind, für ein kritisches Verständnis der rechtlichen Ordnung grenzüberschreitend verschränkter Ökonomien fruchtbar gemacht werden.
Dr. Florian Rödl (M.A.), hat an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main Rechtswissenschaft und an der Freien Universität Berlin Philosophie und Politikwissenschaft studiert. Promoviert wurde er 2008 am Fachbereich Rechtswissenschaft des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz mit einer Arbeit zu den Grundlagen des Internationalen Privatrechts. Bis zu seinem Wechsel zum Cluster war er seit 2007 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Europäische Rechtspolitik (ZERP) an der Universität Bremen tätig.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Nachwuchsgruppe 4: Wissen und Information über Afrika
Die Nachwuchsgruppe „Wissen und Information über Afrika“ untersucht unter der Leitung von Dr. Benjamin Steiner, wie im Zuge der Entdeckung, Erforschung und anschließender Kolonialisierung der Welt versucht wurde, die Gegensätzlichkeit zwischen den unterschiedlichen Lebenskulturen und -umwelten mittels Informations- und Wissensbeschaffung zu überwinden. In diesem Zusammenhang wird die Wissensgeschichte Afrikas aus Sicht verschiedener historischer Akteure und Institutionen erforscht und es wird nach den spezifischen Wissens- und Informationssystemen gefragt, aus denen die Rechtfertigungsnarrative für die jeweiligen Herrschaftsansprüche über andere Kulturen, Menschen, Norm- und Wertesysteme und damit für Ordnungen der Ungleichheit konstruiert werden konnten.
Dr. Benjamin Steiner, Jahrgang 1977, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), am Hiram College (Ohio, USA) sowie an der Université Paris IV, Sorbonne. 2007 wurde er mit einer Dissertation über historische Tabellenwerke in der Frühen Neuzeit an der LMU promoviert. Vor seinem Wechsel zum Exzellenzcluster war Benjamin Steiner als DAAD-Research Fellow am Warburg Institute in London und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Reflexive Modernisierung“ an der LMU tätig.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.










