Susanne Schröter nimmt Ruf auf Clusterprofessur an

15. Oktober 2008

Prof. Susanne Schröter übernimmt zum Wintersemester 2008/09 den Lehrstuhl für „Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen“ im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Innerhalb des Forschungsprogramms des Clusters wird sich Prof. Schröter mit der Transformation postkolonialer, insbesondere islamischer Gesellschaften beschäftigen.

In diesen Gesellschaften verlaufen Debatten um normative Ordnungen in der Regel konfliktiv und sind unmittelbar mit Prozessen der Staats- und Nationenbildung verwoben. Die Analyse solcher komplexen Aushandlunsgprozesse berührt dabei Fragen der Philosophie (z. B. religiöse und säkulare Ethik) der Geschichts- und Rechtswissenschaften (histor. Rechtfertigungsnarrative, Rechtspluralismus) sowie der Wirtschafts- und Politikwissenschaften (Patronage, Klientelismus und autoritäre Herrschaftssysteme versus Demokratisierung und good governance).

Ein besonderes Augenmerk von Schröters Forschung wird auf Geschlechterverhältnissen und Konstruktionen von Sexualität und Moral in postkolonialen Gesellschaften liegen.

Prof. Schröter wird im Rahmen des Exzellenzclusters eine international zusammengesetzte Doktorandengruppe zum Thema „Diskurse zu Staat und Gesellschaft in der islamischen Welt“ leiten sowie ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt zu „Re-negotiating gender in contemporary Indonesia. Empowerment strategies of Muslim and secular women activists“.

Susanne Schröter studierte Anthropologie, Soziologie, Kultur- und Politikwissenschaft in Mainz, wo sie 1994 promovierte. Nach der Habilitation 1999 in Frankfurt folgten diverse Gast- und Vertretungsprofessuren an der Yale University, der University of Chicago sowie den Universitäten Mainz, Frankfurt und Trier. Zwischen 2004 und 2008 war Schröter Inhaberin des Lehrstuhls für Südostasienkunde an der Universität Passau.

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