Herausbildung normativer Ordnungen in der islamischen Welt
03. Mai 2010
Internationale Konferenz an der Goethe-Universität
vom 7. bis 9. Mai 2010
Die Frage, wie normative Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft aussehen müssten, steht im Mittelpunkt der internationalen Tagung „Formation of Normative Orders in the Islamic World“ an der Goethe-Universität, die durch den Exzellenzcluster veranstaltet wird. Die organisatorische Federführung hat Prof. Susanne Schröter, Inhaberin der Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen und Leiterin der Cluster-Nachwuchsforschungsgruppe „Neue Diskurse zu Staat und Gesellschaft in der islamischen Welt“.
Orient und Okzident sind sich näher als jemals zuvor, verflochten durch Migration, transnationale Ökonomien und Politiken, durch elektronische Medien und kulturelle Camouflage. Sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch auf der Ebene der internationalen Beziehungen müssen die normativen Ordnungen der Zukunft neu verhandelt werden. Die Auseinandersetzungen um die Burka in Frankreich oder um die Rechtmäßigkeit der militärischen Intervention in Afghanistan sind nur zwei der zahlreichen Beispiele.
Der Islam etabliert sich langsam als europäische Religion, islamistische Organisationen demokratisieren sich, liberale und feministische Muslime sind aus öffentlichen Debatten nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig ist eine Zunahme an Intoleranz und Gewalt evident.
Im Rahmen der Konferenz werden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus vier Kontinenten, Muslime und Nichtmuslime, diskutieren, wie positive Entwicklungen gestärkt und negative bekämpft werden können.. Narrative, mit denen ethnische, religiöse, soziale oder Genderexklusionen legitimiert werden, sollen ebenso zur Sprache kommen wie Ansätze einer Überwindung von Dominanzdiskursen. Problematiken der Geschlechtergerechtigkeit, moderne Reinterpretationen des Qur’an und der Sunna und jüngste Reformen des Familienrechts in diversen islamischen Ländern werden genauso thematisiert wie die europäische Kontroverse um Frauenrechte versus kulturelle Rechte.
Weitere Informationen: hier












