Was heißt Gerechtigkeit heute?
06. Oktober 2010
Im Rahmen der „Frankfurter Bürger-Universität“ veranstaltet der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Frankfurter Rundschau eine groß angelegte Reihe zum Thema Gerechtigkeit.
Fast scheint es, als hätte die Gerechtigkeit den Wettbewerb gewonnen, welches Gut denn als oberstes Gut der Gesellschaft zu gelten habe. Dabei begegnet uns Gerechtigkeit als ein Ideal, auf das sich verschiedene und auch widerstreitende Akteure berufen, in unterschiedlichsten Bereichen. Beispielsweise begründen wohl ausnahmslos alle, die sich an der Diskussion über die Reform des Sozialstaats beteiligen, ihre gegensätzlichen Positionen – ob für Umbau, Abbau oder Ausbau – mit dem Verweis auf Gebote der Gerechtigkeit. Urteile über das, was gerecht ist, fällen wir meist intuitiv, etwa wenn wir sagen, dass in der Gesellschaft − im Bildungssystem oder auf dem Arbeitsmarkt − Chancengleichheit herrschen sollte oder dass Leistung sich lohnen soll. Zugleich zeigt uns die Gerechtigkeitstheorie, wie unterschiedlich Begründung und Ausrichtung ausfallen können.
Eine grundsätzliche Annäherung daran, was politische und soziale Gerechtigkeit heißt, kann als Maßstab und Orientierung für viele aktuelle Diskussionen dienen. Auch gilt es auf den verschiedenen Feldern – von der Bildungs- und Arbeitsgerechtigkeit bis zur Umweltgerechtigkeit, von der Internationalen Gerechtigkeit bis zur Generationengerechtigkeit – immer wieder die verschiedenen Ansprüche gegeneinander abzuwägen. Die Reihe „Was heißt Gerechtigkeit heute?“ versucht auf diesen Feldern, prinzipielle Erwägungen mit praktischen Erörterungen und lokalen Bezügen zu verbinden.
Für den Exzellenzcluster gehören Fragen der Gerechtigkeit zu den zentralen Forschungsgegenständen. In seinem Fokus stehen nicht zuletzt die gegenwärtigen Konflikte um die Herausbildung einer neuen globalen Ordnung, die sich zu einem großen Teil aus dem Verlangen der Menschen nach Gerechtigkeit speisen. Auch dabei spielen die vielfältigen und oftmals konträren Überzeugungen der beteiligten Konfliktparteien von einer gerechten Ordnung und deren Rechtfertigung eine maßgebliche Rolle.
Neben renommierten Wissenschaftlern des Clusters (u.a. Axel Honneth, Klaus Günther und Rainer Forst) sind eine Reihe hochkarätiger und interessanter Gäste zu den Veranstaltungen der Reihe eingeladen.
Veranstaltungsort ist das Depot Sachsenhausen, Redaktionssitz der Frankfurter Rundschau, Karl-Gerold-Platz 1, 60594 Frankfurt am Main.
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
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