Philosophie und Revolution: Frankfurt Lectures IV mit Jonathan Israel
03. November 2010
Der Princeton-Professor Jonathan Israel spricht am 8. und 9. November im Rahmen der Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters über das Verhältnis von Philosophie und Revolution im späten 18. Jahrhundert
Die „Fackel der Philosophie“ sei endlich in die Gesellschaft getragen worden. So und ähnlich lautete das Urteil nicht weniger Philosophen im Zeitalter der Französischen Revolution. Doch wie ist der damalige Optimismus aus heutiger Sicht zu beurteilen? Um das Verhältnis von Philosophie und Revolution im späten 18. Jahrhundert geht es in den nächsten Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Redner ist Jonathan Israel, Professor für moderne Geschichte am Institute for Advanced Study der Princeton University.
Prof. Israel gilt als einer der wichtigsten Forscher zu Fragen der europäischen Aufklärung. Seine beiden Vorträge haben das verbindende Thema „Philosophy and Revolution in the late 18th Century: a Reinterpretation“ und finden am 8. und 9. November 2010, jeweils um 19.15 Uhr auf dem Campus Westend (HZ3) statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.
Am 8. November spricht Jonathan Israel über „The late 18th Century’s Curious Idea that Philosophy Caused the French Revolution”. Einen Tag später, am 9. November, steht „The Enlightenment’s Quarrel over Basic Human Rights” im Mittelpunkt. Die Vorlesungen befassen sich vor allem mit den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts, in denen sympathisierende Philosophen die Französische Revolution auch als „Verwirklichung der modernen Philosophie“ betrachteten. Diese Sichtweise brachte zum Ausdruck, dass moderne Philosophie das geistige Rüstzeug bereitgestellt habe, um weitreichende politische, soziale und rechtliche Transformationen in Gang zu setzen. Zumindest für einen kurzen Moment, so Jonathan Israel, schien es in der Tat so, als ob die Vernunft ihren Weg in die Wirklichkeit gefunden habe.
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