Normtypen und Stufen normativer Praktiken

Das Projekt Normtypen und Arten von Normativität hat zwei miteinander verknüpfte Schwerpunkte. Der erste Schwerpunkt besteht darin, eine tragfähige Unterscheidung zwischen zentralen Typen von Normen zu erarbeiten (z.B. Standards, Idealnormen, instrumentelle und konstituive Normen). Als Startpunkt hierfür dienen die einflussreichen Normtypologien Henrik v. Wrights und Herbert Schnädelbachs. Gezeigt werden soll in einem ersten Schritt, welche Defizite diese Normtypologien aufweisen. In einem zweiten Schritt sollen zumindest einige dieser Defizite behoben werden. Die systematische Kernthese für diesen Versuch besagt, dass eine detaillierte Beschreibung von Praktiken, in denen wir einander kritisieren, entscheidende Aufschlüsse über die Art von Normativität diverser Normen gibt – und dadurch auch über zu unterscheidende Typen von Normen.

Die Untersuchungen im zweiten Schwerpunkt des Projekts knüpfen an Unterscheidungen zwischen verschiedenen Normtypen an und wenden sich dem Begriff der Normativität zu. Angestrebt ist eine möglichst umfassende Analyse der Bedeutung dieses Begriffs. Weil es sich dabei offenkundig um einen theoretischen Begriff handelt, der keine alltagssprachlich festgelegte Bedeutung hat, muss eine Begriffsbestimmung seine Verwendungsweisen in philosophischen Kontexten aufspüren. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass der Begriff der Normativität gegenwärtig in vielen, mitunter nur lose verknüpfte Debatten eine prominente Rolle spielt – im Rahmen sowohl der praktischen als auch der theoretischen Philosophie. Daher müssen diese verschiedenen Verwendungsweisen zunächst herausgearbeitet und sorgfältig unterschieden werden. Darüber hinaus möchten wir diese begriffliche Arbeit auch in eine systematische Perspektive rücken. Geprüft werden soll, ob der Begriff der Normativität letztlich in mehrere, kaum miteinander verbundene Begriffe zerfällt, oder ob sich trotz verschiedener Verwendungsweisen doch eine Art Kernbedeutung finden lässt, an die sich ein theoretisch aufschlussreiches Kontinuum von Verwendungsweisen anschließen lässt.

 

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Personen in diesem Projekt:

  • Projektleitung / Ansprechpartner
    • Schmidt, Thomas, Prof. Dr. | Profil
    • Willaschek, Marcus, Prof. Dr. | Profil
  • Projektmitarbeiter
    • Koob, Fedja, M.A. | Profil
    • Reuter, Gerson (ehem. Mitglied) | Profil
    • Schütze, Oliver (ehem. Mitglied) | Profil

Publikationen in diesem Projekt:

  • Schmidt, Thomas; Parker, Michael (2010): Religion, Theologie und Naturwissenschaft / Religion, Theology, and Natural Science (RThN), Band 20: Pascal Boyer, The Fracture of an Illusion. Science and the Dissolution of Religion, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010.
    Details
  • Reuter, Gerson (2011): Konstitutive Regeln - normativ oder nicht? Ein Blick auf ihre Rolle in Praktiken, Normative Orders Working Paper 03/2011.
    Details | Link zum Volltext | urn:nbn:de:hebis:30-100922
  • Schmidt, Thomas (2010): “Absolutheit und Unbedingtheit. Idealistische und pragmatistische Strategien der Gottesrede”, Philosophisches Jahrbuch, 117. Jg., II/2010, 339-350.
    Details
  • Schmidt, Thomas (2010): „Der Sinn von Unbedingtheit. Skizzen zu einem nachmetaphysischen Begriff des Absoluten“, in: Edmund Runggaldier/Benedikt Schick (Hg.), Letzbegründungen und Gott, Berlin/NewYork 2010, 100-114.
    Details
  • Schütze, Oliver (2009): Naturalismus und Normativität. In Becker, Alexander; Detel, Wolfgang (Hrsg.): Natürlicher Geist, Beiträge zu einer undogmatischen Anthropologie. Berlin: Akademie Verlag 2009, S. 165- 188.
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