Re-Imagining Gender and Politics: Transnationale feministische Internvetionen
Internationale Konferenz des Arbeitskreises "Politik und Geschlecht" in Kooperation mit dem Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies und Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
27.-28. November 2010
Goethe-Universität Frankfurt
Call for Papers
Die politikwissenschaftliche Geschlechterforschung hat sich seit ihren Anfängen in den 1980er Jahren akademisch etabliert und zunehmend ausdifferenziert. Die Forschungsarbeiten, die in den unterschiedlichsten Subdisziplinen und Forschungsschwerpunkten der Politikwissenschaft – sei es in den Internationalen Beziehungen, in der Politischen Theorie und Ideengeschichte oder Politikfeldanalyse – angesiedelt sind, haben sich mit den dort vorherrschenden Paradigmen und Konzepten aus geschlechtertheoretischer Perspektive auseinandergesetzt. Die in diesem Kontext vorgenommenen Analysen untersuchen einerseits die differenten Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Männer und Frauen, gehen aber andererseits darüber hinaus, indem die Geschlechterdynamiken sowie die Produktion und Stabilisierung von Geschlechternormen und -ordnungen in den Fokus gerückt werden. Wird der Zusammenhang zwischen Gender und Politik zudem von einer transnationalen Perspektive aus betrachtet, fordert dies gängige feministische Annahmen und Denkbewegungen heraus. So werden national gebundene Analysemodelle zunehmend von transnationalen Rahmungen ersetzt, die eine umfassende und zugleich differenzierte Analyse globaler Macht- und Herrschaftsverhältnisse verfolgen. Hierbei stehen das Wechselspiel und die gegenseitige Verflochtenheit der lokalen, nationalen und transnationalen Ebenen im Mittelpunkt des Interesses.
Wir möchten zu Re-Visionen zum Verhältnis von Politik und Geschlecht aus transnationaler Perspektive anregen: Zum einen geht es um eine Bestandsaufnahme bisheriger Forschungen zur inter- und transnationalen Politik aus einer Geschlechterperspektive. Es soll unter anderem das Zusammenspiel der Kategorien Race, Klasse, Gender, Religion, Sexualität und Kaste, wie sie durch den Kolonialismus geformt wurden, für die gegenwärtige Verfasstheit einer Weltpolitik untersucht werden. Auf welches Verständnis von Transnationalität rekurrieren feministische Analysen? Welche theoretisch-konzeptionellen Erweiterungen haben diese in den Forschungsschwerpunkten der Internationalen Beziehungen, der Internationalen Politischen Ökonomie oder der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung vorgenommen? Zum anderen geht es darum herauszuarbeiten, welche theoretischen, aber auch methodischen Anforderungen sich an die politikwissenschaftliche und interdisziplinäre Geschlechterforschung ergeben, wenn eine transnationale Perspektive angelegt wird. Ein weiterer Fokus der Konferenz liegt auf der Betrachtung und Evaluierung transnationaler feministischer Organisationspraxen, die sich von der Idee einer ‚Global Sisterhood‘ oder eines ‚universellen Patriarchats‘ weg, hin zu einer Position bewegen, die die Verbindungen zwischen Geschlecht und Macht kontextspezifisch und gleichzeitig verflochten innerhalb globaler Politiken zu verstehen versucht.
Wir wünschen uns Beiträge, die sich aus einer feministischen Perspektive mit folgenden Themen beschäftigen:
- Migration und Citizenship
- Multikulturalismus, Nationalismus und Kosmopolitanismus
- Religion und Säkularismus
- Transnationale Gerechtigkeit und Menschenrechte
- Transnationale soziale Bewegungen, insbesondere Frauenbewegungen und queerer Aktivismus
- (Post-)Development, Demokratie und Dekolonisierung
- Friedenssicherung und Konflikttransformation
- Transnationale Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
- Transnationale Produktion, internationaler Handel und lokale Ökonomien
Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch.
Teilnahmebeitrag: 25 Euro/ ermäßigt 15 Euro
Abstracts (max. 350 Wörter) und kurze biographische Angaben (max. 100 Wörter) bitte bis zum 31. August 2010 an:
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Clémentine Deliss und Juliane Rebentisch diskutieren im dritten Frankfurter Stadtgespräch im Frankfurter Kunstverein über die Rolle der Kunst in Politik und Gesellschaft. 






