Die normativen (und ordnungspolitischen) Implikationen der Finanzmarktkrise

(Manuel Wörsdörfer)

Die gegenwärtige globale Wirtschafts- und Finanzmarktkrise hat eine Verschiebung im Parallelogramm der Kräfte zwischen Markt und Staat bewirkt: Smiths‘ Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Marktes scheint erschüttert zu sein. Die bislang vorherrschende, partiell übertriebene, ‚neoliberale‘ Marktgläubigkeit ist dabei einer zum Teil ebenfalls übertriebenen ‚Staatsgläubigkeit‘ gewichen. Die Ordnungsökonomik und die „ordnende Potenz“ (Eucken) des Staates erleben eine ungeahnte Renaissance. Ziel des Panels ist es auf Basis des ordoliberalen Forschungsprogramms den systemischen Charakter von globalökonomischen Krisen – d.i. deren Ursachen, Verlauf und Implikationen – zu evaluieren und auf diese Weise einen Beitrag für aktuelle wirtschaftspolitische Debatten auf europäischer und internationaler Ebene zu leisten.

Folgende Fragestellungen sollen dabei u.a. im Mittelpunkt stehen: Existieren Analogien zwischen der Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 1929-1933 und der heutigen? Wie ist die Relation Markt vs. Staat, wie ist das Verhältnis Smithscher, Keynesianischer (und Marxistischer) Wirtschaftspolitik zu beurteilen? Inwiefern lassen sich Empfehlungen für eine europäische Ordnungspolitik ableiten? Und schließlich: Wie könnte eine potenzielle Reform der internationalen Finanzmarktarchitektur aussehen und wie eine nachhaltige Regulierung der Finanzmärkte?

Samstag, 24.10.
IG Farben-Gebäude 457


9.00-9.30 Uhr   
Carsten Burhop (Bonn): Rechtsnormänderungen und die Finanzmarktkrise von 1873

9.30-10.00 Uhr   
Nils Goldschmidt (München): Die geldtheoretischen und geldpolitischen Vorstellungen im Ordoliberalismus

10.00-10.30 Uhr   
Diskussion

10.30-10.45 Uhr   
Kaffeepause

10.45-11.15 Uhr   
Oliver Arentz (Köln): Genese von Blasen auf Märkten – eine Untersuchung am Beispiel des US-amerikanischen Immobilienmarktes

11.15-11.45 Uhr   
Myrto Pavlidis (Frankfurt): Are there Tendencies for Protectionism or Regionalism in Times of Financial Stress? An Empirical Investigation

11.45-12.15 Uhr   
Diskussion

12.15-14.00 Uhr   
Mittagspause

14.00-14.30 Uhr   
Joachim Zweynert (Hamburg): Das Ende des Neoliberalismus? Anmerkungen zur Krise aus ordnungspolitischer Sicht

14.30-15.00 Uhr:   
Florian Möslein (Berlin): Contract Governance und Corporate Governance im Zusammenspiel: Lehren aus der globalen Finanzkrise

15.00-15.30 Uhr   
Diskussion

15.30-15.45 Uhr   
Kaffeepause

15.45-16.15 Uhr   
Wolf-Gero Reichert (Frankfurt): Das Ethos des Investmentbankings und seine Implikationen für eine prudentielle Regulierung

16.15-16.45 Uhr   
Thorsten Busch (St. Gallen)/Alexander Lorch (St. Gallen): Wachstumszwang und Krise: Ordnung und Bürgersinn zusammen denken

16.45-17.15 Uhr   
Diskussion

Diskutanten: Thorsten Fath (Frankfurt), Ekkehard Köhler (Freiburg), Helge Peukert (Erfurt), Johannes Zoephel (Frankfurt)

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