Übersetzungen und Übersetzbarkeit von normativen Ordnungen
(Sakine Subasi-Piltz)
Aus der Perspektive der Ethnologie und der Philosophie fragen wir uns: Wie können wir, eingebunden in bestimmte lokale normative Ordnungen, Erkenntnisse über andere „normative Ordnungen“ gewinnen, deren Sanktion und Rechtfertigung wir als solche nicht er- oder verkennen und deren Strukturen wir nicht interpretieren können? Wie können wir andererseits das Recht beanspruchen und begründen, Sanktionen auch jenseits der eigenen normativen Ordnung anzuwenden und damit unseren Sinn für Recht und Gerechtigkeit in das Vokabular anderer Rechtfertigungsnarrative übersetzen zu wollen? Es existiert in der Ethnologie wie in der Philosophie eine lange Debatte über den Begriff der Übersetzung. Die Aktuellste findet im Rahmen postkolonialer Theorien statt, an welche wir in diesem Panel anschließen möchten.
Wenn wir in diesem Rahmen der Konferenz Übersetzungen innerhalb und zwischen normativen Ordnungen analysieren möchten, stellt sich uns eine methodische Frage: Worin unterscheiden sich die Prozesse der internen Übersetzung, also zwischen Teilnehmern der selben normativen Ordnung, von denjenigen der externen Übersetzung, also zwischen Teilnehmern verschiedener normativer Ordnungen? Es wäre daher zu klären, wie diese Prozesse der Übersetzung funktionieren und welchen Einfluss der Akt der Übersetzung für den Inhalt dessen, was übersetzt wurde, bedeutet. Die Frage nach der "Übersetzbarkeit" eröffnet so mindestens zwei Fragen: 1) Wie können wir – aus einer bestimmten normativen Ordnung heraus – andere normative Ordnungen beschreiben, 2) Wie ist es möglich, normative Rechtfertigungsnarrative zu konzipieren, die in andere "normative Ordnungen" übersetzbar sind, zum Beispiel im Bereich universeller Menschenrechte.
Sonntag, 25.10.
IG Farben-Gebäude 1.411
13.00-13.30 Uhr
Jeanette Ehrmann (Frankfurt): Traveling, Translating and Transplanting Human Rights – zur Kritik der Menschenrechte aus postkolonial-feministischer Perspektive
13.30-14.00 Uhr
Stefan Skupien (Berlin): Rückgriff auf Tradition(en): Kwasi Wiredus Konsensethik als Übersetzungsleistung
14.00-14.30 Uhr
Sarah Speck (Berlin): Übersetzungen von Mutterschaft. Postkolonialer Transfer von Wissen in den SOS-Kinderdörfern
14.30-14.45 Uhr
Kaffeepause
14.45-15.15 Uhr
Riem Spielhaus (Berlin): Feministische Ansätze der Koranhermeneutik zum Thema „häusliche Gewalt“
15.15-15.45 Uhr
Nikita Dhawan (Frankfurt): Comment
15.45-16.15 Uhr
Susanne Schröter (Frankfurt): Comment












