Die Reichweite von Gerechtigkeitsprinzipien

(Julian Culp/Ulrike Meyer)

Politische Philosophinnen und Philosophen vertreten divergierende Ansichten im Hinblick auf die Reichweite von Gerechtigkeitsprinzipien. Einige beschränken die Geltung von Gerechtigkeitsprinzipien auf die mit Zwangsmaßnahmen versehenen legalen Beziehungen zwischen Personen. Andere behaupten, dass Gerechtigkeitsprinzipien auf die Beziehungen aller Menschen anzuwenden sind und zwar selbst dann, wenn diese durch keine Gefüge gekennzeichnet sind. Im Spektrum zwischen diesen beiden Extremen finden sich Positionen, welche die Anwendbarkeit und damit die Reichweite von Gerechtigkeitsprinzipien an die Existenz von Machtverhältnissen zwischen Personen knüpfen.

Ziel des Panels ist es, die moralische Signifikanz von politisch, rechtlich und anderweitig institutionalisierten Beziehungen zwischen Personen für die Rechtfertigung einer Gerechtigkeitskonzeption und deren Implikation für die Reichweite von Gerechtigkeitsprinzipien zu untersuchen. Sind Gerechtigkeitsprinzipien womöglich in ihrer Reichweite staatlich begrenzt oder finden sie auch international, transnational und/oder global Anwendung? Müssen diese Prinzipien – sofern sie sich international, transnational und/oder global ausweiten lassen – kontextspezifisch inhaltlich angepasst werden? Falls ja, lassen sich daraus Schlüsse auf einen systematischen Zusammenhang zwischen den Anwendungsbedingungen, dem Inhalt und der normativen Quelle der Gerechtigkeitsprinzipien ziehen?

Samstag, 24.10.
IG Farben-Gebäude 1.314

9.00-9.45 Uhr
Clara Brandi (Florenz): Global Public Goods and Bads, Constraints on Autonomy and the Scope of Justice

9.45-10.30 Uhr    
Maria Paola Feretti (Bremen)/Christoph Broszies (Frankfurt): Equality at Home and Abroad

10.30-10.45 Uhr    
Kaffeepause

10.45-11.30 Uhr    
Malte F. Ipsen (Oxford): Global Power and the Scope of Principles of Justice

11.30-12.15 Uhr    
Eszter Kollar (Rom): „Case by Case“ – Political Constructivism

12.15-14.00 Uhr   
Mittagspause

14.00-14.45 Uhr   
Henning Hahn (Kassel): Humanitäre Pflichten und transnationale Gerechtigkeitspflichten. Zur Praxis einer unklaren Unterscheidung

14.45-15.30 Uhr    
Tamara Jugov (Berlin): Justice in Failed States? Towards a Power-based Practice-dependent Account of Justice

15.30-15.45 Uhr    
Kaffeepause

15.45-16.30 Uhr    
Jörg Löschke (Bonn): Die Reichweite von Gerechtigkeitsprinzipien und schutzwürdiger Güter

16.30-17.15 Uhr    
Andreas Busen (Hamburg): Solidarität und die Adressaten der Gerechtigkeit

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