Mit dem Ziel, Umrisse für die Bildgedächtnisse europäischer Nationen in vergleichender Perspektive zu ziehen, fragt das Projekt nach den Formierungen und Transformationen von Erinnerungskulturen in verschiedenen Medien. Das Auftauchen und Absinken von Bildmustern und Motiven, eingebunden in Apparate- und Interessenslogiken, ist dabei ein wesentliches Szenario für das Verstehen von Bildkanones und ihren Konjunkturen. Neben dem Vergleich unterschiedlich nationalgeprägter Bilderinnerungen in Nationalgeschichten und Schulbücher tritt der Vergleich mit den Bildangeboten in populären Medien.
Entwickelt wird ein onlinebasierter Atlas, der die national- und zeitspezifischen Bildkorpora historischer Imagination aufbereitet. Nach Medien (Nationalgeschichten, Schulbücher, Illustrierten, Sammelalben, Zeitschriften) sortiert ist erfasst, welche massenhaft verbreiteten Illustrationen in welchem Land zu welcher Zeit die historische Imagination gesteuert haben. Anhand des Corpus wird zu beobachten sein, ob überhaupt, wie und in welcher Geschwindigkeit neue Verhältnisse in den massenhaft wirksamen Bebilderungen übersetzt wurden und woher die Bildideen stammten, die zwischen der Mitte des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts zirkulierten.












