Im Hinblick auf die Wurzeln der Freiburger Schule erscheint eine Zweiteilung, die einerseits methodologisch-wissenschaftstheoretische und andererseits ideologisch-weltanschauliche Faktoren separiert, angebracht. Im Rahmen der erstgenannten Kategorie bietet sich mitunter die Erforschung der Relation von Ökonomie und Phänomenologie und der Einflussnahme Edmund Husserls (und Rudolf Euckens) auf Walter Eucken an. Die letztgenannte Kategorie wiederum umfasst beispielhaft die Euckensche Rezeption des britischen und französischen (politökonomischen) Liberalismus sowie die bereits hier angelegte Spannung von Gemein- und Eigennutz.
Die Aktualität des Denkens Walter Euckens – insbesondere vor dem Hintergrund einer globalisierten Ökonomie – lässt sich schließlich anhand seines Freiheitsverständnisses und seiner Gerechtigkeitskonzeption verdeutlichen. Charakteristisch für Euckens Ordnungstheorie sind diesbezüglich das reziproke und interdependente Verhältnis von Freiheit und Ordnung und die Integration von Wirtschafts- und Sozialpolitik auf der Ebene der Wirtschaftsverfassung.
Weiterhin lassen sich an die Person Walter Euckens eine ganze Reihe weiterer interdisziplinärer Einzeluntersuchungen anschließen, so beispielsweise die Genese von (ökonomischen) Normen in der Ära der Industriellen Revolution, die Debatte um das Patentrecht im 19. Jahrhundert oder aber die Entstehungsgeschichte des Modells der Robinson-Ökonomie bzw. der Robinsonaden: ausgehend von Defoe, über Smith, Ricardo und Marx lässt sich dieser ökonomische Diskurs bis hin zur im Zuge des Widerstands gegen das NS-Regime entstandenen Wirtschaftsfibel von Eucken, Lampe und von Dietze nachverfolgen.



Clémentine Deliss und Juliane Rebentisch diskutieren im dritten Frankfurter Stadtgespräch im Frankfurter Kunstverein über die Rolle der Kunst in Politik und Gesellschaft. 






