Secur(itiz)ing the West. The Transformation of Western Order

Das Ziel des Projekts besteht darin, Transformationsdynamiken innerhalb des westlichen Herrschaftsraums zu rekonstruieren. Spätestens seit dem Wegfall der bipolaren Konfrontation stellt sich die Frage, inwiefern der Begriff des Westens noch angemessen erscheint, um die enge Verbundenheit zwischen Europa und Nordamerika zu beschreiben.

Während die Literatur zu den transatlantischen Beziehungen die zugrunde liegende transnationale Ordnung meist stillschweigend und unumstritten voraussetzt, beruht die Herangehensweise des Projekts auf einer Konzeptualisierung des Westens als semantische Kategorie, als eine Ressource, die Akteure in kontingenten Signifikationsprozessen zur Legitimierung politischer Maßnahmen heranziehen können. Sofern "der Westen" eine integrative Funktion ausübt, scheint er dies nicht vermittels der positiven Inhalte der westlichen Wertegemeinschaft zu tun, sondern eher im Sinne eines "catch-all"-Konzepts, das hinreichend stark normativ besetzt ist, um politische Forderungen im Namen "des Westens" artikulieren zu können, gleichzeitig aber diffus genug bleibt, um Interpretationskonflikte auszublenden.

An diese Überlegungen schließt sich die forschungsleitende Frage an: Welche Art von Prozessen der Inklusion und Exklusion werden in Gang gesetzt, wenn Gesellschaften sich als westlich bezeichnen und welche Implikationen haben diese Prozesse für den Westen als Herrschaftsraum? Das Projekt geht davon aus, dass Neubeschreibungen einer Bedrohungslage – etwa die Transformation von einer bipolaren Weltordnung mit der Gefahr eines Atomkriegs zu einer multipolaren Welt mit asymmetrischen Bedrohungen durch Terrorgruppen – graduelle Veränderungen in der institutionellen Struktur des westlichen Herrschaftsraums hervorrufen.

Den empirischen Ausgangspunkt des Projekts bilden daher die Wechselwirkungen zwischen transatlantischen Problembeschreibungen und institutionellen Konsequenzen in drei Forschungsfeldern: (1) innerwestliche Auseinandersetzungen über den Umgang mit China und Russland, (2) die Transformation der NATO als Sicherheitsinstitution und (3) die Frage, wie Nordamerika und Europa auf die Herausforderung des islamischen Fundamentalismus reagieren. Die Rekonstruktion der problembezogenen Verschiebung von Handlungsroutinen in diesen bewusst kontrastierenden Forschungsfeldern eröffnet zusammengenommen eine empirisch gehaltvolle und theoretisch informierte Perspektive auf die Transformation der Herrschaftsstrukturen des Westens.

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Arbeitspapiere:

Gabi Schlag, Benjamin Herborth und Gunther Hellmann: "Secur(itz)ing the West - The Transformation of Western Order", Konferenzpapier vorgestellt auf der gemeinsamen Tagung der British International Studies Association (BISA) und der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), Arnoldshain, Mai 2008
Programm: hier (pdf)

Veranstaltungen:

Internationale Konferenz “Uses of the West – Security, Democracy, Order”, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, 8.-10. Oktober 2009
Programm: hier (pdf)

Internationale Konferenz "Secur(itiz)ing the West - The Transformation of Western Order", Johns Hopkins University SAIS Bologna Center, Italien, 21. - 23. November 2008
Programm: hier (pdf)
Protokoll: hier (pdf)

Workshop "Securitization Theory and the Formation of Normative Orders - Theoretical Problems and Methodological Challenges", Goethe-Universität Frankfurt a.M., 6. - 8. September 2008
Programm: hier (pdf)

 

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Personen in diesem Projekt:

  • Projektleitung / Ansprechpartner
    • Hellmann, Gunther, Prof. Dr. | Profil
  • Projektmitarbeiter
    • Herborth, Benjamin (ehem. Mitglied) | Profil
    • Schlag, Gabi (ehem. Mitglied) | Profil
    • Weber, Christian (ehem. Mitglied) | Profil

Publikationen in diesem Projekt:

  • Hellmann, Gunther (2009): Beliefs as Rules for Action. Pragmatism as a Theory of Thought and Action, in: International Studies Review 11: 3 (2009), 638-641
    Details
  • Hellmann, Gunther; Herborth, Benjamin (2008): Fishing in the Mild West. Democratic Peace and Militarized Interstate Disputes in the Transatlantic Community, in: Review of International Studies, 34: 3 (2008), 481-506.
    Details | Link zum Volltext
  • Hellmann, Gunther (2008): Inevitable Decline versus Predestined Stability: Disciplinary Explanations of the Evolving Transatlantic Order, in: Anderson, Jeffrey/Ikenberry G. John/Risse, Thomas (Hrsg.), The End of the West? Crisis and Chance in the Atlantic Order, Ithaca: Cornell University Press 2008, 28-52.
    Details
  • Herborth, Benjamin (2009): Political Community Formation beyond the Nation-State, in: Jens Bartelson, Gideon Baker (eds.), The Future of Political Community, London: Routledge, 2009, 175-203.
    Details

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