Ziel dieses Projektes ist es, das Legitimationsnarrativ des guten funktionalen Regierens in historischer Perspektive zu erkunden, ist doch bisher recht wenig über seine Entstehungsgeschichte und die daran beteiligten Autoren bekannt. Analysiert wird akademische und politische Literatur, mit der internationales Regieren gegenüber den Zeitgenossen legitimiert werden sollte. Drei Arbeitsschritte strukturieren dieses Projekt, nämlich erstens die Analyse der Entstehung des Narrativs in historischer Perspektive, zweitens die Analyse seiner Elemente und drittens die möglichen (In-)kompatibilitäten mit gegenwärtig diskutierten Demokratisierungsstrategien. Es geht in diesem Projekt also nicht nur um die ideengeschichtliche Nachzeichnung der Entstehung der funktionalistischen Spielart des Internationalismus und das Aufzeigen von Kontinuitäten. In analytischer Absicht, und auch im Hinblick auf die gegenwärtige Debatte zum demokratischen Defizit, müssen die wichtigsten Elemente dieses Legitimationsnarrativs noch deutlicher herausgearbeitet werden. In dieser Hinsicht lassen sich zu Projektbeginn provisorisch fünf Themenkomplexe identifizieren, die in der funktionalistischen Literatur zu internationalen Organisationen immer wieder aufzufinden sind:
1. Gesellschaftliche Modernisierung und Rationalisierung
2. Internationale Interdependenz und der Bedarf an Kooperation
3. Wissenschaftliche Expertise und Fachkompetenz
4. Bedeutung von Verfahren und Herrschaft des Rechts
5. Entpolitisierung internationaler Zusammenarbeit












