Unter der Annahme, dass den Herausforderungen durch transnationale private Gewaltakteure nicht allein durch Strategien der Versicherheitlichung und Kriminalisierung erfolgreich begegnet werden kann, sondern auch zu berücksichtigen ist, das deren Ursachen in Konflikten über Anerkennungsansprüche, über prozedurale oder distributive Gerechtigkeit liegen können, könnte sich für Global Crime Governance die Notwendigkeit einer normativen Neuorientierung ergeben. Diese betrifft sowohl Inhalte von Regelungen als auch den Status, der privaten Gewaltakteuren zugeschrieben wird - und der von einer kriminellen Organisation bis zu einem „Ko-Produzenten" friedensrelevanter Governance-Leistungen reichen kann.
Das Projekt geht in vier Schritten vor: Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme der existierenden Regelungsansätze, die sich durch unterschiedliche Akteurskonstellationen und Formen der politischen Steuerung unterscheiden. Diese Ansätze der Kriminalitätsbekämpfung in unterschiedlichen Bereichen (Piraterie, Menschenschmuggel und -handel, Geldwäsche und Korruption, illegaler Waffenhandel und Terrorismus) werden aufgeschlüsselt und vergleichend analysiert. Auf dieser Grundlage wird in einem zweiten Schritt nach den Mechanismen gesucht, unter denen sich bestimmte Formen von Governance gegenüber anderen durchgesetzt haben. Im dritten Untersuchungsschritt wird vor allem der Zusammenhang zwischen dem Typ des Regelungsansatzes und der Effektivität untersucht. Aus diesen Ergebnissen werden abschließend Politikempfehlungen für einen angemessenen Umgang mit Gefährdungen durch transnational organisierte nichtstaatliche Gewaltakteure generiert.












