Global Crime Governance: Towards a new Normative Order to Combat Transnational Nonstate Violence

Dieses ab Juni 2010 laufende Projekt des Exzellenzclusters und der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung analysiert verschiedene Formen internationaler Verbrechensbekämpfung und den Umgang mit Gewaltakteuren. Im Focus steht dabei welche verschiedenen internationalen Kooperationsmöglichkeiten genutzt werden und wie effektiv sie sind. Insbesondere die Rolle nicht-staatlicher Akteure - wie Wirtschaft und Zivilgesellschaft - wird untersucht.

In einer vergleichenden Analyse unterschiedlicher Regelungsansätze in verschiedenen Bereichen von grenzüberschreitend organisierter Kriminalität und Gewaltanwendung durch nichtstaatliche Akteure wird untersucht, wo, inwiefern und unter welchen Bedingungen die Effektivität von Global Crime Governance mit der Einbindung nichtstaatlicher Akteure und dem Praktizieren neuer, weniger prohibitiver und eher ermöglichender Formen der politischen Steuerung tatsächlich zunimmt:

Unter der Annahme, dass den Herausforderungen durch transnationale private Gewaltakteure nicht allein durch Strategien der Versicherheitlichung und Kriminalisierung erfolgreich begegnet werden kann, sondern auch zu berücksichtigen ist, das deren Ursachen in Konflikten über Anerkennungsansprüche, über prozedurale oder distributive Gerechtigkeit liegen können, könnte sich für Global Crime Governance die Notwendigkeit einer normativen Neuorientierung ergeben. Diese betrifft sowohl Inhalte von Regelungen als auch den Status, der privaten Gewaltakteuren zugeschrieben wird - und der von einer kriminellen Organisation bis zu einem „Ko-Produzenten" friedensrelevanter Governance-Leistungen reichen kann.

Das Projekt geht in vier Schritten vor: Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme der existierenden Regelungsansätze, die sich durch unterschiedliche Akteurskonstellationen und Formen der politischen Steuerung unterscheiden. Diese Ansätze der Kriminalitätsbekämpfung in unterschiedlichen Bereichen (Piraterie, Menschenschmuggel und -handel, Geldwäsche und Korruption, illegaler Waffenhandel und Terrorismus) werden aufgeschlüsselt und vergleichend analysiert. Auf dieser Grundlage wird in einem zweiten Schritt nach den Mechanismen gesucht, unter denen sich bestimmte Formen von Governance gegenüber anderen durchgesetzt haben. Im dritten Untersuchungsschritt wird vor allem der Zusammenhang zwischen dem Typ des Regelungsansatzes und der Effektivität untersucht. Aus diesen Ergebnissen werden abschließend Politikempfehlungen für einen angemessenen Umgang mit Gefährdungen durch transnational organisierte nichtstaatliche Gewaltakteure generiert.

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Personen in diesem Projekt:

  • Projektleitung / Ansprechpartner
    • Jakobi, Anja, Dr. | Profil
    • Wolf, Klaus Dieter, Prof. Dr. | Profil
  • Projektmitarbeiter

Publikationen in diesem Projekt:

  • Herr, Stefanie (2011): "Fragiler Frieden. Warum eine Ausweitung des internationalen Engagements im Südsudan notwendig ist", HSFK-Standpunkte Nr. 05/2011.
    Details
  • Herr, Stefanie (2011): In Zwietracht mit sich selbst: Interne Herausforderungen für die Zukunft des Südsudan, in: Blaue Reihe (DGVN), Berlin, September 2011.
    Details | Link zum Volltext
  • Herr, Stefanie (2010): Vom Regelbruch zu politischer Verantwortung. Die Anerkennung völkerrechtlicher Normen durch nichtstaatliche Gewaltakteure im Sudan, HSFK-Report Nr. 5/2010, Frankfurt/M.
    Details | Link zum Volltext
  • Jakobi, Anja (2010): In Pluribus Unum? The global anti-corruption agenda and its different international regimes, in S. Wolf & D. Schmidt-Pfister (Hrsg.): International Anti-Corruption Regimes in Europe. Baden-Baden: Nomos, 87-100.
    Details
  • Jakobi, Anja (2010): OECD Activities against Money Laundering and Corruption, in: K. Martens & A.P. Jakobi (Hrsg.): Mechanisms of OECD Governance. International Incentives for National Policy-Making? Oxford: Oxford University Press, 139-160.
    Details
  • Jakobi, Anja (2010): Piraterie und Geldwäsche. Geldwäschebekämpfung als möglicher Ansatz zur Bekämpfung von Piraterie in Somalia. HSFK Standpunkt 3/2010.
    Details | Link zum Volltext

 

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