In einem zweiten Schritt werden diesen theoretischen Programmen die tatsächlichen Neoliberalisierungsprozesse in den USA und Deutschland gegenübergestellt, um zu klären, inwiefern sich gemäß der Vorstellungen der diskutierten Theoretiker die jeweiligen Gesellschaften als neoliberal bezeichnen ließen. Abschließend wird der Frage nachgegangen, ob sich tatsächlich im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise ein ‚Ende des Neoliberalismus‘ (Habermas) abzeichnet, bzw. woraus neoliberales Denken weiterhin seine normative Anziehungskraft zu beziehen vermag.
Greta Wagner, Soziologin M.A., untersucht in ihrer Dissertation die Deutungsmuster von KonsumtenInnen sogenanter Cognitive Enhancing Drugs. Die geplante Dissertation untersucht in einer qualitativ angelegten Studie die Bedeutungszuschreibungen derer, die ihre Konzentrationsfähigkeit und Leistungsdauer pharmakologisch zu verbessern versuchen, um in Bildungseinrichtungen und Loharbeitsverhältnissen erfolgreich zu sein. Hierbei steht die theoretische Perspektive im Zentrum, inwieweit Theorien zu neoliberalen Subjektivierungsformen eine verstehende Perspektive auf das empirische Phänomen eröffnen. Interviews werden in Deutschland und den USA geführt.
Frieder Vogelmann hat Philosophie, Mathematik und Kognitionswissenschaft studiert und 2007 in Freiburg abgeschlossen. Seine Doktorarbeit ist der Kritik von Verantwortung als einem zentralen Begriff des heutigen historischen a prioris der Politik gewidmet, die anhand einer methodologisch an Foucault orientierten Analyse von Wissens-, Macht- und Selbstregimes erarbeitet werden soll. Weitere Interessen sind die französische Philosophie des 20. Jahrhunderts, Wissenschaftstheorie und -geschichte sowie Kritische Theorie und Sozialphilosophie.
Michael Walter, Soziologe M.A., beschäftigt sich in seinem soziologischen Dissertationsprojekt mit dem (Arbeits-)Titel „Die 'aktivierenden Bürger': Wirtschaftsethische Normkonstruktionen marktliberaler Denkfabriken“ mit der Diskurspolitik marktliberaler 'Denkfabriken' im Kontext des gesellschafts-und wirtschaftspolitischen Deutungswandels in der Bundesrepublik Deutschland. Eine der zentralen Strategien der entsprechenden Kampagnen besteht in der Verknüpfung der von den marktliberalen Denkfabriken vertretenen wirtschaftspolitischen Positionen mit bürgerlichen Vorstellungs- und Lebenswelten, d. h. mit zivilgesellschaftlichen Werten wie Bürgerengagement, Eigenverantwortung, Kreativität etc. Durch diese Verschränkung ökonomischer und kulturell-lebensweltlicher Kategorien entstehen spezifische normative Ordnungsmodelle, die als Legitimationsstrategien und Rechtfertigungsnarrative für die angestrebten marktliberalen Wirtschaftsreformen fungieren. Diese normativen Ordnungsmodelle stehen im Fokus des Dissertationsvorhabens. Diese normativen Ordnungsmodelle stehen im Fokus des Dissertationsvorhabens, das sich in seinem theoretischen Rahmen vor allem auf Überlegungen Gramscis und Bourdieus bezieht.












