Harvard-Frau für Schäuble

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. August 2011

Finanzminister Wolfgang Schäuble bekommt Beratung auf Harvard-Niveau: Seit Anfang August arbeitet die Frankfurter Wirtschaftsforscherin Nicola Fuchs-Schündeln im wissenschaftlichen Beirat seines Ministeriums. Die 38-Jährige hat eine Karriere hinter sich, von der andere nur träumen können: Ökonomie-Doktor aus Yale, dann fünf Jahre in Harvard - bevor sie vor zwei Jahren an die Universität Frankfurt wechselte, gegen den erklärten Willen ihrer Kollegen in Harvard.
In Frankfurt arbeitet sie jetzt weiter und erforscht dort zum Beispiel, ob die Steuern schuld daran sind, dass verheiratete Frauen nicht arbeiten. Die Prognose: wahrscheinlich schon. Das könnte am Ehegattensplitting liegen. Wenn die Frau aufgehört hat zu arbeiten und später wieder einsteigt, bekommt die Familie von diesem Gehalt netto wenig - denn auf das zusätzliche Einkommen zahlen die Eheleute gemeinsam relativ viel Steuern. Anders wäre es, wenn die Frau ihr Einkommen selbst versteuern würde. Dann würde vor allem der Mann mehr Steuern zahlen, für die Frau lohnte sich das Arbeiten mehr.
bern.

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