Veranstaltungen

Dürfen Staaten alles, was nicht verboten ist? Oder nur, wozu sie ein Recht haben? Zur Bedeutung von Erlaubnisnormen im Völkerrecht

Vortrag und Diskussion

Andreas Müller (Universität Innsbruck)

Einleitung:
Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard), Forschungsschwerpunkt Internet und Gesellschaft Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Dienstag, 26.9.2017, 15.00-16.30 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Gebäude "Normative Ordnungen", EG.02
Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main

Die Idee von Erlaubnisnormen, d.h. von Vorschriften, die ein bestimmtes Verhalten “erlauben”, ist nicht selbstverständlich.
Denn von einer Rechtsordnung erwartet man sich typischerweise, dass sie Verhalten steuert, indem sie bestimmte Handlungen anordnet oder verbietet. Allerdings lassen sich bei genauerer Betrachtung zahlreiche Beispiele von Erlaubnisnormen finden, auch im Völkerrecht.
Insbesondere im Lotus-Fall hat sich der Ständige Internationale Gerichtshof ausdrücklich auf das Konzept der Erlaubnisnormen („permissive rules“) bezogen. Zentrale Hypothese des Forschungsprojekts ist, dass eine Unterscheidung zwischen einem schwachen und einem starken Verständnis von Erlaubnisnormen möglich und sinnvoll ist. Während Erlaubnis zu einer Handlung im schwachen Sinn meint, dass diese nicht verboten ist, bedeutet das stärkere Verständnis von Erlaubnis, dass ein Recht zur Vornahme der betreffenden Handlung besteht.

Lektüre:
Müller, Steuerung durch Erlaubnisnormen am Beispiel von Sezession und Selbstbestimmungsrecht, ZaöRV 76 (2016), 475-495

MMag. Dr. Andreas Th. Müller, LL.M. (Yale) ist Assoziierter Professor am Institut für Europarecht und Völkerrecht der Universität Innsbruck. 2016 wurde ihm dortselbst die Lehrbefugnis für Völkerrecht, Europarecht, Verfassungsrecht und Rechtsphilosophie verliehen. 2016/17 vertrat er die Lehrstühle von Prof. Paulus und Schorkopf in Göttingen.

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Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Normen im Streit - Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen

Podiumsdiskussion

29. September 2017, 18.00 Uhr

Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Direktorin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen der Goethe-Universität), Prof. Dr. Rainer Forst (Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politische Theorie und Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main) und
Prof. Dr. Christoph Möllers (Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin)

Moderation: Dr. Lisbeth Zimmermann

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Gebäude "Normative Ordnungen", EG 01
Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main

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Normen sind omnipräsent, auch wenn sie nicht immer sichtbar sind. Entsprechend überrascht es nicht, dass sich viele verschiedene Disziplinen mit diesem Gegenstand beschäftigen. Dabei fällt auf, dass verschiedenen Fachrichtungen, ob nun Philosophie, Rechtswissenschaft oder Politikwissenschaft, teilweise unterschiedliche Auffassungen dessen haben, was Normen sind und wie sie erforscht werden können.
Bezeichnen Normen das, was „normal“ ist, oder verweisen sie auf ein erwünschtes Verhalten, auf ein in der Zukunft liegendes Sollen?
Müssen Normen rechtlich kodifiziert und verbindlich sein oder vielmehr moralisch rechtfertigbar? Oder können sie sich auch rein aus gesellschaftlichen Praktiken ohne normativen Anspruch entwickeln?
Gerade mit Blick auf Normen im internationalen System stellt sich zudem die Frage: Basieren sie auf der grundsätzlichen Anerkennung durch die Adressaten oder brauchen sie zusätzlich die zwangsbewehrte Sanktionierung von Normverstößen? Dies verweist auch auf die methodologischen Probleme in der Erforschung von Normen: Wie kann ihre Stärke gemessen werden? Wann verfallen gesellschaftliche Normen? Wie viel Streit vertragen sie, um Wirkung zu entfalten?
Die Podiumsdiskussion \"Normen im Streit: Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen\" spürt diesen Fragen nach. Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, der Philosoph und politische Theoretiker Rainer Forst und der Verfassungsrechtler und Rechtsphilosoph Christoph Möllers beleuchten, was die verschiedenen Disziplinen voneinander lernen können und wie dies für die Erforschung eines für die drei Disziplinen zentralen sozialen Phänomens nutzbar gemacht werden kann.


Organisation: Nicole Deitelhoff, Dr. des. Lisbeth Zimmermann

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Sicherheit & Migration


Konferenz

 18. August 2017

Historischer Saal des Justizministeriums, Luisenstraße 13, Wiesbaden

Eine Anmeldung bis zum 16. August ist erforderlich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm (pdf): Hier...

10.00 Uhr
Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des FFGI am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“
Eva Kühne-Hörmann, Hessische Staatsministerin der Justiz, MdL
Rebecca Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung norrmativer Ordnungen"

10.45 Uhr
Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des FFGI am EXNO, Goethe-Universität Frankfurt
Jihadismus und politischer Islam –  unterschätzte Gefahren für Staat und Gesellschaft

11.30 Uhr
Sabine Thurau, Präsidentin des Landeskriminalamtes Hessen
Migration und weltweite Krisen – eine Herausforderung für die Polizei

12.15 Uhr
Prof. em. Dr. Bassam Tibi, Georg-August-Universität Göttingen
Antisemitismus als Sicherheitsproblem

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr
Dirk Schönstädt, Präsident des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes
Asylverfahren in der verwaltungsgerichtlichen Praxis

14.45 Uhr
Torsten Kunze, Leitender Oberstaatsanwalt, als ständiger Vertreter des Generalstaatsanwalts,
Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt  
Hat sich die Kriminalität durch Migration verändert – eine statistische Auswertung

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr
Seyran Ateş, Frauenrechtlerin und Imamin der Ibn Rushd-Goethe Moschee, Berlin
Liberale Muslime - leben und beten mit Diffamierungen und Morddrohungen

16.45 Uhr
Dr. Andreas Armborst, Leiter Nationales Zentrum für Kriminalprävention, Bonn
Prävention Islamistischer Radikalisierung: Probleme –  Ansätze – Wirkung

17.30 Uhr Verabschiedung

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium der Justiz

Inequality and the Wealth Management Profession


Vortrag innerhalb der Summer School "Finanzsystem und Gesellschaft"

27. September 2017, 19.00 Uhr

Brooke Harrington (Professor of Economic Sociology, Copenhagen Business School)

Kommentar:
Jan Pieter Krahnen (Professor of Finance; House of Finance, Goethe-Universität)

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Gebäude "Normative Ordnungen", EG 01
Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main

Eine Anmeldung ist erforderlich:
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Acht Menschen besitzen so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wie konnte es so weit kommen? Und wer hat dies ermöglicht? Diesen zentralen Fragen geht Brooke Harrington in ihren Studien über Offshore-Geschäfte und die Profession der Vermögensmanager nach. In ihrem Vortrag wird sie erörtern, welchen Beitrag ihre Forschung zur Soziologie der Stratifikation, des Rechts und der Professionen leistet. Sie wird erstens argumentieren, dass die Ungleichheitsforschung das Vermögen (neben dem Einkommen) viel stärker berücksichtigen sollte. Zweitens wird sie zeigen, wie die Profession der Vermögensmanager und deren Offshore-Geschäfte eine Rekonfiguration von Machtverhältnissen zwischen dem Staat und globalen Wirtschaftseliten bewirkt. Eine Folge davon ist die zunehmende Rechtlosigkeit der Ultra-Reichen, wie sie sich etwa in Steuervermeidungspraktiken manifestiert. Zuletzt wird Harrington ihre ethnographische Forschungsmethodik erörtern. Um sich einen Zugang zur schwer erreichbaren Berufsgruppe der Vermögensmanager zu verschaffen, hat sie sich selbst zur Vermögensmanagerin ausbilden lassen. Sie wird aufzeigen, wie mit diesem Vorgehen Dimensionen von Ungleichheit sichtbar werden, die durch die ausschließliche Fokussierung auf quantitativ-statistische Methoden im Dunkeln bleiben.

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Eight people now own as much wealth as the 3.6 billion people who constitute the poorer 50% of humanity. How did we get here? Who made this happen? These are among the main empirical questions motivating Brooke Harrington’s research on offshore finance and wealth management. In her lecture, she will discuss how her research contributes to the sociology of stratification, law and the professions. She will argue that wealth should be central in the study of inequality. Second, she will show how offshore finance and the wealth management profession are provoking a reconfiguration of state power relative to global economic elites; one consequence of this is an increasing lawlessness among the ultra-rich, of which tax avoidance is just one symptom. In addition, Harrington will discuss her method of immersion ethnography — training for two years to be a wealth manager, in order to gather data from 65 practitioners in 18 tax havens — and how this approach reveals aspects of inequality obscured by structural and statistical approaches.

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Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Förderinitiative "Finanzsystem und Gesellschaft" und weitere Partner

100 Tage Great Again: Vom Politiktheater zu Politik im Theater


Ringvorlesung "Angriff auf die liberale Weltordnung – U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump"

20. Juli 2017, 14-16 Uhr

Andreas Kohn M.A. (Theaterschaffender aus München)
Dr. des. Sebastian Schindler (Goethe-Universität)

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Hörsaalzentrum, HZ8
Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main


Zum Video:

Veranstalter:
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

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Aktuelles

Normen im Streit - Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen


Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Christoph Möllers führen die Podiumsdiskussion "Normen im Streit - Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen" am 29. September 2017 um 18.00 Uhr im Gebäude "Normative Ordnungen". Es moderiert Dr. Lisbeth Zimmermann. Mehr...

Forschungsbau "Normative Ordnungen" auf dem Campus Westend

Nächste Termine

27. September 2017, 19.00 Uhr

Vortrag innerhalb der Summer School "Finanzsystem und Gesellschaft": Inequality and the Wealth Management Profession. Brooke Harrington (Professor of Economic Sociology, Copenhagen Business School), Kommentar:
Jan Pieter Krahnen (Professor of Finance; House of Finance, Goethe-Universität). Mehr...

28. September 2017

Karrierekonferenz für (Post-)Doktorandinnen: Kurswechsel. Mehr...

29. September 2017, 18.00 Uhr

Podiumsdiskussion: Wie Normen erforschen? Ein interdisziplinärer Dialog. Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Direktorin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen der Goethe-Unviversität), Prof. Dr. Rainer Forst (Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Christoph Möllers (Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin). Mehr...

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The Justification of Basic Rights: A Discourse-Theoretical Approach. Normative Orders Working Paper 02/2017. Mehr...