Nicole Deitelhoff erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis
17 March 2008
Wie die DFG am 14. März mitteilte, erhält Dr. Nicole Deitelhoff, Hauptantragstellerin des Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, in diesem Jahr einen von insgesamt sechs Heinz Maier-Leibnitz-Preisen
Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis gilt als wichtigster deutscher Preis für Nachwuchswissenschaftler. Er ist mit 16.000 Euro dotiert und wird von der DFG seit 1977 jährlich zur Förderung eines eigenständigen wissenschaftlichen Profils an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben. Die Auszeichnung soll Anerkennung und zugleich Ansporn sein, die wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen. Der nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten wichtigste Forschungspreis wird am 2. Juni in Berlin verliehen.
Nicole Deitelhoff hat von 1994 bis 1997 an der Technischen Hochschule (heute Universität) Darmstadt im Magisterstudiengang Politikwissenschaft studiert mit den Nebenfächern Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. 1998 hat sie an der State University of New York at Buffalo im Fach Politikwissenschaft ihr Studium mit dem Master of Arts abgeschlossen. Von 2005 bis 2005 betreute sie als geschäftsführende Redakteurin mit der Zeitschrift für Internationale Beziehungen die führende politikwissenschaftliche Fachzeitschrift im deutschsprachigen Raum. Seit 2005 ist Frau Dr. Deitelhoff im Rahmen des Kooperationsvertrags zwischen der TUD und der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Vertiefung der Kooperation zwischen diesen beiden Institutionen in Forschung und Lehre zuständig. Gegenwärtig nimmt sie eine Vertretungsprofessur an der Universität Bremen wahr.
Dr. Nicole Deitelhoff gilt laut DFG als eine der herausragendsten jungen Politikwissenschaftlerinnen in Deutschland, deren Arbeiten sich durch besonders originelle und innovative Ansätze und Erkenntnisse auszeichnen. In ihrer bereits mehrfach preisgekrönten Dissertation „Überzeugungen in der Politik. Grundzüge einer Diskurstheorie internationalen Regierens“ hat sie die Bedeutung von Überzeugungsprozessen und die Bedingungen ihres Erfolges am Beispiel der Verhandlungen zur Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofes untersucht. In dieser empirischen Pionierarbeit zum Verhältnis von Interessen, Normen und Kommunikation identifiziert sie Verfahren, die helfen, festgefahrene Verhandlungssituationen zu überwinden und die verhindern können, dass sich die Machtungleichgewichte zwischen Staaten direkt in Verhandlungen niederschlagen. Sie entwickelt darin ein theoretisches Fundament für den Einsatz der Diskurstheorie bei der Analyse internationaler Verhandlungsprozesse und übersetzt diesen Ansatz in einen praktischen Vorschlag, wie Verhandlungen institutionalisiert werden müssen, um Inseln des Argumentierens und der Überzeugung in einem Meer macht- und interessegeleiteter Politik zu schaffen. Ihre Erkenntnisse sind in allen Politikbereichen von Bedeutung, in denen kein durchsetzungsfähiges Recht existiert und deshalb Konflikte durch „weichere“ Formen der Regulierung und Ordnungsbildung gelöst werden müssen.
Promoviert an der TU Darmstadt und mit vielfältigen internationalen Erfahrungen ausgestattet, leitet die Politikwissenschaftlerin inzwischen zwei Projekte an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und hat sich darüber hinaus als Autorin, Redakteurin und Mitherausgeberin wissenschaftlicher Zeitschriften und Buchreihen sowie als Sprecherin der Sektion Internationale Politik in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft hervorgetan. Als einzige Nichtprofessorin unter den „Principal Investigators“ ist die Nachwuchsforscherin maßgeblich an der erfolgreichen Antragstellung des Exzellenzclusters „The Formation of Normative Orders“ beteiligt, das im Oktober 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative bewilligt wurde.
Die Pressemitteilung der DFG zur Preisverleihung hier










