In dezidiert islamischen Staaten (Staaten des Nahen und Mittleren Ostens) ist eine umgekehrte Entwicklung zu verzeichnen. Der Staatsislam wird nicht explizit abgelehnt, aber alltagspraktisch unterlaufen und subversiv unterhöhlt. Statt neuer Gemeinschaftsbildung ist hier Individualisierung, Fragmentierung und eventuell sogar ein Prozess der Säkularisierung zu verzeichnen.
Die Doktoranden und Doktorandinnen der Gruppe sollen sich diesen Prozessen aus der Akteursperspektive heraus zuwenden. Die Forschungsgruppe widmet sich der Aufgabe, in islamistischen Gemeinschaften und Organisationen sowie in anderen relevanten Gruppen innerhalb der islamischen Welt mit Hilfe eines ethnologischen Methodenrepertoires Erkenntnisse über die Ideen und Träume, die Handlungsstrategien und Netzwerke der Akteure und Akteurinnen zu erlangen. Dabei sollen Lebensstile und Alltagspraxen genauso untersucht werden wie politische Rituale und die Bedeutung von Bildern und Symbolen.
Ziel der Gruppe ist die komparative Erfassung aktueller Entwicklungen in der islamischen Welt, sowohl in Bezug auf die Konzipierung neuer normativer Ordnungen als auch hinsichtlich ihrer Umsetzung in Politik und Gesellschaft.












