Mitarbeiterprofil

Bawanypeck, Daliah, Dr.


bawanypeck (at) em [Punkt] uni-frankfurt [Punkt] de

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  • Goethe-Universität Frankfurt
    Wissenschaftsgeschichte
    Juridicum Raum 409
    Senckenberganlage 31
    D - 60054 Frankfurt am Main

Projekte und Positionen im Cluster

Forschungsthema

Zur Funktion der Normierungen bei der Wissensüberlieferung in Mesopotamien

Kurzbeschreibung Forschungsthema

Mesopotamien gehört neben Ägypten zu den ältesten Schriftkulturen. Vom Ende des 4. Jt. v.Chr. bis ins 3. Jh. n.Chr. wurden die Texte in Keilschrift aufgezeichnet. Seit der Entzifferung der Keilschrift im ausgehenden 19. Jh. ist eine große Menge wissenschaftlicher Texte aus Mesopotamien auf uns gekommen.

Diese Texte, die in Bibliotheken bzw. Archiven gesammelt wurden und hauptsächlich den Disziplinen Mathematik, Astronomie, Astrologie, Medizin und Divination angehören, bilden die Grundlage des Projektes, das sich mit Normierung bei der Überlieferung von Wissen befasst. Die Frage nach der Entstehung früher Wissensgesellschaften im Bereich der Keilschriftkulturen bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung, die sich mit der Normierung bei der Überlieferung von Wissen befasst. Das Interesse gilt den Voraussetzungen zur Errichtung von Wissenskulturen, ihren Trägern und der Vermittlung des Wissens an benachbarte zeitgenössische Gesellschaften. Von besonderer Bedeutung ist die Frage nach der Ausbildung der schriftkundigen Experten, ihren Fragestellungen und Arbeitsweisen und ihrer institutionellen Eingliederung. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von bereits publizierten Schul- und Gelehrtentexten, wobei besonderes Augenmerk auf die Standardisierungen (Aufbau von Listen nach graphischen, phonologischen, lexikalisch-semantischen und inhaltlichen Kriterien; kasuistischer Aufbau der Textsammlungen aus den Gebieten Recht, Medizin und Divination; Kanonisierung der Texte) und die zeitlichen und räumlichen Eigenheiten gelegt wird. Hinsichtlich der Kanonisierung ist auch nach der Aufnahme in den Kanon zu fragen: War es ein automatischer Prozess oder wurde die Zugehörigkeit zum Kanon von einer Autorität bestimmt, die die Auswahl beaufsichtigte? Um Rückschlüsse auf das Machtgefüge zu treffen, ist zu ermitteln, ob und ggf. im Namen welcher Herrscher die zum Kanon zählenden Werke in Auftrag gegeben wurden. Dabei ist es von Bedeutung, an welche Institutionen die Wissensvermittlung gebunden war und ob diese Institutionen in den verschiedenen Zeitperioden oder unter bestimmten Herrschern wechselten.

Das Forschungsprojekt ist ein Teilprojekt des Exzellenzclusters 243 "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Forschungsfeld 2: Die Geschichtlichkeit normativer Ordnungen.

Fachrichtungen

Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt,
Altorientalistik, Hethitologie

Forschungsschwerpunkte

Wissenschaft und Gelehrsamkeit in Mesoptamien, Wissenstransfer in benachbarte Gebiete (Schwerpunkt Hethiterreich); Organisation der hethitischen Wissensbestände; Altorientalische Religion und Mythologie

Biografische Angaben

1988 bis 1995 Studium der Altorientalistik, der Vorderasiatischen Archäologie und der Rechtswissenschaften an der FU Berlin, Studienabschluss Magistra Artium.
2001 Promotion im Fach Altorientalistik (Die Rituale der hethitischen Auguren).
März 1996 bis Februar 1999 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (DFG) an der FU Berlin (Materia Magica et Medica Hethitica).
Dezember 2001 bis November 2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (DFG) an der Universität Leipzig (Hethitische Königssiegel) – verbunden mit zwei mehrwöchigen Forschungsaufenthalten in der Türkei (Bogazkale / Hattusa).
2005, 2006 sowie Aug. 2007 bis Sept. 2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 295 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Hethitische Herrschaftspraxis).
Von Dezember 2008 bis Juni 2009 Freie Mitarbeiterin an der FU Berlin (Wissenschaftsgeschichte im Alten Orient, Teilgebiet Keilschriftkulturen).
Seit 1999 regelmäßig Lehrtätigkeiten (Lehraufträge an der FU Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt und der Georg-August-Universität Göttingen).
Seit August 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenzcluster “Herausbildung normativer Ordnungen“ im Historischen Seminar.
Oktober 2010 bis Juli 2011 Forschungsaufenthalt in Göttingen als Fellow des Lichtenbergkollegs (Hethitische Mythen).

Publikationen
„Notizen zur Materia Magica Hethitica“ (SMEA 40) 1998: 77-82.
V. Haas (unter Mitwirkung von Daliah Bawanypeck - Mauro Giorgieri - Rita Strauß) „Die hurritischen Ritualtermini in hethitischem Kontext“ (ChS I/9) 1998.
(zusammen mit Susanne Görke) „Das Festritual für den Wettergott der Wiese“, in: Thomas Richter - Doris Prechel - Jörg Klinger (Hg.) Kulturgeschichten. Altorientalische Studien für Volkert Haas zum 65. Geburtstag. Saarbrücken 2001
V. Haas (unter Mitwirkung von Daliah Bawanypeck) „Materia Magica et Medica Hethitica: Ein Beitrag zur Heilkunde im Alten Orient“. Berlin 2003 (2 Bände).
Rezensionsartikel „Die Akten des IV. Internationalen Kongresses für Hethitologie. Würzburg, 4.-8. Oktober 1999“, OLZ 98, 2003: 635-640.
„Die Rituale der hethitischen Auguren. Zur Bedeutung ihrer Tätigkeit für das Königshaus und zu den Traditionen ihrer Rituale“, in: Manfred Hutter - Sylvia Hutter-Braunsar (Hg.) Offizielle Religion, lokale Kulte und individuelle Religiosität (AOAT 318) Münster 2004: 31-46.
„Die Rituale der Auguren“ (THeth 25) Heidelberg 2005.
„Arzawäische Ritualpraktiken – Informationen aus Hattusa“, in: Doris Prechel (Hg.) Motivation und Mechanismen des Kulturkontaktes in der Späten Bronzezeit (Eothen 13) Florenz 2005: 1-18.
„Die hethitischen Königssiegel vom Westbau des Nisantepe in Bogazköy-Hattusa“, in: Dirk P. Mielke - Ulf D. Schoop - Jürgen Seeher (Hg.) Strukturierung und Datierung in der hethitischen Archäologie (BYZAS 4) Istanbul 2006: 109-123.
„Bemerkungen zu zwei Siegelabdrücken Suppiluliumas aus dem Nisantepe-Archiv in Bogazköy-Hattusa“, in: Metin Alparslan - Meltem Dogan-Alparslan - Hasan Peler (Hg.) Vita. Fs. Belkis und Ali Dinçol, Istanbul 2007: 63-67.
(zusammen mit Susanne Görke) „Zu den hurritischen Partien der 6. Tafel des Giziya- Rituals“, in: Detlev Groddek - Marina Zorman (Hg.)Tabularia Hethaeorum. Fs. Silvin Košak. Wiesbaden 2007: 59-68.
„Rind. D. In den hethitischen Quellen“, in: RlA 11, 390-392.
„Die Königinnen auf den Siegeln“, in: Alfonso Archi – Rita Francia (Hrsg.), VI Congresso Internazionale di Ittitologia, Roma 5–9 settembre 2005 (SMEA 49/1) Rom: 2007: 49-58.
(zusammen mit Suzanne Herbordt – J. David Hawkins „Die Siegel der Großkönige und Großköniginnen auf Tonbullen aus dem Nisantepe-Archiv in Hattusa.“ (BoHA 23) Darmstadt/Mainz: 2011.

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