Mitarbeiterprofil
Bokohonsi, Sênami Parfait, M.A.
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Kontakt
- Goethe-Universität Frankfurt
Ethnologie
Juridicum 402e
Senckenberganlage 31 (PF 9)
60325 Frankfurt/Main
Tel. (069) 798 - 25390
Projekte und Positionen im Cluster
- Transnationale Genealogien | Forschungsfeld 2
- Internationales Graduiertenprogramm (IGP) des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Forschungsthema
Ahnen, Götter und Geister in der Diaspora: Zu Reproduktionsprozessen der Vodún- Praktiken im transnationalen (Familien-)Kontext
Kurzbeschreibung Forschungsthema
Meine Arbeit ist eine neue Perspektive über die Vodún-Praktiken mit besonderem Blick auf die Diaspora. Zum Ausgangspunkt wird die These aufgeworfen, afrikanische (traditionelle) religiöse Praktiken seien historisch zu untersuchen wie die gesellschaftlichen Phänomene selbst.
Die bisherigen Studien über die Vodùn-Kulte haben der Untersuchung dieser Weltanschauung im transnationalen genealogischen Kontext unzureichende Beachtung geschenkt. Lange Zeit als heidnische Erscheinungen, die sich im Prozess der Modernisierung auflösen sollten bezeichnet, haben sich die Vodùn- Praktiken jedoch als überlebensfähig in der Moderne erwiesen. In diesem Zusammenhang entstanden zahlreiche monographische Versuche, die das theologische Denken der Vodún- Kulte als ein systematisiertes kosmologisches Glaubenssystem auffassen.
Mein Projekt will über die Theologisierung oder akteurbezogenen Perspektiven hinaus jene spezifische Eigenschaften, Kräfte oder Konstellationen untersuchen, die in den transnationalen Familien und Gemeinschaften die Reproduktion der Vodún- Kulte ermöglichen. Er ist eine Untersuchung der performativen Aspekte (Kontinuität und die Diskontinuitäten der Vodún- Praxen) der Kulte und die begleitende Rechtfertigungsnarrative im heutigen Kontext der Globalisierung und globalen Vernetzung unter der Perspektive der transnationalen Akteure. Dabei werden den Akteursstrategien, die (kollektive)Wissensformen und die Typen der Sozialorganisationen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Methodisch werden zunächst die ländergeschichtlich (Haiti, Benin, Deutschland und Frankreich) und gesellschaftlich spezifische Diskurse, die wichtige Veränderungen auf die Vodún aufgewiesen haben analysiert und durch Narrativen aktualisiert. Es wird also der Versuch unternommen, die Generierung (Religionmaking?) der Vodun-kulte und seiner Veränderung (Historisierung?) durch bestimmte Symbole, Ritualen, Erzählungen aber auch Lektüren früherer Studien die Wechselwirkungen zwischen denen und die unterschiedlichen Diskursen zu veranschaulichen. Diese „Genealogie“ wird im zweiten Teil durch eine fokussierte ethnographische Studie über die Praxis von Familienangehörigen und Religionsmitglieder in Deutschland und Frankreich durchgeführt. Besondere Aufmerksamkeit gewinnen die unterschiedlichen Strategien der Verortungen und Abhandlungen der Vodún– Praxen, die als „Religioning“ in transnationalen Familienkontext beobachtet werden. Es werden dabei nicht nur Beschreibungen der gewonnenen Interview- und Videodaten unternommen, sondern auch intensive Datensitzungen organisiert. Schließlich wird den Versuch unternommen, die Wirkungen der Vorstellungen der Akteure auf den globalen Vodún-Diskursen zu untersuchen.
Fachrichtungen
Ethnologie, Soziologie, Technickgeschichte, Interkulturelle Philosophie, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft,
Forschungsschwerpunkte
Religion, Vodùn, Diaspora, Geschichte Haitis und Benins, Organisationen, Wissenssoziologie
Biografische Angaben
Sênami Parfait Bokohonsi, Geboren in Abomey (Benin, Westafrika), Magister der Soziologie/Erziehungswissenschaften 2008 (Technische Universität, Berlin), promoviert in Ethnologie über die "Reproduktionsprozesse der Vodùn-Praktiken im transnationalen Raum am Beispiel Frankreich, Deutschland, Haiti und Benin". Er ist zurzeit Stipendiat und Mitglied der Nachwuchsgruppe "Transnationale Genealogien" unter der Leitung von Stefanie Michels im Cluster "Normative Ordnungen" an der Goethe Universität Frankfurt/Main, Deutschland. Frau Prof. Dr. Susanne Schröter betreut die Arbeit.
Publikationen
- Artikel
- 2011
- Michels, Stefanie; Hamann, Ulrike; Bokohonsi, Sênami Parfait et al. (2011): "Koloniale Beutekunst. Andauerndes Verstecken hinter rechtlichen Konzepten". In: Forum Recht 3/2011: KOLONIALES RECHT UND POSTKOLONIALE PERSPEKTIVE, S. 78-79.
Details
- Michels, Stefanie; Hamann, Ulrike; Bokohonsi, Sênami Parfait et al. (2011): "Koloniale Beutekunst. Andauerndes Verstecken hinter rechtlichen Konzepten". In: Forum Recht 3/2011: KOLONIALES RECHT UND POSTKOLONIALE PERSPEKTIVE, S. 78-79.
- 2010
- Michels, Stefanie; Bokohonsi, Sênami Parfait; Hamann, Ulrike et al. (2010): „‘Not make us plenty trouble!’– Warum hängt der Tangué aus Kamerun im Münchener Völkerkundemuseum?” iz3w - informationszentrum 3. Welt (319) (Nachwuchsgruppe ‘Transnationale Genealogien’), S. 38-40.
Details
- Michels, Stefanie; Bokohonsi, Sênami Parfait; Hamann, Ulrike et al. (2010): „‘Not make us plenty trouble!’– Warum hängt der Tangué aus Kamerun im Münchener Völkerkundemuseum?” iz3w - informationszentrum 3. Welt (319) (Nachwuchsgruppe ‘Transnationale Genealogien’), S. 38-40.
- Buchkapitel
- 2011
- Michels, Stefanie; Bokohonsi, Sênami Parfait; Hamann, Ulrike et al. (2011): "'Plenty trouble' - Que fait le Tangué du Cameroun au musée d'ethnologie de Munich?/'Plenty trouble' – Was macht der Tangué aus Kamerun im Münchener Völkerkundemuseum?" In: Douala et l'Allemagne: une histoire croisée: La famille Manga Bell et l’œuvre d'art colonial pillé/ Duala und Deutschland – verflochtene Geschichte: Die Familie Manga Bell und koloniale Beutekunst. Köln: Schmidt von Schwind Verlag, S. 32-41.
Details
- Michels, Stefanie; Bokohonsi, Sênami Parfait; Hamann, Ulrike et al. (2011): "'Plenty trouble' - Que fait le Tangué du Cameroun au musée d'ethnologie de Munich?/'Plenty trouble' – Was macht der Tangué aus Kamerun im Münchener Völkerkundemuseum?" In: Douala et l'Allemagne: une histoire croisée: La famille Manga Bell et l’œuvre d'art colonial pillé/ Duala und Deutschland – verflochtene Geschichte: Die Familie Manga Bell und koloniale Beutekunst. Köln: Schmidt von Schwind Verlag, S. 32-41.












