Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Intergration, Frankfurt am Main)

25. November 2015, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
Frankfurt ist die Stadt der Vielfalt. In ihr leben Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprachen, Geschichte, Lebenserfahrung, Weltanschauung und sexueller Identität auf engstem Raum. Die Gestaltung dieser Vielfalt erscheint zunächst als eine ungeheure Herausforderung, treffen hier doch  unterschiedlichste Normen und Wertesysteme aufeinander. Zugleich ist Frankfurt geprägt vom Verständnis, gemeinsam in Vielfalt zu leben.
Sicherlich gehört Frankfurt, auch aufgrund seiner Geschichte und seiner Infrastruktur, zu einer der weltoffensten Städte überhaupt. Aber auch hier bedarf die Gestaltung der vorhandenen Vielfalt eines permanenten Aushandlungsprozesses auf verschiedenen Ebenen. Es geht um die Bildung von Identität(en) und es geht um die Frage von Umverteilung und Teilhabe: Innerhalb der Bevölkerung, aber auch innerhalb der Politik und Verwaltung. Vielfalt ist aber nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Gründung eines eigenen Integrationsdezernats und des ihm  zugordneten Amtes für multikulturelle Angelegenheiten sowie die Verabschiedung des Frankfurter Integrations- und Diversitätskonzepts sind Beispiele für Aushandlungsprozesse auf politisch-administrativer Ebene. Sie haben einen Strukturwandel eingeleitet und ein neues Bewusstsein dafür geschaffen, dass Vielfalt gestaltet werden muss und dass diese Gestaltung eine Chance sein kann.

CV
Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg wurde 1965 in Teheran geboren, ist deutsche Kommunalpolitikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 2008 Dezernentin für Integration sowie Mitglied des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main. Als Leiterin des Dezernats XI fallen das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AMKA) und die kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der Stadt Frankfurt am Main (KAV) in ihren Zuständigkeitsbereich.
Dabei tritt sie für eine tolerante und weltoffene Stadt ein, in der Menschen sich mit all ihrer Vielfalt zugehörig und gleichberechtigt fühlen können und an einem friedlichen Miteinander teilhaben. Mit Hochschuldiplomabschluss in Psychologie hat sie sich als Psychotherapeutin mit eigener Praxis niedergelassen. Sie ist Leiterin der Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten (HIWA) beim Deutschen Roten Kreuz, saß von 2001 bis 2008 für die Grünen im Stadtparlament und hatte den Vorsitz des Integrationsausschusses inne.

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Bildergalerie:

  • Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Integration, Frankfurt am Main)
  • Prof. Dr. Susanne Schröter (Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktorin des Instituts für Ethnologie, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums globaler Islam (FFGI))


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