Pressemitteilungen

Frankfurter Forschungsinstitute rufen disziplinenübergreifende Dialogplattform ins Leben.

FRANKFURT. Vier Frankfurter Forschungsinstitute aus unterschiedlichen Disziplinen haben die Internetplattform „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ (www.frankfurter-debatte.de) eröffnet. Ziel des interdisziplinären Blogs ist es, Vertreter*innen verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen zu gesellschaftspolitischen Themen – aktuell zur Corona-Krise – miteinander ins Gespräch zu bringen. Zu den Gründungsinstituten gehören das Cardio Pulmonary Institute, der Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt, das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF) sowie das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE.

„Die Corona-Krise zeigt, dass große gesellschaftliche Herausforderungen den Austausch unterschiedlicher Expert*innen und akademischer Fächer verlangen“, erläutert Mitbegründer Prof. Dr. Uwe Walz, Volkswirt an der Goethe-Universität Frankfurt und stellvertretender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts SAFE, die Motivation. Die Politik müsse derzeit sehr weitreichende Entscheidungen treffen und es sei absolut notwendig, diese Entscheidungen auf einer breiten Grundlage von Expertenwissen fundieren zu können. „In der aktuellen Krisensituation ist die Expertise aus Virologie und Epidemiologie von zentraler Bedeutung“, so Walz. „Ebenso wichtig ist es jedoch, ethische, rechtliche, ökonomische und weitere Prinzipien zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Wir brauchen dringend einen interdisziplinären Austausch zur Coronakrise und zur Angemessenheit der derzeit geltenden Maßnahmen.“

Die neue Plattform lädt Expert*innen aus allen Disziplinen ein, sich an der Debatte mit Beiträgen zu beteiligen, um eine umfassende Betrachtung der aktuellen Lage über Disziplinen hinweg zu ermöglichen. Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ will sich auf einen wissenschaftsorientierten Austausch fokussieren, heißt jedoch auch sachliche und problemorientierte Beiträge von außerhalb der Wissenschaft willkommen.

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Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. www.goethe-universitaet.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

The Federal Ministry of Education and Research (BMBF) has decided to initially fund the new Research Institute Social Cohesion (RISC) for four years.

The Research Institute Social Cohesion is a network of eleven university and research institutes located in ten different German federal states, thus taking into account the regional diversity of the cohesion of society in Germany. More than 100 researchers from different disciplines will jointly develop practically relevant proposals to contribute by means of empirical studies and large-scale comparisons to meeting social challenges of today’s world. They cover aspects such as identities and regional experiences, disparities and solidarity, media and conflict culture, polarisation and populism as well as anti-Semitism and hate crime, and explore these in a European comparison and beyond.
In the one-and-a-half-year preliminary phase of RISC, a foundation concept for the institute has been developed which now comprises an extensive research and transfer programme with more than 70 sub-projects and cross-institute research areas to be realised from 1st June 2020 on.

In addition to the Goethe University Frankfurt, the Technical University of Berlin and the universities of Bielefeld, Bremen, Halle-Wittenberg, Hanover, Constance and Leipzig, the network also includes the Sociological Research Institute Göttingen, the Leibniz Institute for Media Research Hamburg, and the Institute for Democracy and Civil Society Jena.

The multidisciplinary Frankfurt RISC team which is located at the Research Centre “Normative Orders“ of Goethe University and chaired by Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (vice-chairs: Prof. Dr. Daniela Grunow and Prof. Dr. Rainer Forst) seeks to examine how the pluralisation of modern societies influences issues of cohesion and how to shape conflicts in such a way that they stabilise cohesion instead of undermining it. Likewise, the Frankfurt RISC team will reflect on the ambivalences of the concept of “cohesion“.

Relating to the current situation for the cohesion of society in view of the Covid-19 crisis, Nicole Deitelhoff, Professor for International Relations and Theories of Global Order, executive director of the Leibniz Peace Research Institute Frankfurt as well as co-director together with Prof. Rainer Forst of the Research Centre “Normative Orders“, says:
“The Corona pandemic and the measures for combatting it have created challenges which interlink cultural, social, political, economic and legal questions requiring a broad cross-disciplinary analysis and commentation – which is also of special concern for the issues of social cohesion. Even in times of crisis there are alternative ways and decision-making options although the public crisis discourse may often convey the opposite. We need an open dispute and a scientific community who assumes the responsibility to provide optimum support to political decision-making in times of crisis. Here, our network with its diverse multidisciplinary perspective will provide an important contribution to research and transfer of knowledge.

Deitelhoff, who is one of the three co-speakers of the RISC research network continued: “We are very much looking forward to starting work at the Frankfurt sub-institute of the Research Institute Social Cohesion in June this year together with our colleagues at the ten regional locations, and to coordinating the decentralised research network with the central administration office at Goethe University and the administration offices at the Bremen and Leipzig locations.“

Contact:

Pia Siemer
Research Institute Social Cohesion
Public Relations, Tel: +493419737882

Rebecca Caroline Schmidt
Research Institute Social Cohesion
Central administration office and sub-institute Frankfurt/Main at Goethe University
Administrative coordination
Research Centre “Normative Orders“ of Goethe University
Managing Director
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel: +4969-798-31400


Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. www.goethe-universitaet.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Goethe-Universität beteiligt sich gemeinsam mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ federführend am Rahmenprogramm zum Ausstellungsprojekt „Making Crises Visible“

Pressemitteilung

FRANKFURT. Krisen sind allgegenwärtig. Fast täglich erreichen uns beunruhigende Nachrichten aus der Welt, die eine düstere Gegenwart zeigen und auf eine ungewisse Zukunft hindeuten. Seien es soziale und ökonomische Ungleichheiten, die rasante Ausbreitung neuer Technologien, Risiken im Finanzsystem, der Klimawandel, Konflikte oder Kriege. Doch müssen Krisen nicht unbedingt als lähmend und ausweglos erfahren werden, sondern können mitunter als aktivierende Kraft und Umschlagsmoment in einem kreativen Transformationsprozess betrachtet werden.

In dem wissenschaftlich-künstlerischen Projekt „Making Crises Visible“ arbeiteten Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Forschungsverbundes „Krisen einer globalisierten Welt“, des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ und der Goethe-Universität Frankfurt mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main zusammen daran, Ideen für die künstlerische Visualisierung von Forschungsergebnissen zu entwickeln, die sich mit Krisen und Krisendiagnosen befassen. Daraus entstanden ist eine Ausstellung mit „Wissens-Kunst-Objekten“, die vom 12. Februar bis zum 2. Juni 2020 im Senckenberg Museum zu sehen sein und durch ein Rahmenprogramm unterschiedlicher Veranstaltungsformate begleitet wird.

Das vielfältige Rahmenprogramm, welches maßgeblich von der Goethe-Universität – namentlich dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und dem Lehr-Forschungs-Projekt KRISENSTAB – mitgestaltet wurde, wird in den kommenden Monaten wissenschaftliche Vorträge zum Krisenthema, Workshops, Führungen, Podiumsgespräche, Performances, Social Media Walks, Stadtspaziergänge und weitere Formate umfassen.

Bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung findet am Montag, 10. Februar, um 19.30 Uhr im Hörsaal im Arthur-von-Weinberg-Haus der Senckenberg Gesellschaft eine einführende Podiumsdiskussion der Frankfurter Bürger-Universität „Demokratie weiter denken“ zum Thema „Making Crises Visible – Krise der Demokratie“ statt.

Zum Auftakt des Rahmenprogramms spricht Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt und Professor für Politische Theorie und Philosophie, am 12. Februar 2020 um 19.00 Uhr über die „Krise der Demokratie“.

Am Dienstag, 18. Februar, um 19.00 Uhr untersucht der Jurist und Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt Prof. Dr. Klaus Günther den Stellenwert der Digitalisierung und daraus potentiell resultierende Krisen in einem Vortrag mit dem Titel „Vom Zwang zum Algorithmus – Krise des Normvertrauens?“.

Am Mittwoch, den 19. Februar, findet von 12.00 bis 18.00 Uhr der erste einer Reihe von Workshops des Lehr-Forschungs-Projekts KRISENSTAB zum Thema „(Un)Sichtbarkeiten – Visuelle Krisenkommunikation“ statt. Die von Studierenden mitgestaltete Reihe ist eines von mehreren partizipativen Formaten, in denen die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Künstler*innen weiter vertieft wird.

„Making Crises Visible“ ist ein Projekt des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, des Leibniz-Forschungsverbunds „Krisen einer globalisierten Welt“, der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, dem Senckenberg Naturmuseum, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main und weiteren Partnern.

Pressekonferenz am 11. Februar 2020:

Wir möchten auch auf die Pressekonferenz zum Ausstellungsprojekt hinweisen, zu der Sie am Dienstag, den 11. Februar 2020, um 11 Uhr herzlich in das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eingeladen sind (Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main). Als GesprächspartnerInnen stehen Ihnen zur Verfügung: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Leiterin des Programms Wissenschaft und Gesellschaft der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Prof. Klaus Hesse (Hochschule für Gestaltung Offenbach).

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und danken für Ihre Anmeldung per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Termine im Februar 2020 im Überblick:

10. Februar 2020, 19.30 Uhr, Podiumsdiskussion mit Preview
»Making Crises Visible – Krise der Demokratie«
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Hörsaal im Arthur-von-Weinberg-Haus
Robert-Mayer-Straße 2
60325 Frankfurt am Main

11. Februar 2020, 18.00 Uhr
Vernissage der Ausstellung »Making Crises Visible«
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Um Anmeldung bis zum 27. Januar 2020 wird gebeten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

12. Februar 2020, 19.00 Uhr, Vortrag
Krise der Demokratie
Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Forschungsverbunds »Normative Orders« der Goethe-Universität und Professor für Politische Theorie und Philosophie
Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, Hörsaal
Georg-Voigt-Straße 14-16
60325 Frankfurt am Main

18. Februar 2020, 19.00 Uhr, Vortrag
Vom Zwang zum Algorithmus – Krise des Normvertrauens?
Prof. Dr. Klaus Günther, Co-Sprecher des Forschungsverbunds »Normative Orders« der Goethe-Universität und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Hörsaal im Arthur-von-Weinberg-Haus
Robert-Mayer-Straße 2
60325 Frankfurt am Main

19. Februar 2020, 12.00 – 18.00 Uhr, Workshop
Visuelle Krisenkommunikation und (Un)Sichtbarkeitspolitiken
Workshop des Lehr-Forschungsprojekts KRISENSTAB Visuelle Kultur, Institut für Kunstpädagogik der Goethe-Universität
Impuls-Gast: Dr. Peer Illner, Kulturwissenschaftler, Postdoktorand des Forschungsverbunds »Normative Orders« der Goethe-Universität
Dante 9, Ausstellungsraum des Universitätsarchivs Frankfurt
Dantestraße 9
60325 Frankfurt am Main
Die Plätze sind begrenzt; um Anmeldung bis 15. Februar 2020 wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Das Projekt KRISENSTAB ist durch den Förderfonds Lehre der Goethe-Universität gefördert.

19. Februar 2020, 19.00 Uhr, Ausstellung
Making Crises Political
Laufzeit: 20. Februar bis 1. März 2020
Offenes Haus der Kulturen
Mertonstraße 26
60325 Frankfurt am Main
In Kooperation mit Medico International sowie mit freundlicher Unterstützung des Offenen Hauses der Kulturen. Weitere Informationen: www.medico.de / www.offenes-haus-der-kulturen.de

26. Februar 2020, 18.00 Uhr / 19.00 – 19.45 Uhr
Kuratorenführung: »Making Crises Visible« / Performance: Frankfurter Hauptschule: MOTOR
18.00 Uhr: Kuratorenführung mit Felix Kosok, Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main
19.00 Uhr: Performance: Frankfurter Hauptschule: MOTOR
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Eintritt mit »Senckenberg Guten Abend Ticket« ab 17.00 Uhr für 6 €; Karten für die Performance der Frankfurter Hauptschule für 10 €
Anmeldung für Führung und/oder Performance bis 19.02.2020: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Soweit nicht anderweitig angegeben, sind die Veranstaltungen öffentlich und der Eintritt ist frei.

Informationen zu den Terminen im Februar 2020 unter: www.makingcrisesvisible.de / www.uni-frankfurt.de / www.normativeorders.net/makingcrisesvisible

Weitere Informationen zu den Terminen ab März 2020 folgen in Kürze.

Kontakt:
Dr. Annabelle Hornung, Veranstaltungsmanagerin der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel.: 069/798-12442, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität, Tel.: 069/798-31407, anke.harms@normativeorders.net

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat entschieden, das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) für zunächst vier Jahre zu fördern.

FRANKFURT. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat entschieden, das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) für zunächst vier Jahre zu fördern. Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus vielen verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten, die dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Sie decken Aspekte wie Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus, aber auch Antisemitismus und Hasskriminalität ab und erforschen diese im europäischen Vergleich und darüber hinaus.

In der anderthalbjährigen Vorphase des FGZ, in der das Gründungskonzept für das Institut erarbeitet wurde, wurde ein umfangreiches Forschungs- und Transferprogramm mit mehr als 70 Teilprojekten und institutsübergreifenden Arbeitsbereichen entwickelt, die ab dem 1. Juni 2020 realisiert werden.

Neben der Goethe-Universität Frankfurt am Main gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bielefeld, Bremen, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz, Leipzig und das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.

Das interdisziplinär besetzte Frankfurter FGZ-Team, das im Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität angesiedelt ist, geht unter der Leitung von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Stellvertretende Sprecher*innen: Prof. Dr. Daniela Grunow und Prof. Dr. Rainer Forst) der Frage nach, wie die Pluralisierung moderner Gesellschaften auf Fragen des Zusammenhalts einwirkt und wie Konflikte so gestaltet werden können, dass sie demokratischen Zusammenhalt stabilisieren, nicht schwächen. Zugleich werden die Ambivalenzen des Begriffs des „Zusammenhalts“ reflektiert.

Bezogen auf die aktuelle Situation für den gesellschaftlichen Zusammenhalt angesichts der Covid-19-Krise sagt Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen, Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie gemeinsam mit Prof. Rainer Forst Sprecherin des Forschungsverbundes Normative Ordnungen:

„Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Bewältigung haben Herausforderungen geschaffen, in der sich kulturelle, soziale, politische, ökonomische und rechtliche Fragen miteinander verknüpfen, die eine breite, Disziplinen übergreifende Analyse und Kommentierung erfordern – gerade auch für die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es gibt auch in der Krise alternative Wege und Entscheidungsmöglichkeiten, auch wenn der öffentliche Krisendiskurs häufig das Gegenteil vermittelt. Dafür braucht es offene Auseinandersetzungen und die Wahrnehmung der Verantwortung der Wissenschaft, die Entscheidungen der Politik in Krisenzeiten bestmöglich zu begleiten. Dazu wird unser Verbund mit seiner vielgestaltigen interdisziplinären Perspektive einen wichtigen Beitrag in der Forschung und im Wissenstransfer leisten.“

Weiter sagte Deitelhoff, die eine der drei Sprecher*innen des FGZ-Forschungsverbunds ist: „Wir freuen uns sehr darauf, im Juni diesen Jahres nun die Arbeit des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt hier im Frankfurter Teilinstitut gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen an den zehn regional verteilten Standorten aufzunehmen und darauf, den dezentralen Forschungsverbund mit der allgemeinen Geschäftsstelle an der Goethe-Universität und den Geschäftsstellen an den Standorten Bremen und Leipzig zu koordinieren.“

Kontakt:
Pia Siemer
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Öffentlichkeitsarbeit, Tel: +49-3419737882

Rebecca Caroline Schmidt
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Allgemeine Geschäftsstelle und Teilinstitut Frankfurt am Main an der Goethe Universität
Administrative Koordination
Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität
Geschäftsführerin
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Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. www.goethe-universitaet.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Sozialphilosoph Martin Saar spricht am 11. Februar in der „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität

Pressemitteilung

FRANKFURT. „Zukunft_Aber wie?“ Unter diesem Motto steht die aktuelle Ausgabe der partizipativen Redenreihe „Denkraum“ des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität. Auch dieses Mal gehören Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes zu den Vortragenden. Gleich zum Auftakt der Gesamtreihe sprach die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff. Am 11. Februar geht nun der Sozialphilosoph Martin Saar der Frage nach „Demokratie_Was wird aus der Krise des Politischen?“. Die Veranstaltung im Chagallsaal des Schauspielhauses beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

Erosionen von Rechtsstaatlichkeit und liberalen Institutionen, die populistische Herausforderung des repräsentativen Systems, ein neuer Autoritarismus und verschärfte geopolitische Verwerfungen scheinen es unmöglich zu machen, dass Politik, wie wir sie in den liberalen Nachkriegsdemokratien kennen, eine Zukunft hat. Aber was kommt danach? Ein neuer Modus von Steuerung, von Partizipation, von Kontrolle, von Zusammenleben? Und wer wird dieses System bauen, und wer wird es einfordern? Diese Fragen sollen im Zentrum des Abends stehen.

Martin Saar ist Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbundes „Normative Ordnungen“. Seine Arbeitsschwerpunkte beziehen sich auf die politische Ideengeschichte der frühen Neuzeit, die Kritische Theorie und die neuere französische Philosophie, auf Fragen nach der Macht, der Geschichte und dem Subjekt. Seit einigen Jahren interessiert er sich für nicht-identitäre demokratietheoretische Positionen, die kritisch gegenüber der Kategorie des Volkes sind. Er veröffentlichte u.a. die Analysen „Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault“ und „Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza“.

Der Denkraum ist eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Schauspiel Frankfurt, die seit 2018 in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität stattfindet. Nach jedem Impulsvortrag der Reihe erhalten die Zuhörer die Möglichkeit, in kleinen Tischgesprächen zu jeweils rund zehn Personen die dargelegten Thesen und Analysen zu diskutieren und Fragen an den Redner oder die Rednerin zu formulieren. Der jeweilige Moderator des Abends sammelt diese Eindrücke ein und konfrontiert den eingeladenen Spezialisten mit den Fragen des Publikums. Ein weiterer Redner aus den Reihen des Forschungsverbundes Normative Ordnungen ist Axel Honneth, Professor for the Humanities an der Columbia University in New York. Zu den Vortragenden der Reihe gehörte auch Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen.

Die anstehenden Termine im Überblick:

11. Februar 2020
Martin Saar: Demokratie_Was wird aus der Krise des Politischen?

10. März 2020
Susanne Wiest: Arbeit_Was wird aus der Wettbewerbsgesellschaft?

26. Mai 2020
Sophie Passmann: Gleichheit_Werden wir in Teilhabe leben?

2. Juni 2020
Axel Honneth: Anerkennung_Was wird aus unserem Recht auf soziale Freiheit?

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Neue Mainzer Str. 17, 60311 Frankfurt am Main
Jeweils 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro / erm. 8 Euro; www.schauspielfrankfurt.de

Detailliertes Programm:
https://www.normativeorders.net/denkraum

Informationen:
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds, 069/798-31407, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net


Aktuelles

Rainer Forst zu Corresponding Fellow der British Academy gewählt

Wie die British Academy am 24. Juli bekannt gab, wurde Prof. Rainer Forst als Corresponding Fellow aufgenommen. Jährlich wählt die British Academy herausragende Gelehrte und Wissenschaftler*innen, die sich auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften international verdient gemacht haben zu Corresponding Fellows. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

8. September 2020, 19.30 Uhr

DenkArt „Der normalisierte Ausnahmezustand“: Prof. Wilhelm Heitmeyer: „Autoritäre Bedrohungen oder liberale Demokratie?“ – Die offene Gesellschaft im Ausnahmezustand. Mehr...

10. September 2020, 12.30 Uhr

Online Book lɔ:ntʃ: Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg: Autoritarismus - Verfassungstheoretische Perspektiven (Suhrkamp 2020). Mehr...

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Neueste Medien

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... mit Franziska Fay

Normative Orders Insights

... mit Rainer Forst

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...