Verantwortung, Führung, Zurückhaltung. Deutschlands außenpolitische Rolle im Wandel

Stephan Steinlein (Staatssekretär des Auswärtigen Amts) im Gespräch mit Prof. Gunther Hellmann (Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen westeuropäischer Staaten an der Goethe-Universität und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen")

Moderation: Dr. Thomas Biebricher

16. Oktober 2014, 19 Uhr

 

Historisches Museum
Fahrtor 2, Römerberg
Frankfurt am Main

 

Eintritt frei

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Frankfurt am Main

 

 

 


 

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Artikel:
XVII. Frankfurter Stadtgespräch: "Verantwortung, Führung und Zurückhaltung"

Die aktuellen Debatten über das Selbstverständnis Deutschlands als außenpolitischer Akteur im internationalen Staatengefüge werfen einige Fragen auf: Kann und soll Deutschland international „mehr Verantwortung“ übernehmen? Was genau bedeutet das? Und wenn ja, wie könnte bzw. sollte eine solche Verantwortung ausgestaltet werden? Gerade mit Blick auf die gegenwärtigen Krisen im Nahen und Mittleren Osten, in der Ukraine sowie in Nord- und Westafrika drängt die Frage, wie „verantwortungsvolle Außenpolitik“ praktisch und normativ auszugestalten ist, in den Mittelpunkt öffentlicher Auseinandersetzungen. Über diese Themen diskutieren im XVII. Frankfurter Stadtgespräch Stephan Steinlein, Staatssekretär des Auswärtigen Amts und Gunther Hellmann, Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen westeuropäischer Staaten an der Goethe-Universität und Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Stephan Steinlein absolvierte ein Theologiestudium am Sprachenkonvikt einer theologischen Hochschule in Ostberlin. Im Anschluss an Vikariat und Postgraduiertenstudium wurde er im Jahr 1990 letzter Botschafter der DDR in Paris. Nach der deutschen Wiedervereinigung trat Steinlein 1991 in den Auswärtigen Dienst ein. Dort arbeitete er unter anderem als Pressereferent an der Deutschen Botschaft in Warschau und als Sprecher des Auswärtigen Amts. Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde Steinlein zunächst Sprecher und dann Büroleiter des Chefs des Bundeskanzleramts, Dr. Frank-Walter Steinmeier (1999 – 2005). Während der darauf folgenden ersten Amtszeit von Außenminister Steinmeier leitete Steinlein das Ministerbüro im Auswärtigen Amt. Von 2009 bis 2013 leitete er das Büro des Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. Seit Januar 2014 ist Stephan Steinlein Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Gunther Hellmann ist Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Feld der Theorien internationaler Beziehungen, internationaler Sicherheit sowie der Außenpolitik Deutschlands und der Europäischen Union. Gegenwärtig beschäftigt er sich vor allem mit der Theoretisierung der Herausbildung und Veränderung von Außenpolitik als einer historisch gewachsenen Praxis des Politischen.
Deutsche Außenpolitik, die in den letzten zwei Jahrzehnten in zahlreichen Aufsätzen, einem Lehrbuch sowie einem Handbuch im Zentrum seiner Forschungen stand, ist in diesem Kontext sowohl theoretisch wie auch historisch von besonderem Interesse, weil (macht)politische Sozialisierungsprozesse sowohl die außenpolitisch Handelnden „in Berlin“ (und andernorts) wie auch ihr sich wandelndes Handlungsumfeld in den Blick rücken.

altThomas Biebricher wurde 2003 mit einer Arbeit über Jürgen Habermas und Michel Foucault promoviert. Von 2003 bis 2009 war er als DAAD Visiting Assistant Professor an der University of Florida in Gainesville tätig. 2009 bis 2012 betreute er eine Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema Variationen des Neoliberalismus am Frankfurter Exzellenzcluster. Seitdem hat er verschiedene Vertretungsprofessuren am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften innegehabt. 2012 erschien von ihm im Junius-Verlag Hamburg 'Neoliberalismus zur Einführung'.

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