Veranstaltungen

Internationale Tagung

Donnerstag, 22. April 2021, ab 13 Uhr

„Unsere Welt ist unendlich groß geworden und in jedem Winkel reicher an Geschenken und Gefahren als die griechische, aber dieser Reichtum hebt den tragenden und positiven Sinn ihres Lebens auf: die Totalität.“
Mit diesem Satz formuliert Georg Lukács in seiner Theorie des Romans eine Erfahrung die nicht zuletzt durch den Kriegsausbruch 1914 ausgelöst wird. Gegen die „kriegsbejahende Stellungnahme der Sozialdemokratie“ und vieler Intellektueller seiner Zeit nahm der ungarische Philosoph dieses verheerende Ereignis und seine weit verbreitete Akklamation zum Anlass, eine doppelte Kritik, sowohl ästhetisch als auch sozial, zu entwickeln, die dem Lebensbegriff eine zentrale Rolle beimisst und gleichzeitig versucht, die Gefahren seiner Hypostasierung zu vermeiden. Diese Perspektive wurde in der Kritik der kapitalistischen Verdinglichung, die er einige Jahre später in Geschichte und Klassenbewußtsein vorstellte, weiterverfolgt und modifiziert. Dieses Buch, dessen Bedeutung für die Kritische Theorie nicht überbewertet werden kann, wurde wiederum oft als problematisch angesehen, weil es auf totalisierende Vorstellungen von menschlichem Leben und Geschichte angewiesen sei. Genau hier liegt jedoch das Interesse an einem solchen Werk für uns heute. In einer Zeit, in der die ethische Kritik des Kapitalismus, seine ontologischen Grundlagen und die problematischen Beziehungen zwischen Leben und Form wieder im Mittelpunkt der Debatten der Kritischen Theorie stehen, kann sich eine Neubewertung von Lukács’ Werk als bereichernd für diese intellektuelle Tradition erweisen.

Mit: Csaba Olay (Eötvös Loránd University Budapest), Timothy Bewes (Brown University), Eva Geulen (HU Berlin), Patrick Eiden-Offe (University of Illinois Chicago), Arthur Bueno (Goethe University Frankfurt), Alberto Toscano (Goldsmiths, University of London), Konstantinos Kavoulakos (University of Thessaloniki).

Zoom-Event / Bitte anmelden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Organisiert von Arthur Bueno (Frankfurt) & Simon Gurisch (Frankfurt)

Programm:

Thursday, April 22nd, 2021

1:00 – 1:15:
Introduction

1:15 – 1:45:
Csaba Olay (Eötvös Loránd University Budapest):
Lukács’ Early Conception of Reification in the Light of Recent Interpretations

1:45 – 2:15:
Timothy Bewes (Brown University):
Notes for a Hypothetical Theory of the Novel

2:15 – 2:30:
Eva Geulen (HU Berlin) (comment)

2:30 – 3:00:
Discussion

(30 min break)

3:30 – 4:00:
Patrick Eiden-Offe (University of Illinois Chicago):
Revolution as a Way of Life: On the Experiment of Writing Lukács' Life

4:00 – 4:30:
Arthur Bueno (Goethe University Frankfurt):
The Experience of the Crisis: Reification and Emancipation as Life-Processes

4:30 – 5:00:
Discussion

(30 min break)

5:30 – 6:00:
Alberto Toscano (Goldsmiths, University of London):
Life, Tragedy & Justice

6:00 – 6:30:
Konstantinos Kavoulakos (University of Thessaloniki):
Georg Lukács' Early Critique of Everyday Life and his Theory of Reification

6:30 – 7:00:
Discussion


Veranstalter:
Lehrstuhl für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Politische Philosophie und Rechtsphilosophie und Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität

Vortragsreihe im Sommersemester 2021

Unwahrheiten in der Politik haben eine neue Prominenz erhalten. So lautet jedenfalls die These vieler Gegenwartsdiagnosen, die ein postfaktisches Zeitalter, die Rückkehr der Ideologien, oder den Aufschwung von Verschwörungstheorien feststellen. In der Vortragsreihe werden diese Diagnosen, die ihnen zugrundliegenden Phänomene und die verwendeten Begriffe kritisch diskutiert. Welche Konzepte helfen uns, trennscharf zu erfassen, welche Art der politischen Falschheiten heute wirksam sind? Was ist neu an der gegenwärtigen Art und Weise, Politik mit Unwahrheiten zu machen? Und wie sollten wir damit umgehen?

Organisation: Dr. Frieder Vogelmann (Vertretungsprofessor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologische Theorie und Theoriegeschichte am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Alle Vorträge finden, sofern nicht anders angegeben, von 18-20 Uhr online statt. Den Link erhalten Sie nach einer Anmeldung unter https://t1p.de/falschheiten jeweils am Tag des Vortrags

QR zur Anmeldung:

 

 

Programm:

Mittwoch, 2. Juni 2021, 18.00 Uhr
Ideologie und Wahrheit
Dr. Christian Schmidt (Humboldt-Universität zu Berlin)

Mittwoch, 9. Juni 2021, 18.00 Uhr
Was tun mit der Erkenntnis? Wahrheit und Wissenschaft in der gegenwärtigen Politik
Dr. Javier Burdman (Université de Strasbourg)

Mittwoch, 16. Juni 2021, 18.00 Uhr
Post-Truth und Postfaktizität: Anmerkungen zu einer politischen Theorie der Wahrheit
Dr. Sergej Seitz (Universität Innsbruck) & Dr. Gerald Posselt (Universität Wien)

Mittwoch, 23. Juni 2021, 20.00 Uhr
To Deny, Downplay, or Disinform about COVID-19: Studying the Workings and Breakdowns of the Fact-Value Dichotomy
Dr. Carmen Dege (Van Leer Jerusalem Institute)

Mittwoch, 7. Juli 2021, 18.00 Uhr
Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit
Prof. Nicola Gess (Universität Basel)

Mittwoch, 14. Juli 2021, 18.00 Uhr
Verschwörungstheorie, Verschwörungsmythos, Verschwörungsideologie? Für eine präzisere Analytik der Desinformation
Dr. Eva Marlene Hausteiner (Universität Greifswald)

 

Veranstalter:
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Postdoctoral Dialogue Series "Norms, Plurality and Critique"

The crisis of democracy we face today triggers many questions about the very concept of democracy as well as its interaction with other political ideals.
Some of those who embody this crisis claim to speak in the name of the people and contradict, at the same time, the most basic democratic institutions of Constitutional states. That pushes us to look at one highly contested issue, which is the relation between democracy and the rule of law ideal. Are they based on contradictory principles, and united, paradoxically, in Constitutional Democracies - as Habermas has pointed it out? Are they completely independent one from another - as some other scholars believe? Does it make sense to talk about a democratic rule of law ideal?
The Lecture Series on Rule of Law and Democracy attempts to address this issue from a multidisciplinary perspective. History, Philosophy of Law and Political Philosophy are here brought together to enrich and shed different lights on this old debate that revives once again.

Online via Zoom. Please register in advance: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Organized by Dr. María Emilia Barreyro (Postdoctoral Fellow at Normative Orders), Dr. Sofie Møller (Postdoctoral Fellow at Normative Orders) and Carlos Gálvez-Bermúdez (PhD student at Normative Orders)

Programm:

Friday, March 19th, 17.15 h CET
Crisis of democracy: Rule of law and Rule by law
Prof. Klaus Günther (Goethe University, Normative Orders)
Commentators Prof Michael Wilkinson (London School of Economics) and Dr María Emilia Barreyro (Goethe University, Normative Orders)

Video:

 

Friday, March 26th, 17.15 h CET
Constitutivism and the Rule of Law
Prof. Herlinde Pauer-Studer (Universität Wien)
Commentators Prof George Pavlakos (University of Glasgow) and Carlos Gálvez Bermúdez (Goethe University, Normative Orders)

Video:

 

Friday, April 9th, 17.15 h CET
The Democratic Case for Judicial Review: A Participatory interpretation of the internal relation between the Rule of Law and Democracy
Prof. Cristina Lafont (Northwestern University)
Commentators Prof Richard Bellamy (University College London) and Dr Sofie Møller (Goethe University, Normative Orders)

Video:

 


Presented by
Research Centre Normative Orders of Goethe University

DenkArt "Solidarität_Aber wie?"

Dienstag, 9. März 2021, 19.30 Uhr

Kübra Gümüşay (Autorin und Publizistin)
Moderation: Prof. Joachim Valentin, Direktor der katholischen Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom Frankfurt

Kübra Gümüşay (*1988) ist eine der einflussreichsten Journalistinnen  und  politischen  Aktivistinnen  unseres  Landes.  Sie  studierte  Politikwissenschaften  in  Hamburg  und  an  der  London  School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog „Ein Fremdwörterbuch“ für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin der tageszeitung und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Die von ihr mitbegründete Kampagne #ausnahmslos wurde 2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet. Nach Jahren in Oxford lebt sie mit ihrem Mann und  ihrem  Sohn  wieder  in  Hamburg.  In  ihrem  aktuellen  Buch  „Sprache und Sein“ (2020) reflektiert sie vor dem konkreten Hintergrund ihrer Biographie wie Sprache Denken prägt und Politik bestimmt.

Übertragung ausschließlich via Livestream: Hier...

Podcast:

 

Weitere Informationen zum Programm der Reihe: Hier...

 

Veranstalter:
Katholische Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V.. Unterstützt wird die Reihe durch die Sebastian-Cobler-Stiftung für Bürgerrechte.

Workshop at Goethe-University Frankfurt

February 25th/26th, online via Zoom

Who is Medea? Feminist, mother; stranger, murderer, victim, displaced, driven, knowing (as her name says) or desperate (as her deeds tell), "witch", "fury"... How is her violent strike to be understood - as revenge, as rescue, as liberation...? What does the violence she exerts say about the violence she is exposed to? What understanding of femininity does she represent and what significance does she place on the (destruction or even preservation of the) family? What role does it play for her story and her actions that she does not belong to the world in which she lives, that she is a stranger who has no home? In what way is Medea a political figure?
Through these many ambivalences this figure contains, it has inspired the most diverse interpretations, appropriations and transformations. In philosophy, on the other hand, she has repeatedly been overshadowed by another great female figure of ancient tragedy: Antigone. In this way, however, a specific form of female liberation and a specific reference to the family, which distinguishes Medea from Antigone, are getting lost. Quoting Slavoj Zizek: „So it’s time to reassert Medea against Antigone: Medea or Antigone, that's the ultimate choice today. In other words, how are we to fight power? Through the fidelity to the old organic Mores threatened by Power, or by out-violencing Power itself? Two versions of femininity: Antigone can still be read as standing for the particular family roots against the universality of the public space of State Power; Medea, on the contrary, out-universalizes universal Power itself.” (https://www.lacan.com/zizek-love.htm)
With this workshop, we aim to place Medea at the center of an interdisciplinary dialogue. On the basis of the themes that become visible in and through the different versions of the Medea figure we want to ask: How is (female) liberation possible?

Organizers: Jonas Heller (Philosophy, Goethe-University Frankfurt, Normative Orders) and Marina Martinez Mateo (Philosophy, Goethe-University Frankfurt, Normative Orders)

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It is intended that the lectures will not be presented, but circulated in advance. At the workshop itself, there will be brief comments from the other panel participants.

Program (pdf): Here...

Program

February 25th 2021

3:15-3:30 pm
Introduction
Jonas Heller & Marina Martinez Mateo (Philosophy, Goethe-University Frankfurt, Normative Orders)

3:30-5:30 pm
Foreignness and Racism

Medea, the refugee
Demetra Kasimis (Political Science, University of Chicago)

Mythical Enjambment in The Hungry Woman: Nation, Desire, and Cherríe Moraga's Utopic Turn
Michelle Martin-Baron (LGBT Studies, Hobart and William Smith Colleges)

6:00-7:00 pm
Ambivalent Motherhood

Ambivalences of family and love. Reflections with Hegel, Antigone, and Medea
Marina Martinez Mateo (Philosophy, Goethe-University Frankfurt, Normative Orders)

February 26th 2021

2:00-4:00 pm
Affect and Subjectivity

The Dynamics of Emotion in Euripides’ Medea
Douglas Cairns (Classics, University of Edinburgh)

The Irony of Unreason. Medea after Euripides, Ovid, and Davidson
Dirk Setton (Philosophy, Freie Universität Berlin)

4:30-6:30 pm
Violence and Liberation

Good Girls Go to Heaven, Bad Girls Go Everywhere: Medea, Mistress of Violence
Katharina Wesselmann (Classics, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Violating Order. Medea and Marriage
Jonas Heller (Philosophy, Goethe-University Frankfurt, Normative Orders)

6:30-7:00 pm
Final Discussion

 

Presented by:
Institute of Philosophy Goethe University an Research Centre Normative Orders

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Aktuelles

„Normative Ordnungen“, herausgegeben von Rainer Forst und Klaus Günther, erscheint am 17. April 2021 im Suhrkamp Verlag

Am 17. April 2021 erscheint der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

Wir trauern um Michael Stolleis (1941-2021)

Der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main trauert um Michael Stolleis, der nach kurzer, schwerer Krankheit am 18.03.2021 in Frankfurt verstorben ist. Er war seit 1975 Professor für Öffentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft, dem er auch nach seiner Berufung in das Amt des Direktors am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte im Jahre 1991 in Forschung und Lehre eng verbunden blieb. Mehr...

Nächste Termine

15. April 2021, 12 Uhr

Frankfurter Kolloquium für Internetforschung X: Kate Klonick (St. John's University Law School): The Facebook Oversight Board: The First Year. Mehr...

22. April 2021, 13 Uhr

Internationale Tagung: Selbsttransformierendes Leben? Lukács und die Kritik des Kapitalismus. Mehr...

22. April 2021, 18.00 Uhr

Digital Lecture Series "Algorithms - Between Trust and Control": Prof. Burkhart Schäfer (University of Edinburgh): Never apologise, never explain: (How) can AI rebuild trust after conflicts? More...

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The Democratic Case for Judicial Review: A Participatory interpretation of the internal relation between the Rule of Law and Democracy

Prof. Cristina Lafont (Northwestern University)
Commentators: Prof. Richard Bellamy (University College London) and Dr. Sofie Møller (Normative Orders)
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Solidarität_Wie ist Teilhabe für alle möglich?

Kübra Gümüşay (Autorin und Publizistin)
Moderation: Prof. Joachim Valentin (Haus am Dom Frankfurt)
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Darrel Moellendorf (2020):

Hope and reasons. Normative Orders Working Paper 02/2020. Mehr...

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Sciences and normative orders: perspectives from the earliest sciences. Normative Orders Working Paper 01/2021. Mehr...