Forschung aktuell
„Der Fehler, die falschen Eltern gewählt zu haben“ – Joseph Stiglitz über Ungleichheit in den USA
Von Michael Schedelik
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz sprach mit Matthias Schündeln vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 12. Oktober 2012 in der Deutschen Nationalbibliothek über sein neuestes Buch „Der Preis der Ungleichheit. Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht“ (Siedler 2012). Er behandelt darin das Ausmaß, die Gründe und Auswirkungen einer dramatisch gestiegenen sozialen und ökonomischen Ungleichheit in den Vereinigten Staaten und bietet darüber hinaus Lösungsvorschläge für eine dauerhafte Reform der Gesellschaft an.
Was kann der Film?
Ein Rückblick: Das 7. Frankfurter Stadtgespräch fragt nach der diagnostischen und normativen Kraft des aktuellen Kinos
Von Jonathan Klein
Am 8. Dezember 2011 fand im Frankfurter Kunstverein das bereits 7. Frankfurter Stadtgespräch statt. Wie alle vorherigen stieß auch diese – sich der Frage „Was kann der Film?“ zuwendende – Veranstaltung auf große Resonanz.
Neben Moderator Peter Siller (Scientific Manager des Exzellenzclusters Die Herausbildung normativer Ordnungen) saßen mit Martin Seel (Professor für theoretische Philosophie an der Goethe-Universität, der sich viel mit der Theorie der Künste, insbesondere der Fotografie und des Films beschäftigt) und Sebastian Schipper (Schauspieler und Regisseur von u. a. Absolute Giganten) zwei ausgewiesene Experten und prominente Vertreter aus jeweils Theorie und Praxis auf dem Podium. Im Besonderen ging es in dem Gespräch um die Frage, ob und auf welche Weise gegenwärtige Filme dazu in der Lage sind, gesellschaftliche Krisenphänomene – etwa in den Bereichen Ökonomie, Ökologie oder Terrorismus – zu diagnostizieren.
Wachstum ohne Ende?
Ein Rückblick: Das 6. Frankfurter Stadtgespräch hinterfragte die Normativität des ungebremsten Wachstums
Von Jonathan Klein
Wirtschaftswachstum scheint nach wie vor eine zentrale Zielvorgabe von Politik und Gesellschaft zu sein: Eine boomende Konjunktur verspricht mehr Steuereinnahmen für hochverschuldete Staatskassen sowie Wohlstand und Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Doch im Angesicht solch gewaltiger Probleme wie dem Klimawandel, dem fortschreitenden Verbrauch endlicher Ressourcen, wachsender ökonomischer Ungleichheiten sowie der fortdauernden Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es Anlass genug, diese vermeintlich selbstverständliche, zentrale Zielvorgabe der Politik und Wirtschaft erneut zu hinterfragen. Wollen wir eigentlich ein „Wachstum ohne Ende?“ Und halten Gesellschaften und unser Planet das aus?
Wohin mit dem Protest?
Ein Rückblick: Im 5. Stadtgespräch wurde über direkte Demokratie diskutiert
Maya Hatsukano, Michael Schedelik
Am 5. Mai fand im Frankfurter Kunstverein das Stadtgespräch „Wohin mit dem Protest? Von der Zukunft unserer Demokratie" statt. Die Gesprächspartner waren Dr. Erhard Eppler, Bundesminister a.D. und Prof. Peter Niesen, der in Darmstadt eine Professur für Politische Theorie innehat. Auch das 5. Stadtgespräch fand regen Zulauf und die Zuschauerinnen und Zuschauer diskutierten nach der Podiumsrunde kontrovers. Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen", moderierte und führte in bewährter Art durch den Abend.
Gehen Gerechtigkeit und Frieden immer Hand in Hand?
Frankfurter Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" lud zur dritten Jahreskonferenz
Achim Vesper
Im Rahmen seiner internationalen Jahreskonferenz vom 18. bis 20. November 2010 beschäftigte sich der Exzellenzcluster mit der Verbindung von Gerechtigkeit und Frieden als Zielen politischen Handelns. Mit Blick sowohl auf aktuelle politische Theorie und Praxis als auch auf Ideengeschichte und historische Ereignisse untersuchten Wissenschaftler des Clusters wie internationale Gäste, ob Gerechtigkeit und Frieden einander gegenseitig stützen oder auch miteinander konkurrieren.
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Klima und Armut nicht vergessen
Die „Stadtgespräch“-Premiere behandelte die Finanzkrise
Bernd Frye
„Wer Finanzgeschäfte macht, muss auch Verantwortung übernehmen. Von einem Busfahrer erwartet man das auch.“ Prof. Reinhard Schmidt überzeugte an diesem Abend mit griffigen Zuspitzungen und abwägenden Analysen. Der Professor für Internationales Bank- und Finanzwesen war einer der zwei Diskutanten im Café des Frankfurter Kunstvereins, das bis auf den letzten Platz gefüllt war; nicht wenige Zuschauer mussten mit eilig herbeigeholten Stühlen im Eingangbereich vorlieb nehmen. Der große Andrang mag zu einem Teil der politischen Prominenz des zweiten Diskutanten geschuldet sein.
„Sicherheit ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt“
Ursula Stark Urrestarazu (GTZ)
Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beleuchten die Verbindungen zwischen „menschlicher Sicherheit“ und den Millennium-Entwicklungszielen der UNO.
Die potentiellen Verbindungslinien zwischen dem Konzept der „menschlichen Sicherheit“ und den von der UNO für 2015 anvisierten „Millennium Development Goals“ (MDGs) standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der GTZ und des Exzellenzclusters, die am 6. Juli 2009 unter dem Motto „Sicherheit ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt“ in Frankfurt am Main stattfand.
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US-Präsidenten im Pilotenlook
Konferenz des Exzellenzclusters ‚Normative Ordnungen‘ analysierte Rechtfertigungsnarrative
Bernd Frye
Man konnte gespannt sein: Auf dem Programm der zweiten internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘ am 13. und 14. November stand nichts weniger als einer der zentralen Begriffe des Forschungsverbundes: die ‚Rechtfertigungsnarrative‘. Wie der Co-Sprecher des Clusters, der Philosoph und Politikwissenschaftler Prof. Rainer Forst, zur Eröffnung der Konferenz ausführte, definiert das Forschungsprogramm des Clusters normative Ordnungen als ‚Rechtfertigungsordnungen‘, und der theoretisch nicht minder innovative Begriff der ‚Rechtfertigungsnarrative‘ steht für die als Erzählungen strukturierten, historisch sedimentierten Begründungen, die sich zu Legitimationen sozialer Strukturen und Institutionen verdichten.
Cluster präsentiert Forschungsprogramm
Eva Buddeberg
Mit einer internationalen Fachkonferenz stellte der neue Frankfurter Exzellenzcluster erstmals sein interdisziplinäres Forschungsprogramm einer größeren Öffentlichkeit vor.
Die Herausbildung normativer Ordnungen ist das Leitthema des in den Geistes- und Sozial-wissenschaften angesiedelten Frankfurter Exzellenzclusters, und unter diesem Titel fand am 14. und 15. November 2008 die international besetzte Tagung im Frankfurter Maritim-Hotel statt, mit der der Cluster zum ersten Mal Forschungsfelder übergreifend und mit größerer öffentlicher Beteiligung über die ihn leitenden Begrifflichkeiten diskutierte. Entsprechend der Einteilung des Clusters in vier Forschungsfelder war die Tagung in vier Panels gegliedert und durch ein fünftes Panel ergänzt, in dem die interdisziplinäre Diskussion explizit im Zentrum stand.