Workshop "Demokratie als Lebensform? Stil und Ästhetik als Schlüsselbegriffe der politischen Theorie"

Prof. Till van Rahden, Inhaber des Canada Research Chair in German and European Studies an der Université de Montréal und derzeit Fellow des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, bietet am 21. Mai 2015 einen Workshop für Promovierende und Postdocs zum Thema "Demokratie als Lebensform? Stil und Ästhetik als Schlüsselbegriffe der politischen Theorie an". Im Workshop wird von der  Annahme ausgegangen, dass "wir alle" jetzt Demokraten sind. Und doch werden in wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten Zweifel lauter, ob die Demokratie auch in Zukunft überleben kann.

Gegenwärtig beherrschen die Sozialwissenschaften die demokratietheoretischen Debatten. Die Geistes- und Kulturwissenschaften dagegen haben bisher wenig zu der Frage beigetragen, wie wir die gefährdete und unwahrscheinliche Natur der Demokratie in Vergangenheit und Gegenwart verstehen können. Vor diesem Hintergrund möchte Prof. van Rahden die Rolle der Geistes- und Kulturwissenschaften in akademischen Debatten über die Bedeutung, die Fragilität und die Unwahrscheinlichkeit von Demokratie als Lebensform stärken. Das Interesse gilt dabei nicht der Bedeutung des Inhalts (etwa die demokratischen Ideen in öffentlichen Kontroversen), sondern der Bedeutung der Form. So lädt der Workshop zum Gespräch über die Bedeutung von Ästhetik, Stil und Umgangsformen für die Demokratie ein. Ein solcher Perspektivenwechsel reagiert auf den Vorbehalt, die Betonung demokratischer Formen, Stile und ästhetischer Repräsentationen lenke von wichtigeren Fragen über die Substanz von Demokratie und demokratischen Verfahren ab. Zu den Schlüsselfragen eines solchen Bestrebens gehören: Wenn eine spezifische Kultur eine wesentliche, obgleich schwer fassbare Grundlage für demokratische Verfassungen bildet, ist es dann möglich zu bestimmen, welche Formen und Stile es sind, welche die Demokratie als Lebensform fördern, erhalten und beleben?

Als Beispiele werden herangezogen:
Fallstudie A  Musik: Pop, Punk etc.
Fallstudie B  Film
Fallstudie C  Architektur: Der Campus Westend

Grundlage der Diskussion bilden u. a. bekannte Texte von Alexis de Tocqueville, Sidney Hook, Jacques Rancière sowie neuere Diskussionsbeiträge von Jason Frank, Sam Girgus, Jennifer Greiman und Grace Hale.

Der Workshop ist eine Kooperation zwischen dem Canada Research Chair for German and European Studies, Université de Montréal und dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" der Goethe Universität Frankfurt am Main.

 

 

 

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