Mittwoch, 18. Januar 2012, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Axel Honneth

Die Normativität der Sittlichkeit Institutionelle Grundlagen von Autonomie

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Zum Vortrag

In meinem Vortrag möchte ich im Anschluss an Hegel die Bindungskraft von (moralischen) Normen aus dem Umstand erklären, dass sie als jeweils bereits institutionalisierte Handlungsregeln das sind, was uns überhaupt erst zu selbstbewussten Akteuren in sozialen Interaktionen werden lässt; insofern geht der moralischen Autonomie des Einzelnen
die „Sittichkeit“ gesellschaftlich eingeübter und bewährter Praktiken immer schon voraus. Weil mit einem solchem Begriff der „Normativität“ allerdings die Gefahr entsteht, moralische Geltung mit sozialer Gültigkeit gleichzusetzen, soll in einem zweiten Schritt gezeigt werden, dass die sittliche Gewohnheit hier nach dem Muster des „Schreibens“ oder „Lesens“ mit einer gewissen reflexiven Beweglichkeit und Korrigierbarkeit versehen werden muss; nur diejenige institutinalisierte Handlungspraxis, die Raum für solche Arten von sittlicher Orientierung bietet, besitzt über soziale Gültigkeit hinaus auch moralische Geltungskraft.

Zur Person

altAxel Honneth ist Professor für Sozialphilosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität und Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main; seit 2011 außerdem Jack C. Weinstein Professor of the Humanities am Department of Philosophy an der Columbia University in New York. Forschungsschwerpunkte: Sozialphilosophie, Moralphilosophie und politische Philosophie; Kritische Theorie; philosophische Anthropologie; systematische Grundlagen einer Theorie der Anerkennung: Rekonstruktion der Moralität interpersoneller Beziehungen, Entwicklung einer pluralen Theorie der Anerkennung; im Bereich der Logik der Sozialwissenschaften: Fortentwicklung einer kritischen Gesellschaftstheorie durch Auseinandersetzung mit neueren Ansätzen der Sozialontologie und der Systemtheorie. Ausgewählte Publikationen: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1992; erw. Auflage 2003; (zus. mit Nancy Fraser): Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse, Frankfurt/M: Suhrkamp 2003; Verdinglichung. Eine anerkennungstheoretische Studie, Frankfurt/M: Suhrkamp 2005; Patholo-gien der Vernunft. Geschichte und Gegenwart der kritischen Theorie, Frankfurt/M.: Suhrkamp 2007; Das Ich im Wir. Studien zur Anerkennungstheorie (Aufsatzband), Berlin: Suhrkamp 2010; Das Recht der Freiheit. Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit, Berlin: Suhrkamp 2011.

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Moderation: Regina Schidel (Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität)
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