Mittwoch, 11. April 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Mamadou Diawara, Dr. Ute Röschenthaler

Normwandel und die schillernde Macht der Medien im subsaharischen Afrika

Campus Westend, Casino 1.811

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Zur Person

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Mamadou Diawara ist Professor für Historische Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor lehrte er an der Universität von Georgia in Athens/USA und war Gastprofessor für Geschichte und Ethnologie Afrikas an der Yale Universität. Seit 2004 ist er Stellvertretender Direktor des Frobenius-Instituts, dem ältesten ethnologischen Forschungsinstitut Deutschlands. Zudem ist er Direktor von Point Sud, Forschungszentrum für lokales Wissen in Bamako, Mali, und Principal Investigator in diesem Exzellenzcluster. Publikationen u.a.: L’empire du verbe - L’éloquence du silence. Vers une anthropologie du discours dans les groupes dits dominés au Sahel (Cologne: Rüdiger Köppe, 2003), und mit Ute Röschenthaler, Im Blick der Anderen (Brandes & Apsel, 2008).


Zur Person

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Ute Röschenthaler ist Privatdozentin für Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Medien in Afrika“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 übernahm sie Gastprofessuren in Berlin, Frankfurt und Bayreuth. Sie forscht seit 1987 in Kamerun und Nigeria und seit 2005 in Mali. Sie ist Autorin zahlreicher Aufsätze und mehrerer Bücher, darunter „Purchasing Culture: The Dissemination of Associations in the Cross River Region“ (2011, Africa World Press), Im Blick der Anderen (Hg. mit Mamadou Diawara, 2008, Brandes & Apsel) und „Fotofi eber: Bilder aus West- und Zentralafrika“ (Hg. mit Jürg Schneider und Bernhard Gardi, 2005, Christian Merian Verlag).

Zum Vortrag

Der Vortrag untersucht die Veränderung der Rolle von Medien und Werbung anhand ausgewählter Beispiele aus dem
subsaharischen Afrika von der vorkolonialen Zeit bis heute. Dabei zeigt sich, dass die Wirkung der Medien von den
jeweiligen Akteuren und ihren Interessen abhängt. Medien lassen sich zur Beförderung bestehender Machtverhältnisse
nutzen oder können diese unterwandern, zur Demokratisierung und Entwicklung oder zu deren Gegenteil verhelfen,
authentifi zierte Botschaften übermitteln oder als reine Propagandamaschine aufgefasst werden. Veränderungen im
Umgang mit Medien äußern sich in einem lokal wahrgenommenen Verlust etablierter Wortmacht und dem Auftreten einer
qualitativ neuen Dimension des Umgangs mit Sprache, des Anpreisens und der Performance mit dem menschlichen Körper.
Sie lassen sich auch durch den Wandel der gesellschaftlichen Ordnung erkennen, insbesondere dadurch, dass andere
Personen als zuvor – neue Politiker, neue Werber, neue Mediensprecher – nun die Medienarbeit ausführen, was dazu führen
kann, dass ihre Produkte, vor allem in Übergangsphasen, nicht mehr in derselben Weise als authentifi ziert wahrgenommen
werden.

Zum Veranstaltungsüberblick: Hier...


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Am 17. April 2021 erscheint der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

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Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit je her ein integraler Bestandteil des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Das 2017 neu strukturierte, verbundseigene Postdoc-Programm bietet die besten Bedingungen zu forschen und hochqualifizierte junge Wissenschaftler*innen zu fördern. Zum Erfahrungsbericht: Hier...

„Symposium on Jürgen Habermas’ Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Rainer Forst erschienen

Als jüngste Ausgabe der Zeitschrift "Constellations: An International Journal of Critical and Democratic Theory" ist kürzlich das „Symposium on Jürgen Habermas, Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Prof. Rainer Forst erschienen. Mehr...

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25. August 2021, 19.30 Uhr

DenkArt "Identität_Aber welche?": Dr. Mithu Sanyal (Autorin): Identitätsspiel_Was bestimmt uns wirklich? Mehr...

18. und 19. September 2021

Zweitägiges Forum: Your body is a battleground - Ultrakonservative Strategien zur Wiederherstellung einer „natürlichen Ordnung”. Mehr...

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Impuls: Prof Dr Indra Spiecker genannt Döhmann (Goethe University Frankfurt, ConTrust)
Podiumsdiskussion: Prof Dr Indra Spiecker genannt Döhmann (Goethe University Frankfurt, ConTrust), Axel Voss (Member of the European Parliament) and Ioana-Maria Gligor (tbc) (Directorate-General for Health and Food Safety of the European Commission)
Moderation: Alexandra von Nahmen (Deutsche Welle, Bureau Chief in Brussels)
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Armed non-state actors and the politics of recognition

Prof. Dr. Anna Geis (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg), Prof. Dr. Hanna Pfeifer (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Principal Investigator im Clusterprojekt "ConTrust: Vertrauen im Konflikt"), Prof. Dr. Martin Saar (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Principal Investigator im Clusterprojekt "ConTrust: Vertrauen im Konflikt" und "Normative Orders") und Prof. Dr. Reinhard Wolf (Goethe-Universität Frankfurt am Main).
Moderation: Regina Schidel (Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität)
Book lɔ:ntʃ

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