Menschenrechte heute

Unter dem Titel „Human Rights Today: Foundations and Politics” findet am 17. und  18. Juni 2010 eine internationale Konferenz zum Thema Menschenrechte statt.

Plakat Human RightsAls eine zentrale „normative Ordnung“ der Moderne gehören die Menschenrechte zu den Schwerpunktthemen des Exzellenzclusters. Die Menschenrechte haben sich nach 1948, in Reaktion auf die „Akte der Barbarei“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) in den totalitären Diktaturen, als das Rechtfertigungsnarrativ politischer Ordnungen herausgebildet. Zugleich ist nicht nur strittig, wie die Menschenrechte inhaltlich bestimmt werden sollen, sondern auch wie sie zu begründen sind; wie sie sich zu „starken“ Überzeugungen etwa religiöser Natur verhalten; wie die Menschenrechte als gemeinsame normative Orientierung mit der Differenz von Kulturen vereinbar ist; wie die Autonomie des Politischen mit der Idee der Menschenrechte verknüpft werden kann.

Die Konferenz will den aktuellen Stand von Theorie und Politik der Menschenrechte durch eine Untersuchung dieser schwierigen Spannungsverhältnisse erkunden. Dazu werden international renommierte Wissenschaftler zu vier Themen vortragen und diskutieren: Charles Beitz (Princeton) und John Tasioulas (Oxford) setzen sich mit der Frage nach der normativen Begründbarkeit von Menschenrechten auseinander. Susanne Baer (Berlin) und Hans Joas (Erfurt) untersuchen das Verhältnis zwischen Religion und Menschenrechten. Abdullahi Ahmes An-Na’im (Emory) und Seyla Benhabib (Yale) fragen nach der interkulturellen Gültigkeit von Menschenrechten. Schließlich untersuchen Étienne Balibar (Paris) und Costas Douzinas (London) die Frage, wie sich politische Praxis und Menschenrechte zueinander verhalten.

Die Keynote-Lecture der Konferenz hält Jürgen Habermas zu dem Thema „Menschenwürde als Quelle des moralischen Mehrwerts der Menschenrechte“. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 17. Juni um 20.15 im Hörsaal 2 des Hörsaalzentrums auf dem Campus Westend statt.


Aktuelles

„Frankfurter interdisziplinäre Debatte“. Frankfurter Forschungsinstitute laden zum Austausch über disziplinen-übergreifende Plattform ein

Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Präsenzveranstaltungen des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" werden ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

10. September 2020, 12.30 Uhr

Online Book lɔ:ntʃ: Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg: Autoritarismus - Verfassungstheoretische Perspektiven (Suhrkamp 2020). Mehr...

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Neueste Medien

Normative Orders Insights

... mit Nicole Deitelhoff

Normative Orders Insights

... mit Rainer Forst

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...