Mittwoch, 23. November 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Peter Niesen

Zwei Modelle kosmopolitischer Normativität

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Zum Vortrag

Der Streit über den Kosmopolitismus in der politischen Philosophie der Gegenwart wird beherrscht von der Idee einheitlicher globaler Institutionen. Ihr entspricht die Vorstellung vom Weltbürgertum als Mitgliedschaft in einem (zu schaffenden) globalen Gemeinwesen. Eine konkurrierende Vorstellung, die ebenfalls auf institutionelle Reform zielt, geht auf die politische Philosophie der Aufklärung (Rousseau, Kant, Bentham) zurück. In dieser Tradition werden Weltbürger als Aktivbürger beliebiger Einzelstaaten verstanden, und kosmopolitische Staaten sind solche, die sich für universelle Partizipation öffnen. An Beispielen soll gezeigt werden, dass das ältere Modell auch heute noch eine wichtige Rolle spielen kann: bei der Interpretation
grenzüberschreitender politischer Mobilisierung ebenso wie bei dem Versuch, Republikanismus und Kosmopolitismus miteinander zu vermitteln.

Zur Person

altPeter Niesen ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Darmstadt. Arbeitsschwerpunkte: Politische Freiheit, Demokratie, Kant, Bentham. Wichtigste Publikationen: Colonialism and Hospitality, in: Politics and Ethics Review 3, 2007; Kants Theorie der Redefreiheit, Baden-Baden 2. Aufl. 2008; Kommentarband zu Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden (mit Oliver Eberl), Berlin 2011; Banning the Former Ruling Party, in: Constellations 2011 (im Erscheinen).

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