Faszination Kommunismus. Das "rote Jahrzehnt" (1967-1977) in Deutschland

Podiumsdiskussion innerhalb der Reihe "100 Jahre Oktoberrevolution. Ein Jubiläum – und viele Fragen offen"

Donnerstag 2. November 2017, 19.30 Uhr

Stadtbücherei Frankfurt am Main
Zentralbibliothek
Hasengasse 4
60311 Frankfurt am Main

Es diskutieren: Gerd Koenen (Historiker und Publi­zist), Werner Plumpe (Goethe-Universität), Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung), Moderation: Rebecca Caroline Schmidt (Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen").

Die Schüsse auf Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 und der Selbstmord der RAF-Gefangenen 1977 im Gefängnis Stammheim markieren Beginn und Ende einer ereignisreichen Episode, die als das "rote Jahrzehnt" in die Geschichte der jungen Bundesrepublik eingegangen ist. Was als antiautoritäre Protestbewegung mit der Rebellion der Studenten begann, setzte sich in einer politisch-kulturellen Bewegung fort, die in Gestalt autoritär strukturierter kommunistischer Gruppierungen vielfach sektiererische Züge trug, über Jungsozialisten und linke Gewerkschafter aber auch in etablierte Parteien und Organisationen hineinwirkte. Daneben und dazwischen ein buntes Mosaik aus Akteuren und Gruppierungen mit kultur- und weltrevolutionären Ambitionen.
Vieles ist aus heutiger Sicht geklärt, manches aber eben auch nicht. So sollen Protestbewegung und Kulturrevol­te Auslöser eines Prozesses der "Fundamental-Liberalisie­rung" der Bundesrepublik gewesen sein (J. Habermas) und der ehemalige  Bundespräsident Weizsäcker befand, diese Bewegung habe zu einer "Vertiefung des demokratischen Engagements"  in Deutschland beigetragen.

Wie ist das Zustandekommen der Protest-Bewegung der End 60er und 70er Jahre zu erklären?
Worin bestand die Anziehungskraft der kommunistischen Gruppierungen?
Was ist aus den Utopien geworden, deren "Verlust" gele­gentlich beklagt wird und ist er wirklich zu bedauern?
Welche Potentiale einer Radikalisierung bietet die Gegen­wart angesichts einer ungesteuerten Globalisierung?

Programm mit weiteren Informationen (pdf): Hier...

 

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Bildergalerie:

  • Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"), Prof. Dr. Werner Plumpe (Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main), Dr. Gerd Koenen (Historiker und Publizist) und Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung) (v.l.)
  • Dr. Sabine Homilius (Leiterin der Stadtbücherei Frankfurt)
  • Dr. Sabine Homilius (Leiterin der Stadtbücherei Frankfurt)
  • Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen")
  • Dr. Gerd Koenen (Historiker und Publizist)
  • Prof. Dr. Werner Plumpe (Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Prof. Dr. Werner Plumpe (Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung)
  • Prof. Dr. Werner Plumpe (Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Veranstalter:
VHS Frankfurt am Main und Stadtbücherei Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und dem Film-Forum Höchst


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