Podiumsgespräch im Rahmen von Nous n'avons pas besoin de tuer... Neoninstallation von Laura J Gerlach, Luminale 2016, 13. bis 18. März 2016

15. März 2016, 19.30 Uhr

Mit Dr. Reinhard Müller, F.A.Z. und Andreas Engels, C. W. Engels Waffen
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Galerie Marion Meyer
Eichendorffstr. 70a
60320 Frankfurt am Main

Waffen erleichtern das Töten, insbesondere Schusswaffen ermöglichen das Töten auf Distanz. Der Ruf, zu den Waffen zu greifen, gleich für welches Ziel, lässt sich daher nicht von der Vorstellung trennen, dieses Ziel durch schnelleres und effizienteres Töten erreichen zu können als ohne Waffen. Dafür gibt es legale und illegale Märkte, auf denen sich Waffen jeder Art beschaffen lassen. Ein wichtiges Motiv ist die Angst davor, angegriffen zu werden, individuell oder kollektiv. Je unsicherer man sich fühlt, je größer die Furcht wird, Opfer eines Verbrechens zu werden, desto stärker wird die Neigung, sich eine Waffe zu beschaffen, sei es auch nur zur Abschreckung. Dies vor allem dann, wenn das Vertrauen in das Gewaltmonopol des Staates sinkt, wenn die Befürchtung um sich greift, die Polizei könne einen nicht mehr ausreichend schützen. Dann beginnen sich Bürgerwehren zu formieren und diejenigen, die es sich leisten können, ziehen sich in umzäunte und von Wachpersonal geschützte Wohnquartiere zurück. Gleichzeitig wird aber auch der Ruf nach einer Verschärfung des Waffenrechts laut, wenn Menschen andere Menschen mit Waffen töten, zu denen sie eigentlich keinen Zugang haben dürften. Das Podium wird über die Frage diskutieren, wie der Handel, Besitz und Umgang mit Waffen rechtlich geregelt ist und wie sich Recht und Wirklichkeit zueinander verhalten, um sich dann mit dem aktuellen Problem des in einigen Teilen der Bevölkerung zu beobachtenden steigenden Unsicherheitsgefühls auseinanderzusetzen. Wie kann und soll ein Rechtsstaat darauf reagieren, wie lässt sich verhindern, dass Kriminalitätsfurcht umschlägt in die Forderung, jeder/jede solle sich am besten selbst und auch durch Bewaffnung selbst schützen?


Bildergalerie:

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" mit Galerie Marion Meyer, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Stadt Offenbach am Main

Mit freundlicher Unterstützung von Main Licht GmbH


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Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

29. Mai 2020, 18.30 Uhr

Virtual Workshop on the Political Turn(s) in Criminal Law Thinking: Gustavo Beade: The Voice of the Polity in the Criminal Law: A Liberal Republica. More...

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