Wer hat angefangen? Sinn und Unsinn historischer Schuldzuschreibungen

Prof. Dr. Christopher Clark  (Cambridge) im Gespräch mit Prof. Dr. Christoph Cornelißen (Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen")

Moderation: Prof. Dr. Klaus Günther (Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen")





26. Mai 2014, 19 Uhr

Historisches Museum
Fahrtor 2, Römerberg
Frankfurt am Main

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Die Frage nach der Schuld stellt sich nicht nur im Strafrecht, sie gehört auch zu den großen Themen der Geschichte. Fast könnte man meinen, dass unsere Bewertung historischer Ereignisse, besonders kriegerischer Auseinandersetzungen, nicht ohne die Antwort darauf auskommt, wer im Unrecht war und zu Verantwortung gezogen werden muss. Beim aktuellen Stadtgespräch soll es grundsätzlich und epochenübergreifend um die Bedeutung, die Funktion und die Folgen von Schuldzuschreibungen in der Geschichte gehen. Exemplarisch und aus aktuellem Anlass rückt dabei der Erste Weltkrieg in den Fokus, für dessen Ausbruch viele Historiker lange Zeit vor allem Deutschland verantwortlich machten. Zu Gast beim XV. Frankfurter Stadtgespräch ist der Historiker Christopher Clark, der in seinem Buch "Die Schlafwandler - Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" einen differenzierten Ansatz verfolgt. Sein Diskussionspartner ist Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität.

Christopher Clark lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College in Cambridge. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Geschichte Preußens. Der gebürtige Australier ist Autor einer Biographie über Kaiser Wilhelm II. Für sein Buch „Preußen“ erhielt er 2007 den Wolfson Prize sowie 2010 als erster nicht-deutschsprachiger Historiker den Preis des Historischen Kollegs München, bekannt als „Deutscher Historikerpreis“. Für sein jüngstes Werk „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ erhielt Clark im Frühjahr 2014 den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch. Christopher Clark ist gemeinsamer Fellow des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Historischen Kollegs am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Christoph Cornelißen ist Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor hatte er die Professur für Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität (Düsseldorf) sowie die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne. In seiner laufenden Forschungsarbeit beschäftigt er sich mit der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte Westeuropas im 19. und 20. Jahrhundert, Historiografiegeschichte, Geschichte der Erinnerungskulturen, Methoden- und Theoriefragen der Geschichtsschreibung und Migrationsgeschichte. Christoph Cornelißen ist assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters.

klaus_guenther_72dpiKlaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Rechtsphilosophie, Diskurstheorie des Rechts und Theorie der juristischen Argumentation, Begriff und Theorien der Verantwortung, Rechtstheorie der Globalisierung, Rechtssoziologie, Recht und Literatur sowie Grundlagenprobleme des Strafrechts.

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main


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