Nous n'avons pas besoin de tuer...

Neoninstallation von Laura J Gerlach

Im Rahmen der Luminale 2016, 13. März 2016 bis 18. März 2016

Standort 1:
Galerie Marion Meyer
Eichendorffstrasse 70a, 60320 Frankfurt am Main

Standort 2:
Lucae-Brunnen
Opernplatz, 60313 Frankfurt am Main

Standort 3:
Rathaus Offenbach
Berliner Straße 100, 63065 Offenbach am Main

„Nous n’avons pas besoin de tuer pour vivre!“ lautet der Schriftzug an der Galerie Meyer. Kombiniert wird dieses Zitat des international bekannten Designers Philipp Starck mit dem aus der Marseillaise stammenden Aufruf „Aux armes, citoyens“ („Zu den Waffen, Bürger“). Auf dem Brunnen des Frankfurter Opernplatzes ist eine Zeile der Deutschen Arbeiter-Marseillaise zu lesen: „für Freiheit, Recht und Brot“. An der Fassade des Rathauses in Offenbach schließlich steht: „Enrichissez-vous!“. Das Zitat wird François Guizot zugeschrieben, einem französischen Minister des 19. Jahrhunderts. Man kann es als „Bereichert euch!“ übersetzen. Dann folgt: „Eclairez-vous!, „Erhellt euch!“ oder „Klärt euch auf!“.

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Termine:


13. März 2016, 18 Uhr
Eröffnung des Gesamtprojektes

Mit Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

vor dem Rathaus Offenbach
Berliner Straße 100, 63065 Frankfurt am Main

Weitere Informationen: Hier...
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15. März 2016

18.30 Uhr

Vernissage in der Galerie Marion Meyer

19.30 Uhr
Podiumsgespräch
"Zu den Waffen?/!" Angst im Rechtsstaat

Mit Dr. Reinhard Müller, F.A.Z. und Andreas Engels, C. W. Engels Waffen
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Galerie Marion Meyer
Eichendorffstr. 70a, 60320 Frankfurt am Main

Weitere Informationen: Hier...


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17. März 2016, 19 Uhr

Vortrag
Auf Leben und Tod. Über das (Un-) Recht zu töten

Prof. Dr. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fotografie Forum Frankfurt
Braubachstraße 30–32, 60311 Frankfurt am Main

Weitere Informationen: Hier...

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Nous n‘avons pas besoin de tuer ...
Drei Schriftzüge, unübersehbar an drei öffentlichen Orten installiert – in Frankfurt an der Fassade der Galerie Marion Meyer und auf dem Opernplatz am Lucae-Brunnen, in Offenbach an einer Wand des Rathauses.

Der Neon-Text dominiert die Architektur und die schriftliche Botschaft manifestiert sich, während die urbane Situation in der Dunkelheit verschwindet. Ein subtiler Sound, der in die Straße und in die Nacht flutet, lenkt zusätzlich die Aufmerksamkeit auf die Installation, fordert zum Lesen auf und dazu, das Gelesene zu deuten und zu bedenken, die eigene Haltung unter diesem Eindruck zu überprüfen, Position zu beziehen.

Die Schriftzüge leuchten und sprechen öffentlich, richten sich an das Publikum: An den Menschen, Bürger/-innen hier und zugleich Bürger/-innen der Weltgesellschaft, fähig, politische Verantwortung zu übernehmen, ungerechte  politische und soziale Verhältnisse zu verändern. Oder eben auch nicht?

„Nous n‘avons pas besoin de tuer pour vivre!
Aux armes, citoyens
für Freiheit, Recht und Brot.
Enrichissez-vous. Enrichissez-vous! Eclairez-vous!“

Keine Gesellschaft ist je der Frage entronnen und kann ihr entrinnen, ob sie das Töten um des Lebens willen erlauben oder gar gebieten dürfe oder
nicht. Nicht nur um des bloßen Überlebens willen, sondern auch, um Leben vermeintlich zu erhalten, um ein vermeintlich besseres Leben zu ermöglichen.
Ein ehernes, mythisches Gesetz? Haben wir es nötig zu töten, um zu leben?  

Wer Menschen tötet, erzählt fast immer eine rechtfertigende Geschichte dazu, sei es eine Geschichte von Not und Unterdrückung, von Ausbeutung und Erniedrigung, Unrecht und Vergeltung, Ehre und Schande, aber zuweilen auch von einem schicksalhaften Kampf zwischen Gut und Böse oder göttlicher Erlösung von den Feinden des Glaubens, deren Leben korrumpiert und unrein sei. Terrorismus und Völkermord suchen sich häufig mit Erzählungen zu maskieren, in denen es vermeintlich um einen unvermeidlichen Kampf um Leben und Tod geht.

Auch das Recht erlaubt das Töten, sei es im Recht der Notwehr oder im Kriegsvölkerrecht, in einigen Teilen der Welt auch immer noch und aktuell wieder verstärkt exekutiert, die Todesstrafe. Gleichzeitig hält man das Leben für das höchstes Gut, das Recht auf Leben gilt als eines der wichtigsten Menschenrechte, in allen Menschenrechtskonventionen rechtlich anerkannt.

Wie lässt sich die Gleichzeitigkeit von einem Recht zu töten und einem Menschenrecht auf Leben verstehen? Wie verhalten wir uns dazu als das Leben verehrende Einzelne, als Staatsbürger/-innen, als Weltbürger/-innen und Inhaber von Menschenrechten? Wer (wenn nicht wir) soll verantwortlich sein für den Schutz des Lebens – und soll notfalls dafür auch getötet werden dürfen? Wer beansprucht für sich die Deutungshoheit über das Recht auf Leben und das Recht zu töten, wer kann seine Deutung durchsetzen, wer setzt welche Mittel dazu ein?

Neben der dreiteiligen Neon-Sound-Installation während der Luminale finden eine Ausstellung und drei Veranstaltungen statt, die sich von dem Licht-Kunstwerk zu Fragen über das Recht auf Leben und das Recht/Unrecht zu töten anregen lassen

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" mit Galerie Marion Meyer, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Stadt Offenbach am Main

Mit freundlicher Unterstützung von Main Licht GmbH

Programmflyer mit Beteiligung des Exzellenzclusters (pdf): Hier...

Gesamtprogramm der Luminale (pdf): Hier...
(Projekte mit Beteiligung des Clusters auf Seite 150)

Zu vorangegangenen Veranstaltungen während der Luminale: Hier...


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