Nur keine Angst! Zivile Unerschrockenheit in Zeiten von Hass und Hetze

Intervention der Römerberggespräche

Samstag, 21. März 2020, ab 10 Uhr

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal
Neue Mainzer Str. 17
60311 Frankfurt am Main

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei

Hassreden, Herabwürdigungen, Todesandrohungen bis hin zum tatsächlichen Mord – wer sich hierzulande öffentlich äußert oder politisch engagiert, kann sich offenbar nicht mehr sicher fühlen. Hetze und Gewalt sind für einen Teil unserer Gesellschaft ein offenbar legitimes Mittel, fundamentalen Widerspruch und politische Gegnerschaft auszudrücken. Die Täter sind vermutlich eine Minderheit, aber sie sind sehr sichtbar, und sie erzeugen eine um sich greifende Angst.
Beschädigt werden damit nicht nur Individuen, sondern die Gemeinschaft. Sie erfährt Hass als normale Haltung, und Gewaltandrohung wird zur Lappalie. Vertrauen als Grundlage einer konstruktiven öffentlichen Diskussion geht verloren. Vermag eine zu allem entschlossene Minderheit die Mehrheit nachhaltig einzuschüchtern?
Das Risiko für eine demokratische Kultur ist dabei erheblich, gerade weil das Aushandeln politischer Interessen ein ebenso wichtiger wie empfindlicher Prozess ist. Die Römerberggespräche fragen zu Beginn der neuen Zwanzigerjahre, wie sich Gesellschaften gegen solche Einschüchterungsversuche wehren können? Wie ist Zivilität der Mitte durchzuhalten, wo jederzeit extremistische Tabubrüche drohen und manche politische Gewaltrhetorik national wie international in die Tat kippt.

Moderation: Hadija Haruna-Oelker (Politologin, Journalistin und Moderatorin) und Alf Mentzer (Leiter des Ressorts hr2-Tagesprogramm im Hessischen Rundfunk)

Programm (pdf): Hier...

Programm:

10.00 Uhr
Begrüßung Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft

10.15 Uhr
„Wandle nur wehrlos fort durchs Leben, und fürchte nichts!“ – Angst und Vertrauen im demokratischen Rechtsstaat
Prof. Klaus Günther, Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Forschungsverbund "Normative Orders" der Goethe-Universität

11.00 Uhr
Zurück zu 1984 - Umgang mit neuen/alten Verschwörungstheorien
Prof. em. Ruth Wodak, ehemalige Professorin für Sprachwissenschaften der Universität Wien und der Lancaster University 

12:00 Uhr
Regeln für 2,7 MilliardenWie private Kommunikationsordnungen die Demokratie herausfordern
PD Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard), Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI), Forschungsverbund "Normative Orders" der Goethe-Universität

12.30 Uhr
Worte, Hass und seine Folgen – Vom Umgang mit Pöblern und Populisten
Hasnain Kazim, Journalist und Autor

13.15 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Furcht und Freiheit: Über Identitätspolitik heute
Prof. Jan-Werner Müller, Professor für Politikwissenschaft an der Princeton University

15.00 Uhr
Wir sind DIE VIELEN – Kulturinstitutionen und ihr Umgang mit antidemokratischen Strömungen
Eine Diskussion mit Amelie Deuflhard, Theaterproduzentin und -Intendantin, Künstlerische Leiterin von Kampnagel in Hamburg, Burkhard C. Kosminsk, Regisseur und Schauspieleri und Steffen Mensching, Kulturwissenschaftler, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur

16.00 Uhr
Zweifeln, Zögern & Zukunft – Wie freies Sprechen möglich wird
Kübra Gümüsay, Journalistin, Autorin, Bloggerin und Netz-Aktivistin

17.00 Uhr
Die Kunst der Demokratie – Die Bedeutung der Kultur für eine offene Gesellschaft
Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien

Ende gegen 18.00 Uhr

 

Veranstalter:
Römerberggespräche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main


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