Prof. Dr. Clifford Ando

Professor am Department of Classics, History and Law der University of Chicago

Aufenthalt:
Juni bis Juli 2015

Forschungsprojekt:
Toleranz in der römischen Antike

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hartmut Leppin

Die Fellowship findet statt in Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.


Clifford Ando ist Professor am Department of Classics, History and Law der University of Chicago. Er forscht schwerpunktmäßig über die Geschichte von Religion, Recht und Staatlichkeit im römischen Imperium. Speziell die Kategorien Staatsbürgerschaft, Rechtspluralismus und Toleranz sowie das Verhältnis zwischen Zivilrecht, öffentlichem Recht und internationalen Recht in der römischen Rechtstradition interessieren ihn. Clifford Ando war Fellow und Gastprofessor an Universitäten in Canada, Frankreich, Deutschland, Neu Seeland, Süd Afrika und den USA. Er studierte in Princeton und promovierte an der University of Michigan.

Forschungsvorhaben:
Inwieweit kann man bereits in der römischen Antike von Toleranz und religiösem Pluralismus als Rechtfertigungsnarrativ sprechen? Die Fellowship setzt sich mit dem kaiserlichen Rom des 3. Jahrhunderts und damit einer Phase auseinander, in der beobachtet werden kann, wie sich eine stärker werdende monotheistische Religion mit universalen Ansprüchen in einer Welt einrichtet, in der das Zusammenleben verschiedener Religionen wie eine Selbstverständlichkeit erschien. In dieser Zeit fanden zum einen die ersten Christenverfolgungen statt, zum anderen wurden von Christen Argumente vorgetragen, die in der Geschichte des Toleranzgedankens eine große Rolle spielen. Der Kampf der Christen für ihre religiöse Freiheit hatte für spätere Rechtfertigungsnarrative der Toleranz eine große Bedeutung. Für eine gewisse Zeit bildete die Ermöglichung der Anbetung vieler Götter eine wichtige Rechtfertigung kaiserlicher Herrschaft im religiös diversen Reich. Was begünstigte diese neue Form der Rechtfertigung durch religiösen Pluralismus und warum endete die Phase so rasch, diese und andere Fragen sollen in dem Forschungsvorhaben diskutiert werden.   

Veröffentlichungen (Auswahl):
Empire, state and communicative action, in: Christine Kuhn (Hrsg.), Politische Kommunikation und öffentliche Meinung in der antiken Welt, Franz Steiner, Stuttgart 2012, S. 219-229.

Die Riten der Anderen, in: Mediterraneo Antico 15.1-2 2012, S. 31-50.

Pluralism and Empire, from Rome to Robert cover, in: Critical Analysis of Law: An International & Interdisciplinary Law Review 1 2014, S. 1-22.

Veranstaltungen:
Seminar mit Prof. Dr. Hartmut Leppin, 15. Juli 2015, 15 Uhr
Tolerance in Antiquity
Weitere Informationen: hier...


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