Panel III: Religiöse und politische Argumentation

In dieser ethnologisch-althistorischen Sektion sollen Konflikte um normative Ordnungen an konkreten aktuellen oder historischen Beispielen untersucht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Herausbildung normativer Ordnungen im Zusammenwirken von Akteuren mit unterschiedlichen Ansprüchen, Zielen und Beziehungen zueinander darstellen kann und konnte.

Allgemein zeigt sich, dass es dann zur beschleunigten Entwicklung  der Ordnungsgenese kommt, wenn Akteure - seien es Gruppen oder Individuen - konkrete Ansprüche hinsichtlich einer normativen Ordnung formulieren. Je nach Ausrichtung der Akteure handelt es sich dabei um eher religiöse und/oder politische Ansprüche. Aus ihnen gehen nun verschiedene Argumentationsformen hervor, die die Ansprüche in religiöse und/oder politische Rechtfertigungen überführen und sie dementsprechend zur Erreichung bestimmter Ziele instrumentalisieren. Da die Ansprüche der Akteure über ihre Argumentation getragen werden, sind sie es, die im Konflikt mit anderen Akteuren im Mittelpunkt stehen, diskutiert, gerechtfertigt, durchgesetzt oder verworfen werden, und damit den eigentlichen Kern der Herausbildung der normativen Ordnung bilden. Es soll sich zeigen, dass bei all den untersuchten Konfliktformationen aus althistorischer und ethnologischer Perspektive ähnliche Mechanismen der Ordnungsbegründung wirken, und dies, obwohl sich die herangezogenen Beispiele in zentralen Punkten unterscheiden.  Wesentliche Differenzierungsmerkmale sind die Abstufung des Nahverhältnisses der Konfliktparteien zueinander und das Verhältnis religiöser und politischer Ansprüche und Argumentationen. Vor allem aber unterscheiden sich die betrachteten Ebenen der Konflikte, die mal  innerhalb, mal außerhalb einer Gruppe, mal innerorganisatorische, mal Abgrenzungskonflikte zu anderen Gruppen, in den Blick rücken. Dennoch beschäftigen sich alle Vorträge in ihrer Verschiedenheit doch mit demselben Thema: Wie wird eine normative Ordnung im Konflikt unterschiedlicher Rechtfertigungen, in denen sich religiöse und/oder politische Ziel-, Begründungs- und Anspruchsebenen verschränken, herausgebildet?


Aktuelles

Rainer Forst zu Corresponding Fellow der British Academy gewählt

Wie die British Academy am 24. Juli bekannt gab, wurde Prof. Rainer Forst als Corresponding Fellow aufgenommen. Jährlich wählt die British Academy herausragende Gelehrte und Wissenschaftler*innen, die sich auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften international verdient gemacht haben zu Corresponding Fellows. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

27. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Online Discussion: Rethinking the Transatlantic: The U.S. Elections and the Challenges to a Sustainable Transatlantic Partnership. With Ambassador Daniel Benjamin, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff and Jürgen Trittin MP. Chair: Rebecca C. Schmidt. Mehr...

6. November 2020, 16 Uhr

Online-Buchpräsentation: Debating Critical Theory - Engagements with Axel Honneth. Mit: Amy Allen, Rainer Forst, Sally Haslanger, Axel Honneth, Beate Rössler und Martin Saar. Moderation: Daniel Loick und Kristina Lepold. Mehr...

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„Autoritäre Bedrohungen oder liberale Demokratie?“ – Die offene Gesellschaft im Ausnahmezustand

Prof. Wilhelm Heitmeyer
DenkArt „Der normalisierte Ausnahmezustand“

Normative Orders Insights

... mit Jakob Huber

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Darrel Moellendorf (2020):

Hope and reasons. Normative Orders Working Paper 02/2020. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...