Normative Ordnungen im Spannungsfeld der Kulturen: Universale Ansprüche und partikulare Überlegungen innerhalb der d’Alembertschen Wissensordnung

Marianne Schepers

Jean le Rond d’Alembert entwickelt 1751 im Discours Préliminaire, seiner Vorrede zu der von ihm und Diderot herausgegebenen berühmten Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des science des arts et des métiers, neben einer Genealogie der (Er)Kenntnisse eine Ordnung und Systematisierung aller Wissensbereiche, die er in seinem Essai sur les Éléments de Philosophie (1754) weiter ausbaut. Auch in seinen anderen Schriften und Artikel geht es immer wieder um Wissen, Wissensstrukturen und Wissensordnungen. Das den verschiedenen Teilbereichen der mathematiques zugeordnete Wissen nimmt in d’Alemberts Überlegungen einen hohen Stellenwert ein. Es handelt sich dabei jedoch keineswegs um ein rein abstraktes, von gesellschaftlichen und politischen Prozessen abgetrenntes Wissen, sondern im Gegenteil um ein Wissen, das eng mit den normativen Ordnungen der Gesellschaft in Zusammenhang steht. Ausgehend von dieser Wissensordnung und dem auf den ersten Blick scheinbar klaren universalen Anspruch, der damit verknüpft ist, stellt sich die Frage, ob sich dieser Anspruch uneingeschränkt aufrechterhalten lässt und wie er im Kontext von anderen Wissensbereichen und unter Berücksichtigung verschiedener kultureller Einflüsse zu interpretieren ist. Um sich dieser Frage anzunähern, sollen anhand von drei Texten exemplarisch universale Ansprüche und partikulare Überlegungen innerhalb der d’Alembertschen Wissensordnung herausgearbeitet und analysiert werden.


Aktuelles

Rainer Forst zu Corresponding Fellow der British Academy gewählt

Wie die British Academy am 24. Juli bekannt gab, wurde Prof. Rainer Forst als Corresponding Fellow aufgenommen. Jährlich wählt die British Academy herausragende Gelehrte und Wissenschaftler*innen, die sich auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften international verdient gemacht haben zu Corresponding Fellows. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

27. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Online Discussion: Rethinking the Transatlantic: The U.S. Elections and the Challenges to a Sustainable Transatlantic Partnership. With Ambassador Daniel Benjamin, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff and Jürgen Trittin MP. Chair: Rebecca C. Schmidt. Mehr...

6. November 2020, 16 Uhr

Online-Buchpräsentation: Debating Critical Theory - Engagements with Axel Honneth. Mit: Amy Allen, Rainer Forst, Sally Haslanger, Axel Honneth, Beate Rössler und Martin Saar. Moderation: Daniel Loick und Kristina Lepold. Mehr...

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Neueste Medien

„Autoritäre Bedrohungen oder liberale Demokratie?“ – Die offene Gesellschaft im Ausnahmezustand

Prof. Wilhelm Heitmeyer
DenkArt „Der normalisierte Ausnahmezustand“

Normative Orders Insights

... mit Jakob Huber

Neueste Volltexte

Darrel Moellendorf (2020):

Hope and reasons. Normative Orders Working Paper 02/2020. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...