Forschung

Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus vielen verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten, die dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Sie decken Aspekte wie Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus, aber auch Antisemitismus und Hasskriminalität ab und erforschen diese im europäischen Vergleich und darüber hinaus.

Das interdisziplinär besetzte Frankfurter Teilinstitut, das im Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität angesiedelt ist, geht unter der Leitung von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Stellvertretende Sprecher*innen: Prof. Dr. Daniela Grunow und Prof. Dr. Rainer Forst) der Frage nach, wie die Pluralisierung moderner Gesellschaften auf Fragen des Zusammenhalts einwirkt und wie Konflikte so gestaltet werden können, dass sie demokratischen Zusammenhalt stabilisieren, nicht schwächen. Zugleich werden die Ambivalenzen des Begriffs des „Zusammenhalts“ reflektiert.

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MitarbeiterInnen des FGZ am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Sprecherin und stellvertretende Sprecherin und Sprecher

ProjektleiterInnen Teilinstitut Frankfurt

MitarbeiterInnen der administrativen Geschäftsführung

MitarbeiterInnen im Bereich Wissenstransfer 

Kontakt

 

Sprecherin und stellvertretende SprecherIn

Sprecherin des Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt / Sprecherin Teilinstitut Frankfurt am Main

Prof. Dr. Nicole Deitelhoff

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+49 (0) 69/798-31444

 


Stellvertretender Sprecher Teilinstitut Frankfurt / Projektleiter

Prof. Dr. Rainer Forst

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+49 69 798-31541

 


Stellvertretende Sprecherin Teilinstitut Frankfurt / Projektleiterin

Prof. Dr. Daniela Grunow

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+49 69 798-36535

 

ProjektleiterInnen Teilinstitut Frankfurt


Projektleiter

Prof. Dr. Christopher Daase

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+49 69 798-31460

 


Projektleiter

Prof. Dr. Markus Gangl

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+49 69 798-36633

 


Projektleiter

Prof. Dr. Klaus Günther

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+49 69 798-34339

 


Projektleiterin

Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher

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+49 69 798-36628

 


Projektleiter / Koordinator Teilinstitut Frankfurt

Dr. Cord Schmelzle

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+49 69 798-31447

 


Projektleiter

Prof. Dr. Richard Traunmüller

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+49 621 181 2288

 


Projektleiter

Prof. Dr. Uwe Volkmann

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+49 69 798-34270

 

MitarbeiterInnen der administrativen Geschäftsführung


Administrative Geschäftsführerin

Rebecca Caroline Schmidt


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+49 (0) 69/798-31401

 


Wissenschaftliche Referentin der Geschäftsführung

Heike List, M. A.

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+49 (0) 69/798-31549

 

Sachbearbeiter*in Finanzen

N.N.

+49 (0) 69/798-31440

 

MitarbeiterInnen im Bereich Wissenstransfer


Referentin für Wissenstransfer

Yvonne Blum, M.A.

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+49 (0) 69/798-31550

 


Referentin für Wissenstransfer

Laura Friedrich, M.A.

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+49 (0) 69/798-31550

 


Referentin für Wissenstransfer

Christiane Sommia, M .A.

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+49 (0) 69/798-31548

 


Referent für Wissenstransfer

Manuel Steinert

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+49 (0) 69/959 104 986

 

Kontakt

Allgemeine Anfragen an das Team Wissenstransfer:

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Sekretariat:

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Tel: +49 (0)69 798-31401
Fax: +49 (0)69 798-31402

Postadresse:

Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
c/o Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität
60629 Frankfurt am Main

Besucheradresse:

Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
c/o Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt am Main

 

Raum, Agency und Praktiken in der postnationalen Konstellation

Projektlaufzeit: 1. September 2018 bis 31. August 2021

Das Projekt beschäftigt sich mit dem Wandel von Staatlichkeit in der postnationalen Konstellation anhand der Begriffe Raum, Agency und (staatlicher) Praktiken. In mehreren Teilprojekten geht es um internationale Spielregeln, die darüber entscheiden, wie Akteure und Strukturen konstituiert werden, und wer über die Gestaltung dieser Spielregeln entscheiden darf. Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, wie konstitutive Normen und Praktiken globaler Politik interagieren, und wie Agenten mit diesen Strukturen umgehen.

Projektverantwortlicher:
PD Dr. Daniel Lambach
| Profil

Das Projekt wird im Rahmen des Heisenberg-Programms der DFG gefördert

Forschungsschwerpunkt Internet und Gesellschaft im Forschungsverbund „Normative Ordnungen“

Mission
Die mit den digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien verbundenen normativen Herausforderungen werden immer offenkundiger. Als Netzwerk der Netzwerke ist das Internet zu einem zentralen Gegenstand rechts-, sozial-, politk- und geisteswissenschaftlicher Forschung geworden.
Am Forschungsverbund wird seit Jahren Internetforschung aus unterschiedlichen, aber einander ergänzenden Perspektiven geleistet.
Der Forschungsschwerpunkt Internet und Gesellschaft im Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ bündelt diese Initiativen und festigt die Rolle des Verbunds als Zentrum empirisch-normativer Internetforschung.

Leitung
Leitungsteam
Prof. Dr. Alexander Peukert | Profil
Dr. Matthias C. Kettemann | Profil

Veranstaltungen:

Frankfurter Kolloquium für Internetforschung

 

Sommersemester 2020
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Sommersemester 2019
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Wintersemester 2018/2019
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Sommersemester 2018
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Sommersemester 2017

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Wintersemester 2016/17

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Sommersemester 2016
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Wintersemester 2015/16

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17.-19. November 2016
Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Digital <Dis>Orders
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Mitglieder
Burchard, Christoph, Prof. Dr. | Profil
Straf- und strafverfahrensrechtliche Reaktion auf Kriminalität im Internet; Internationalisierung und Europäisierung des (Internet-)Strafrechts; zwischenstaatliche Zusammenarbeit zur Verhütung und Verfolgung von Cyberkriminalität

Brodowski, Dominik, Dr. | Profil
Strafrechtliche, strafverfahrensrechtliche und polizeirechtliche Reaktion auf Kriminalität im Internet; Europäisierung des (Internet-)Strafrechts; Internationale polizeilicher und justizielle Zusammenarbeit zur Verhütung und Verfolgung von Cyberkriminalität

Daase, Christopher, Prof. Dr. | Profil
Außen- und Sicherheitspolitik (dabei auch Cyber-Außen-u. Sicherheitspolitik), Risikoanalysen und Krisenszenarien, Internationale Institutionen und Governance Umgang mit politischem Widerstand (auch im Internet: Wikileaks etc.

Kamis, Ben, MSc. I.R. | Profil
(internationale) Cybersicherheit; (europäische) Internet- und Datenschutzregulierung; Effekte der Digitalisierung und deren Regulierung auf staatliche Souveränität und Bürgerschaft)

Kettemann, Matthias, Mag. Dr. LL.M. (Harvard) | Profil
Völkerrechtliche Fragen der Internetregulierung und -verwaltung; Schutz der Menschenrechte im
Internet; Zusammenspiel von Völkerrecht, Europarecht und staatlichem Recht mit Internetbezug; Multistakeholderstrukturen und Normenentwicklung im Internet; Regulierung von nichtstaatlichen Internetakteuren

Peukert, Alexander, Univ.-Prof. Dr. | Profil
Deutsches, europäisches und internationales Urheber- und Markenrecht;
Persönlichkeitsrecht; Recht gegen unlauteren Wettbewerb; Internationales Privat-
und Zivilverfahrensrecht (jeweils im Hinblick auf Digitalisierung und Internet); Rechtstheorie

Thiel, Thorsten, Dr. | Profil
Demokratie- und Legitimationstheorien, Partizipations-und Repräsentationsstrukturen digitaler Gesellschaften, Staatstheorie und Souveränität, Nichtstaatliche Akteure und Internet Governance, Politisierungsprozesse digitaler Themen, Datenschutz und Anonymität, Digitale Wissenschaft

Rauer, Valentin, Dr. | Profil
Soziologie algorithmischen Handelns. Handlungstheoretische Fragen der algorithmischen Governance von sozialen Beziehungen und Netzwerken, Transformation von intersubjektiv strukturierten sozialen Situation in interobjektive Strukturierung soziale Situationen, Mobilisierung der Internets durch nicht stationäre Computertechnologien.

 

Weitere Forschungsprojekte am Forschungsverbund "Normative Ordnungen"

 

Raum, Agency und Praktiken in der postnationalen Konstellation

Projektlaufzeit: 1. September 2018 bis 31. August 2021

Projektverantwortlicher:
PD Dr. Daniel Lambach
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Die politische Differenz des Lebens. Zur Neukonzeption der Krise von Staat und Gesellschaft

Projektlaufzeit: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021

Projektverantwortliche:
Dr. Jonas Heller
| Profil
Dr. Marina Martinez Mateo | Profil
Prof. Dr. Christoph Menke | Profil

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VICTOR-E Visual Culture of Trauma, Obliteration, and Reconstruction in Post-War Europe

Projektlaufzeit: 1. Mai 2019 bis 30. April 2022

Projektverantwortlicher:
Prof. Dr. Vinzenz Hediger | Profil

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Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

Die koloniale Expansion und Herrschaft stellt ein wirkmächtiges Ereignis in der Geschichte sowohl des „globalen Nordens“ als auch des „globalen Südens“ dar, das Wissenschaft, Kultur, Philosophie, Literatur wie auch Wirtschaft, Politik, Recht und Gesellschaft insgesamt bis zum heutigen Tage prägt. Vor diesem Hintergrund haben sich postkoloniale Studien in den letzten drei Jahrzehnten als transdisziplinäres Forschungsfeld etabliert, das innerhalb zahlreicher akademischer Disziplinen – von der Literatur- und Kulturwissenschaft, Geschichte, Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft bis zur Philosophie – wichtige kritische Interventionen angestoßen hat. Andere transdisziplinäre Forschungsfelder wie etwa die Gender Studies sind heute ohne Rekurs auf postkoloniale Ansätze kaum mehr vorstellbar.
Postkoloniale Studien zielen darauf ab, koloniale Kontakte und Konfrontationen in ihren verschiedenen Aspekten – textlich, figural, räumlich, historisch, politisch und ökonomisch – zu erforschen. Dabei wird der Fokus niemals nur auf einzelne Länder, Regionen oder gar Disziplinen gelegt. Vielmehr geht es darum, in transdisziplinärer Perspektive vergangene und gegenwärtige Interdependenzen und Verflechtungen zwischen den Ländern des „Südens“ und „Nordens“ herauszuarbeiten und das, was als „modernes Europa“ gilt, als Ergebnis kolonialer Interaktionen zu lesen. Innerhalb postkolonialer Studien sind die (ehemaligen) Kolonien daher auch als „Laboratorien der Moderne“ beschrieben worden. Entsprechend schließt dieses Forschungsgebiet sowohl Analysen der politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen im „globalen Süden“ als auch Untersuchungen über die genannten Verflechtungen mit dem „Norden“ ein. Darüber hinaus geht es darum, die Legitimationsstrategien verschiedener kolonialer und neokolonialer Diskurse zu untersuchen, um die normative Gewalt aufzudecken, die im Namen von Rationalität, Fortschritt und Entwicklung ausgeübt wird.
Postkoloniale Studien stellen also einerseits den Versuch dar, die bis in die Gegenwart fortwirkenden Effekte des europäischen Imperialismus und Kolonialismus zu rekonstruieren. Andererseits zielen sie darauf ab zu dokumentieren, wie prekär und umkämpft diese Herrschaftsformationen waren, um damit (post-)koloniale Konstellationen in ihrer ganzen Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erfassen. Dabei versuchen postkoloniale Studien, die nachhaltigen und ambivalenten Effekte kolonialer Herrschaftsstrukturen auf Begrifflichkeit, Theoriebildung, Denkstile, Forschungsprogramme etc. in verschiedenen Wissensfeldern aufzuzeigen. Postkoloniale Studien beabsichtigen die Dekonstruktion des Eurozentrismus, der einem Großteil der aus Europa stammenden Theoriebildung innewohnt. Sie weisen dabei nicht nur eurozentrische Universalitätsansprüche zurück, sondern auch deren herrschaftliche Dubletten, den globalen Partikularismus und Kulturrelativismus.
Auch für die Analyse politischer Praxis und Normen erweist sich eine postkoloniale Perspektive als unabdingbar. In der heutigen Zeit müssen die globalen Dimensionen sozialer Ungleichheit in den Blick genommen werden. Aufgrund unserer „verwobenen Geschichten“ ist es unzureichend, politischer Verantwortung nur innerhalb nationalstaatlicher Grenzen gerecht werden zu wollen. Postkoloniale Theoretikerinnen und Theoretiker haben aufgezeigt, dass es unmöglich ist, eine Geschichte des „Westens“ ohne die Geschichte der Kolonialländer zu schreiben und umgekehrt. Trotz vielfältiger Bemühungen, globale Herrschaftskonstellationen aus einer multidimensionalen Perspektive zu erfassen, haben kritische Ansätze im deutschsprachigen Raum vor dem Hintergrund der vergleichsweise kurzen Kolonialherrschaft Deutschlands bisher häufig den kolonialen Entstehungskontext transnationaler Probleme und Konflikte vernachlässigt. So wurden postkoloniale Perspektiven hierzulande im Unterschied zur angloamerikanischen Hochschullandschaft lange Zeit nur marginal wahrgenommen und rezipiert. Das aktuelle Interesse an postkolonialer Theorie im deutschsprachigen Raum hat dazu geführt, dass nun auch hier einem lange Zeit vernachlässigten Forschungsfeld Beachtung geschenkt wird, das zur Erweiterung kritischer Theoriebildung der Institutionalisierung bedarf.
Das „Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies“ (FRCPS) dient dem Zweck, postkoloniale Theorie im Allgemeinen und feministisch-postkoloniale Theorie im Be-sonderen im deutschsprachigen Wissenschaftsdiskurs stärker zu verankern. Es ist das erste seiner Art innerhalb der deutschsprachigen Sozialwissenschaften. Die transdisziplinäre Forschungsstelle fördert postkoloniale Untersuchungen mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt, trägt zu einer weiteren Etablierung postkolonialer Studien in Deutschland bei und setzt darüber hinaus neue Akzente innerhalb der postkolonialen Theorieproduktion selbst. Mit dem FRCPS können sich sowohl der Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ als auch die Goethe-Universität Frankfurt in einem wichtigen Forschungsbereich mit hoher Sichtbarkeit profilieren.
Das FRCPS verfolgt den Anspruch, postkoloniale Konstellationen und Konflikte in all ihrer Komplexität zu erforschen. Im Unterschied zu anderen Institutionalisierungen postkolonialer Studien im deutschsprachigen Raum wird das Zentrum daher nicht nur kulturelle Transfer- und Hybridisierungsprozesse thematisieren, sondern einen ebenso starken Akzent auf Fragen der Dekolonisierung und Demokratisierung in den postkolonialen Kontexten sich entwickelnder sozio-ökonomischer und politischer Räume legen. Die konzeptionellen und kulturellen Austauschbeziehungen zwischen dem „Süden“ und dem „Norden“ untersuchen heißt für das FRCPS immer auch, Gewalt und sozio-ökonomische Ausbeutung als definierendes Moment kolonialer Kontakte zur Kenntnis zu nehmen. Die vielfältigen Wirkungsweisen und das Ineinandergreifen verschiedener normativer Ordnungen bilden dabei einen wichtigen Ansatzpunkt für die Theoriebildung und weitere Analysen. Die kritische Reflexion verschiedener Normtypen – juridischer, moralischer und sozialer Normen – und ihres Zusammenwirkens in unterschiedlichen Herrschaftsprojekten, die etwa Geschlecht und Sexualität formen, erweist sich als unverzichtbar, um die Funktionsweise kolonialer Rechtfertigungsnarrative wie der mission civilisatrice zu verstehen. Andererseits gilt es auch, dem kritischen Gehalt von Normen wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit Rechnung zu tragen, die von Befreiungsbewegungen gegen koloniale Herrschaft ins Feld geführt wurden und auch gegenwärtig von Frauenbewegungen weltweit für emanzipatorische Forderungen angeeignet werden.
Indem auch Geschlechterordnungen als normative Ordnungen begriffen werden, streben am FRCPS angesiedelte Forschungen stets die Integration einer heteronormativitätskritischen Perspektive an, da hiermit wichtige Fragen aufgeworfen werden können: Wie sind Geschlechterbeziehungen und Sexualität in postkolonialen Kontexten strukturiert? Wie können Geschlechterordnungen dekonstruiert werden? Und wie wirken sich globale Arbeits- und Produktionsprozesse auf Geschlechterverhältnisse sowohl in wie auch zwischen „Nord“ und „Süd“ aus?

Zur Website des FRCPS: Hier...

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Aktuelles

Rainer Forst zu Corresponding Fellow der British Academy gewählt

Wie die British Academy am 24. Juli bekannt gab, wurde Prof. Rainer Forst als Corresponding Fellow aufgenommen. Jährlich wählt die British Academy herausragende Gelehrte und Wissenschaftler*innen, die sich auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften international verdient gemacht haben zu Corresponding Fellows. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

8. September 2020, 19.30 Uhr

DenkArt „Der normalisierte Ausnahmezustand“: Prof. Wilhelm Heitmeyer: „Autoritäre Bedrohungen oder liberale Demokratie?“ – Die offene Gesellschaft im Ausnahmezustand. Mehr...

10. September 2020, 12.30 Uhr

Online Book lɔ:ntʃ: Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg: Autoritarismus - Verfassungstheoretische Perspektiven (Suhrkamp 2020). Mehr...

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Neueste Medien

Normative Orders Insights

... mit Franziska Fay

Normative Orders Insights

... mit Rainer Forst

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...