Leuchtende Bürobauten

35 Projekte der Luminale in Offenbach

ajw. OFFENBACH. Zum vierten Mal beteiligt sich Offenbach an der regionalen Lichtschau Luminale. Zwischen 30. März und 4. April werden nach Angaben von Jürgen Amberger, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, 35 Projekte präsentiert. Titel der Veranstaltungsreihe: "Highlight Offenbach".
Das künstlerische und technische Spektrum ist weit gespannt: Es reicht vom Labyrinth im Stadtwald, einem von Licht umkränzten Motor, der vor seinem Exitus letzte Zuckungen in der früheren Schraubenfabrik Gebr. Heyne an der Ludwigstraße offenbart, bis zu einem Bürogebäude, dessen Fenster durch die Bewegungen der Passanten beleuchtet und mit einer Toncollage unterlegt werden.
Amberger machte deutlich, dass Offenbachs Teilnahme die Kreativwirtschaft stärken solle. Zwar könne die Stadt die Projekte nicht fördern. Vielmehr müssten sie sich selbst finanzieren. Doch biete die Stadt eine Plattform und kümmere sich um die Werbung. Insgesamt beteilige sich die Wirtschaftsförderung mit rund 15 000 Euro an der Präsentation zur "Luminale".
Ria Baumann vom Amt für Wirtschaftsförderung verwies auf zwei herausragende Vorhaben. Dazu gehört das Projekt "Say Say Say". An dem zu Beginnder siebziger Jahre entstandenen, unter Denkmalschutz stehenden Rathaus sollen Leuchtkästen installiert werden, die Sprechblasen enthalten. "Mach das Licht aus, wenn Du gehst" könnte darauf stehen. Diese Installation der Künstlerinnen Anny und Sibel Öztürk ist Teil eines Projekts, das zusammen mit der Frankfurter Universität verwirklicht wird.
Klaus Günther, Ko-Sprecher des Exzellenzclusters "Normative Ordnungen", sieht in dem Medium die Chance, divergierende Ansichten zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen darzulegen. Auch wenn die comicartigen Sprechblasen derzeit nicht veränderbar sind: Auf der Internetseite des Frankfurter Universitätsinstituts sollen die Einträge aufgenommen werden.
Ein weiterer Projektverbund ist die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Darmstadt und der Offenbacher Firma "Nordlicht", die sich laut Geschäftsführer Andreas Mohr auf Lichtdesign konzentrieren will. Unter dem Titel "Infinity" präsentiert "Nordlicht" skulpturale Objekte, entworfen und umgesetzt von Darmstädter Studenten zusammen mit einer norwegischen Studentin. Bei diesen dreidimensionalen Lichtobjekten geht es laut Mohr auch um brisante geschichtliche Themen wie den atomaren GAU.
Einzelheiten zum Programm der Luminale finden sich im Internet unter der Adresse www.offenbach.de/luminale.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2014, Anton Jakob Weinberger
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