Von der allgemeinen Erschöpfung. Vorträge von Wissenschaftlern im Klingspor-Museum

skem. OFFENBACH. Den Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgern wollen das Klingspor-Museum, die Wirtschaftsförderung Offenbach und das Exzellenzcluster der Goethe-Universität Frankfurt mit der Veranstaltungsreihe "Goethe Lectures Offenbach" anregen. In vier Vorträgen im Klingspor-Museum, die sich an interessierte Bürger richten, sollen Wissenschaftler über aktuelle Fragestellungen sprechen.

Wie Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters an der Goethe-Universität, sagte, trage die Reihe den Namen, da man hoffe, dass auch viele Frankfurter aus Neugier nach Offenbach kämen, wie es schon Goethe getan habe. Die Themenauswahl solle zeigen, wie vielfältig das interdisziplinäre Exzellenzcluster sei. Zu jedem Vortrag sollen laut Museumsleiter Stefan Soltek thematisch passende Stücke aus der Goethe-Sammlung ausgestellt werden.

Schon im Sommer 2013 hatte es ein Kooperationsprojekt zwischen dem Frankfurter Exzellenzcluster und der Stadt Offenbach gegeben. Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung, sagte, dass die damaligen Veranstaltungen so gut besucht gewesen seien, dass man eine abermalige Zusammenarbeit beschlossen habe. Schmidt kündigte an, dass die neue Reihe im nächsten Jahr voraussichtlich fortgesetzt werden solle. Die erste Veranstaltung dieser Folge beginnt am Donnerstag mit einem Vortrag von Sighard Neckel, Professor für Soziologie an der Universität Frankfurt, zum Thema "Burnout: Das gesellschaftliche Leid der Erschöpfung". Darin soll es um die gesellschaftlichen Veränderungen gehen, die das weitverbreitete Gefühl der Erschöpfung begünstigen. Dazu zählen etwa die Veränderungen der Berufswelt, die nach Neckels Worten viele Berufstätige wegen befristeter Verträge als nie endende Kette von Bewährungsproben erleben, und die moderne Lebensführung, die er als "Verbetrieblichung der Alltagsorganisation" bezeichnete.

Am 23. Juni referiert der Rechtswissenschaftler Matthias Kettemann über das Thema "Wer hat die Macht im Internet?". Am 12. Oktober spricht Annette Imhausen, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt, über die Schriftentstehung in Ägypten und Mesopotamien.

Die Reihe endet schließlich am 26. November mit dem Vortrag des Wirtschaftswissenschaftlers Manuel Wörsdörfer, zum Thema "Banken und Menschenrechte: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit". Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr im Klingspor-Museum, der Eintritt ist frei.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Mai 2015, skem. © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.


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