Das globale Regieren im Blick. Politikwissenschaftlerin Deitelhoff erhält Schader-Preis

h.r. DARMSTADT. "Was bleibt vom Staat?" ist ein Buch, das die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff vor ein paar Jahren mit herausgegeben hat. Es wirft Fragen auf, die heute im Mittelpunkt der politischen Diskussion Europas stehen. Wie viel politische Verantwortung kann und soll die Europäische Union übernehmen? Gibt es überhaupt eine demokratisch legitimierte Herrschaft jenseits des Nationalstaates? Als Professorin für "Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik" an der Goethe-Universität Frankfurt und als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) ist Deitelhoff mit solchen Themen beschäftigt. Der Senat der Schader-Stiftung hat der Wissenschaftlerin den mit 15 000 Euro dotierten Schader-Preis 2017 zuerkannt.
Deitelhoff, 1974 geboren, reiht sich damit in den Kreis namhafter Wissenschaftler ein, die die Schader-Stiftung, die sich um den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und der Praxis bemüht, in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat. Die Soziologin Jutta Allmendinger zählt ebenso dazu wie der Staatsrechtler Paul Kirchhoff, der Sprecher des Schader-Senats ist und die Entscheidung für Deitelhoff so begründete: "Sie erhält den Preis für ihre Forschungen zu Herrschaft und Widerstand in der Politik unseres globalen Zeitalters, zu Normen und Institutionen von Staatlichkeit und deren Internationalisierung, zum humanen Völkerrecht und der Entpolitisierung staatlicher und gesellschaftlicher Sicherheitsleistungen."
Die Preisträgerin hat Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Technischen Universität Darmstadt und der State University of New York at Buffalo studiert. 2004 promovierte sie mit einer Arbeit, die unter dem Titel "Überzeugung in der Politik" erschienen ist. Seit 2009 hat Deitelhoff eine Professur für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen an der Goethe-Universität inne und leitet eine Forschergruppe an der HSFK. Deren geschäftsführendes Vorstandsmitglied ist sie seit diesem Jahr.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15 Dezember 2016, h.r. © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.


Aktuelles

"Making Crises Visible" - Ausstellung und Rahmenprogramm beginnen im Februar 2020

Der Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität beteiligt sich von Februar bis Juni 2020 am Rahmenprogramm zum wissenschaftlich-künstlerischen Projekt "Making Crises Visible". Mehr...

DFG fördert Kolleg-Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“

Eine von der DFG geförderte Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Titel  „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ richtet ab Oktober 2020 den Blick auf frühere Formen des Christentums. Sprecherinnen sind Prof. Dr. Birgit Emich und Prof. Dr. Dorothea Weltecke, Mitglied des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität. Mehr...

Nächste Termine

26. Februar 2020, 18 Uhr

Ausstellungsprojekt "Making Crises Visible": Kuratorenführung: »Making Crises Visible«. Mit Felix Kosok. Mehr...

27. Februar 2020, 10 Uhr

Workshop: Criticism of Religion in the Enlightment Era. Mehr...

-----------------------------------------

Neueste Medien

Demokratie_Was wird aus der Krise des Politischen?

Prof. Dr. Martin Saar
Denkraum "Zukunft_Aber wie?"

Entzauberung und Wieder-Verzauberung in Ruinenlandschaften: Jia Zhangkes experimentelles chinesisches Großstadtkino

Winnie Yee
Lecture & Film "Jia Zhangke: Kino der Transformation"

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. Mehr...