Zukunft des Films. Programm des 11. Lichter Filmfests in Frankfurt

Im Chaos scheint die Kunst zu gedeihen - jedenfalls, wenn man das Programm des diesjährigen Lichter Filmfests Frankfurt International betrachtet. Mehr als 100 Langfilme und Kurzfilme, dazu das erste "Autoscooterkino" mit einem von den fahrenden Zuschauern generierten Film als Spielfläche hat sich das Lichter Filmfest vom 3. bis 8. April vorgenommen, dazu eine Neuauflage des Virtual-Reality-Wettbewerbs sowie den Videokunstwettbewerb Lichter Video Art. Erstmals wird das Festival das Zoo-Gesellschaftshaus zu seinem Sitz machen und dort zwei Kinos sowie eine Bar einrichten. Autoscooter gefahren wird in der Naxoshalle, weitere Filme laufen in den Kinos Mal seh'n, Harmonie und im Deutschen Filmmuseum.

In diesem Jahr geht es, angesichts diverser politischer Entwicklungen und zunehmender Sorge um die Zukunft um das Thema Chaos - politisch, kulturell und künstlerisch. Regionale Dokumentarfilme, internationale Spielfilme, gleich zwei Programme mit den bei Filmemachern beliebten mittellangen Formaten sowie Kurzfilmprogramme sind unter diesem Überbegriff versammelt, dazu ein Begleitprogramm, das abermals zusammen mit dem Exzellenzcluster "Herausbildung normativer Ordnungen" der Goethe-Universität gestaltet wird.

Ganz und gar nicht chaotisch allerdings soll die größte Neuerung des Festivals ablaufen, ein hochkarätig besetzter Kongress zur Zukunft des deutschen Films. Nach zwei Jahren Vorarbeit an Finanzierung und Konzept konnten Festivaldirektor Gregor Maria Schubert und seine Ko-Leiterin Johanna Süß eine Idee verwirklichen, die auf eine flammende Rede des damaligen Lichter-Schirmherrn Edgar Reitz im Jahr 2016 zurückgeht. Er hatte damals mehr Aufmerksamkeit für deutsche Filme gefordert, deren Qualität oft nicht wahrgenommen werde. Nun soll teilweise öffentlich, aber auch an runden Tischen diskutiert werden: mit dem Ziel, eine handfeste Agenda für die Entscheider zu formulieren.

emm.

Das Lichter Filmfest beginnt am 3. April. Informationen unter www.lichter-filmfest.de, ein Programmheft liegt aus.

F.A.Z., 28.03.2018, Kultur (Rhein-Main-Zeitung), Seite 34. © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.


Aktuelles

Leibniz-Preis 2019 für Ayelet Shachar

Prof. Dr. Ayelet Shachar, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen", ist Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgerin 2019. Mehr...

Nächste Termine

24. April 2019, 18.15 Uhr

Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": Prof. Oliver Marchart: Was ist radikal an radikaler Demokratie? Vorschläge zur Behebung des institutionentheoretischen Defizits radikaler Demokratietheorie. Mehr...

25. April 2019, 19 Uhr

XXII. Frankfurter Stadtgespräch: Das Verbrechen des Holocaust verjährt nicht - Die Aufgaben von Historie und Justiz. PD Dr. Boris Burghardt und Günther Feld im Gespräch mit Prof. Dr. Sybille Steinbacher. Moderation: Rebecca C. Schmidt. Mehr...

26. April 2019, 18 Uhr

Lecture & Film "Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman": An Evening with Babette Mangolte (New York/San Diego). Mehr...

-----------------------------------------

Neueste Medien

Privatsphäre_Wie sind wir geschützt im digitalen Zeitalter?

Marina Weisband
Denkraum: Verfassung_Aber wie?


The Marketization of Citizenship

Prof. Dr. Ayelet Shachar
Third Annual Goethe-Göttingen Critical Exchange "The Contours of Citizenship"

Neueste Volltexte

Kettemann, Matthias; Kleinwächter, Wolfgang; Senges, Max (2018):

The Time is Right for Europe to Take the Lead in Global Internet Governance. Normative Orders Working Paper 02/2018. Mehr...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. Mehr...