Veranstaltungen

Latenz - Zur Genese des Ästhetischen als historischer Kategorie

Kantorowicz Lecture in Political Language

Mittwoch, 8. Juni 2022, 18.00 Uhr

Vortrag von
Prof. Dr. Anselm Haverkamp (Universität München)

Latenz ist ein tentativer Begriff: das in ihr Begriffene drängt sich auf, bevor es begriffen ist. Es liegt auf der Hand, dass Ästhetik dabei eine Rolle spielt: ihr historischer Quellenwert liegt im Freilegen von Latenzen, des sich in Geschichte wandelnden Latenten.

„Der Schriftsteller: er sagt immer mehr und weniger als er denkt. […] Was er schließlich schreibt, entspricht keinem wirklichen Gedanken.“ (Valéry, Tel Quel).

Als Relais der in allem und jedem Gesagten akuten, aber unverwirklichten Zukünfte liegt die Wahrheit von Kunst und Literatur in keiner Unbestimmtheit oder Unendlichkeit, sondern unterliegt sie einer historischen Ökonomie der Latenthaltung. Nicht alles ist möglich, latent ist nicht virtuell.

Clov „Es gibt so viele schreckliche Dinge“. Hamm „Nein, nein, es gibt gar nicht mehr so viele.“ (Beckett, Endgame – Adorno, Versuch das Endspiel zu verstehen)

Anselm Haverkamp ist emeritierter Professor of English an der New York University und Honorarprofessor für Philosophie an der Universität München.

Weitere Informationen folgen

Veranstalter:
Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Neue Konfliktlinien: Polarisiert sich Deutschland?

Kontrovers: Aus dem FGZ

Donnerstag, 27. Januar 2022, 16.30 Uhr

Mit: Prof. Dr. Daniela Grunow (FGZ Frankfurt, Goethe-Universität) und
Prof. Dr. Andreas Zick (FGZ Bielefeld, Universität Bielefeld)
Moderation: Heike List (FGZ, Goethe-Universität)

Die Veranstaltung findet online via Zoom statt. Wir bitten um eine Anmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Login-Daten werden nach Anmeldung übermittelt.

Die in Politik und Öffentlichkeit artikulierte Sorge um eine gesellschaftliche Polarisierung umfasst verschiedene Annahmen: Politische Streitfragen zu Pandemiebekämpfung, Klima-, Gender- und Migrationspolitik würden zunehmend verhärtet geführt, Meinungen und Einstellungen, Gruppen und Parteien stünden sich dabei unversöhnlich bis feindschaftlich gegenüber und radikalisierten sich. Wechselseitiges Vertrauen und Kompromissbereitschaft gingen verloren und Konflikte würden immer häufiger gewaltsam ausgetragen. Das „Auseinanderdriften der Gesellschaft“ wird darüber hinaus in einer unüberbrückbar werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, regional ungleichen Lebensverhältnissen sowie fehlenden Bildungs- und Aufstiegschancen diagnostiziert.
Im Format „Kontrovers: Aus dem FGZ“ wollen wir diese Thesen wissenschaftlich einordnen und diskutieren: Haben wir es überhaupt mit einer Polarisierung der Lager und politischen Einstellungen in Deutschland zu tun oder ist diese Sichtweise verzerrt? Lassen sich neue kulturelle und sozioökonomische Konfliktlinien und gesellschaftliche Spaltungstendenzen erkennen? Welche Daten sprechen dafür, welche dagegen? Und schließlich: Wieviele dieser Gegensätze kann und muss eine plurale Demokratie aushalten?
Mit der Diskussion dieser und weiterer Fragen zwischen Prof. Dr. Daniela Grunow (Professorin für Soziologie, FGZ Frankfurt/Goethe-Universität) und Prof. Dr. Andreas Zick (Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, FGZ Bielefeld/Universität Bielefeld), moderiert von Heike List (Wissenschaftliche Referentin der Geschäftsführung, FGZ), startet die Reihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“ ins Jahr 2022.

Daniela Grunow ist Direktorin des Institute for Empirical-Analytical Research (InFER) und Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt „Quantitative Analysen gesellschaftlichen Wandels“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität sowie Sprecherin der Forschungsgruppe „Reconfiguration and Internalization of Social Structure“ (RISS). Am FGZ-Standort Frankfurt ist sie stellvertretende Sprecherin und leitet zwei Teilprojekte, darunter „Wertkonflikte, Arbeitsteilung und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Geschlechterverhältnis“. Ihre Forschung und Lehre konzentrieren sich auf die Wechselwirkungen von Arbeitsmarkt, Hausarbeit und Geschlechterbeziehungen in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten sowie auf Aspekte sozialer Integration und Kohäsion. Zur Erforschung dieser Themen verwendet sie unterschiedliche empirische Methoden; speziell Methoden zur Analyse von Längsschnittdaten. 
 
Andreas Zick ist Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung und Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an der Universität Bielefeld sowie Sprecher des Standorts Bielefeld des FGZ. Am FGZ-Standort Bielefeld leitet er vier Forschungsprojekte, darunter das Projekt „Zusammenhalt in und durch Nachbarschaften – Stadtteilstudien und Regionalpanel NRW und Niedersachsen“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei Intergruppenkonflikten, Vorurteilen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Radikalisierung und Extremismus sowie Migrations- und Integrationsprozessen. Er engagiert sich zudem langjährig in der medialen und öffentlichen Vermittlung seiner Forschungsergebnisse zu Ursachen, Formen und Folgen innergesellschaftlicher Konflikte, Diskriminierung und Gewalt.
 
Heike List ist Wissenschaftliche Referentin der Geschäftsführung des FGZ. An der Goethe-Universität arbeitete sie zuvor in der Geschäftsstelle des Exzellenzclusters „Normative Orders“ und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im EU-Verbundprojekt „Reconstituting Democracy in Europe“ (RECON) am Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie in der Lehre und Forschung u.a. zu normativen Ordnungsstrukturen der EU und dem Spannungsverhältnis von nationaler Vielfalt und Demokratie.

Zum Format:
In der Debattenreihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“ werden Themen und Thesen aus der Frankfurter Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in öffentlichen Debatten zu kontroversen Positionen zugespitzt, in einem Dialog vermittelt und zur Diskussion gestellt.
"Kontrovers" ist eines von drei Transferformaten aus dem Transferprojekt „Frankfurt streitet!“ des Frankfurter Standorts des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ziel des Transferprojekts ist es, in verschiedenen Formaten die Bedeutung einer Konfliktkultur des produktiven Streits für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu vermitteln und praktisch erlebbar zu machen. Das Projekt möchte dabei den Gedanken aufgreifen, dass es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entscheidend ist, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sozial produktiv auszutragen.

Veranstalter
Frankfurter Teilinstitut des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Sozialpsychologie des zeitgenössischen Autoritarismus und Rechtspopulismus – Dynamiken des Vertrauens und Misstrauens

Workshop

Freitag, 18. März 2021

Gegenwärtig ist in vielen Ländern ein Aufstieg von Bewegungen zu beobachten, die demokratische Errungenschaften auf doppelbödige Weise unterminieren: Sie attackieren Rechtsstaatlichkeit und berufen sich zugleich darauf, wenn es opportun erscheint. Sie wenden sich gegen Minderheiten und reklamieren für sich selbst jene Schutz- und Freiheitsrechte, die sie in anderer Hinsicht massiv bekämpfen. Sie greifen an und deklarieren sich als diskreditierte Opfer.
Entsprechende Phänomene werden unter dem Begriff des Rechtspopulismus oder auch eines neuen Autoritarismus gefasst. In jüngerer Zeit finden sich entsprechende Muster auch bei Anti-Corona-Protesten und den gemischten Milieus der in Deutschland sog. ‚Querdenker‘.
Bei aller Heterogenität der Beteiligten und der deklarierten Ziele lassen sich als verbindende Elemente ein generalisiertes Misstrauen gegenüber Institutionen und Repräsentant:innen des demokratischen Rechtsstaats als leitmotivisch für Weltsichten und Handlungsmuster ausmachen. Komplementär dazu haben sich regressive Formen des Vertrauens in idealisierte Gruppen oder Autoritäten herausgebildet.
Solche spezifischen Dynamiken des Vertrauens und Misstrauens sowie ihre doppelbödigen destruktiven Potenziale sollen durch sozialpsychologische Zugänge erhellt werden, die im Zentrum dieses Workshops stehen.

Mit: José Brunner (Tel Aviv), Katarina Busch (SFI), Maurits Heumann (Luzern), Vera King (SFI & GU Frankfurt), Patrícia da Silva Santos (Belem), Mardeni Simoni (SFI), Ferdinand Sutterlüty (IfS & GU Frankfurt), Greta Wagner (Darmstadt/Luzern) und Heinz Weiß (Stuttgart/SFI Frankfurt)

Organisiert von Vera King und Ferdinand Sutterlüty

Online via Zoom. Um Anmeldung über Sonja Helfmann: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.

Programm und weitere Informationen (PDF): Hier...

Veranstalter:
Sigmund-Freud-Institut Frankfurt, „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität

Crisis of Freedom. Hegel‘s Elements of the Philosophy of Right After 200 Years

International Conference

13th - 15th January 2022

The object of Hegel’s Elements is “das Recht”. Hegel understands Recht to be nothing else (and nothing less) than the actuality of freedom: freedom that has become actual, that is, freedom that has actualized itself. In this sense, Recht comprises all of (social) actuality which can in turn be understood as the medium and presentation of freedom. Hegel’s Elements is a theory of freedom and a theory of social actuality in one. Since the publication of Hegel’s Elements, this unity of theory of freedom and theory of (social) actuality has been understood as an apologetic program. This understanding was decisively influenced by Hegel’s positioning in the political struggles of his time. After Hegel, the critique of this reactionary positioning has fueled the program to go back behind Hegel. Hence, a (normative) theory of freedom was played off against a (realistic) theory of social and political reality in order to thereby regain the possibility of critique. Yet this reaction forfeits the specific form of critique that Hegel’s program of a conceptual unity of freedom and social actuality opens up. For Hegel’s program is critical not because it asserts the claims of freedom against (bad) actuality or the claims of actuality against (false) freedom but rather through the mode in which it demonstrates the unity of freedom and actuality: it is critical through the mode of its presentation (Darstellung). Since it shows that the unity of freedom and actuality only exists as a process – and that this process consists in the bringing forth of the tensions and contradictions in which the attempts to actualize this unity become necessarily entangled. Hegel’s Elements is thus critical as an exposition of crises: Its argument moves from one to the next form of right by showing and exacerbating the crisis in which every form of law is caught up precisely because (or insofar as) it is a step in the actualization of freedom. The exposition of crises does thus not only have a diagnostic but a strategic, argumentative significance in Hegel’s philosophy of right.

Online via Zoom. To participate, please follow the links to individual sessions in the full program here...

Organized by: Simon Gurisch, Jonas Heller, Marina Martinez Mateo, Christoph Menke and Benno Zabel

Presented by:
Frankfurt Humanities Research Center (Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, FZHG), Department of Philosophy at the Goethe University Frankfurt and the Research Centre “Normative Orders” of Goethe University. The conference is funded by the Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG), the ProPostDoc-Program of the Frankfurt Humanities Research Centre (FZHG), the Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität and the Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Johann Wolfgang Goethe-Universität.

Political Trust

3. Vortrag innerhalb der ConTrust Speaker Series

Mittwoch, 16. Februar 2022, 18.15 Uhr

Kevin Vallier (Associate Professor of Philosophy at Bowling Green State University)

Online via Zoom. Eine Anmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ist erforderlich. Die Logindaten werden nach Anmeldung übermittelt.

ConTrust Speaker Series
A standard assumption of research is that trust and conflict stand in opposition and exclude one another. ConTrust questions that assumption and inquires into the dynamics of trust and conflict in various contexts of social life. Can trust arise in, manifest itself and be stabilized in conflicts rather than apart from them? What are the conditions for that?

Veranstalter: 
„ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ - ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Aktuelles

„Normative Ordnungen“, herausgegeben von Rainer Forst und Klaus Günther, ist im Suhrkamp Verlag erschienen

Am 17. April 2021 ist der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag erschienen. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

Das Postdoc-Programm des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“: Nachwuchsförderung zwischen 2017 und 2020

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit je her ein integraler Bestandteil des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Das 2017 neu strukturierte, verbundseigene Postdoc-Programm bietet die besten Bedingungen zu forschen und hochqualifizierte junge Wissenschaftler*innen zu fördern. Zum Erfahrungsbericht: Hier...

Nächste Termine

27. Januar 2022, 16.30 Uhr

Kontrovers: Aus dem FGZ: Neue Konfliktlinien: Polarisiert sich Deutschland? Mit: Prof. Dr. Daniela Grunow (FGZ Frankfurt, Goethe-Universität) und Prof. Dr. Andreas Zick (FGZ Bielefeld, Universität Bielefeld). Moderation: Heike List (FGZ, Goethe-Universität). Mehr...

27. Januar 2022, 20.15 Uhr

Lecture & Film "Zwischen Surrealismus und Subversion: Die Filme von Věra Chytilová": Peter Hames (Staffordshire): Chytilová's Flights and Falls. Mehr...

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Prof. Dr. Martin Belov (Sofia Universität „St Kliment Ochridski“)
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