Frankfurt Lectures starten mit "Vernunft und Subjektivität"

Charles Larmore ist am 2. und 3. November erster Redner der neuen Reihe des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Pressemitteilung

23. Oktober 2009

FRANKFURT „Wir sollten nicht überrascht sein, überrascht zu werden.“ Auch solche Einsichten finden sich bei Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (USA). In seinem Aufsatz ‚The Idea of a Life Plan’ plädiert er für eine Lebensführung, die auch für das Unerwartete offen ist. Bekannt wurde Larmore hierzulande Mitte der 90er Jahre mit einem Buch über Strukturen moralischer Komplexität. Heute gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen Philosophen. Am 2. und 3. November spricht der vielseitige Denker an der Goethe-Universität über ‚Vernunft und Subjektivität’.

Mit Charles Larmore beginnen die neu ins Leben gerufenen Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’ der Goethe-Universität. Die beiden Vorlesungen am Montag (2.11.) und Dienstag (3.11.) finden auf dem Campus Westend statt (Hörsaalzentrum, HZ6) und dauern jeweils von 19 bis 21 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Die Vorträge stehen in einem engen inhaltlichen Zusammenhang. Der erste trägt den Titel ‚Vernunft’, der zweite ‚Subjektivität’. Beide haben das Ziel, eine Theorie der inneren Verbindung von Vernunft und Subjektivität darzulegen.

Der Ausgangspunkt von Larmores Überlegungen ist, dass man sich häufig auf die Vernunft beruft und dabei zumeist an Prinzipien denkt, die unser Denken und Handeln leiten sollten. Die Vernunft selber aber müsse, so Larmore, etwas tiefer liegendes als jede Reihe von Prinzipien sein, da sie es uns ja erst ermögliche, deren Gültigkeit zu prüfen und gegebenenfalls anzuerkennen. Die Vernunft sei also, so Larmore weiter, unser Vermögen, uns nach Gründen zu richten, und liege daher so tief in unserem Wesen, dass es eben diese Selbstbeziehung sei, die uns erst zu Subjekten mache.

Der 1950 geborene Larmore hat in Harvard, Paris, Münster und Yale studiert. Bevor er an die Brown University wechselte, lehrte er an der Columbia University und der University of Chicago. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ethik und politische Philosophie. Darüber hinaus arbeitet er über die Natur des Selbst, zur Geschichtsphilosophie und zu verschiedenen Fragestellungen der Metaphysik und Erkenntnistheorie. Zu seinen Publikationen gehören ebenso Arbeiten über den deutschen Idealismus und auch über Jürgen Habermas. Für sein Buch ‚ Les pratiques du moi’ erhielt Larmore im Jahr 2004 den Grand Prix de Philosophie der Académie Française.

Im Rahmen der Frankfurt Lectures wird einmal im Semester ein international herausragender Forscher eingeladen, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen einen bestimmten Aspekt der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Im Sommersemester 2010 wird Prof. Frank Michelman von der Harvard Law School die Vorlesungen halten.

Informationen Peter Siller, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Tel: 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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