Von „Rambo“ bis „Pulp Fiction“: Gesetz und Gewalt im Kino

Vorlesungsreihe des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ startet am 17. Oktober 2013 mit „Heat“

Pressemittelung

8. Oktober 2013

FRANKFURT AM MAIN. „Gesetz und Gewalt im Kino“ heißt eine neue Vorlesungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Wintersemester. Auf dem Programm stehen insgesamt 14 Vorträge über ausgewählte Filme, darunter Blockbuster wie „Rambo“ und „Pulp Fiction“, aber auch Werke von Woody Allen sowie der hochgelobte japanische Zeichentrickfilm „Die letzten Glühwürmchen“, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spielt. Western sind ebenfalls dabei – „The wild Bunch“ von Sam Peckinpah zum Beispiel und „Il grande silenzio“, ein Italowestern mit dem deutschen Titel „Leichen pflastern seinen Weg“. Die wissenschaftlichen Vorträge finden jeweils donnerstags um 16.15 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Hörsaalzentrum (HZ 9) auf dem Frankfurter Campus Westend. Der Eintritt ist frei.

Die Darstellung von Gewalt war von Anfang an ein Leitmotiv des Kinos. In unterschiedlichen Genres nimmt diese sehr unterschiedliche Funktionen ein. Einen wichtigen Strang aber bildet in den Erzählungen des Kinos seit jeher die Frage nach dem Recht der Gewalt und der Gewalt des Rechts. Viele Spielfilme, die von Akten, Ereignissen und Zuständen offener oder latenter Gewalt erzählen, stellen durch die Art ihrer Erzählung die Frage nach der Legitimität der sozialen Ordnungen, in denen Gewalt entsteht und vergeht. Sie handeln von der Intimität von Gesetz und Gewalt. Zu den klassischen Filmgenres, in denen der Zusammenhang und Gegensatz von Gesetz und Gewalt in immer neuen Varianten durchgespielt wird, gehören der Western, der Film Noir und seine Ableger im Polizeifilm, aber auch der Kriegsfilm, soweit er die Legitimität militärischer Operationen zum Thema macht.

Die Vorlesungsreihe wird anhand der Interpretation exemplarischer Filme dieser Genres untersuchen, wie die Verzahnung von Recht, Gesetz und Gewalt im Kino dramatisiert wird – und welches Licht diese Inszenierungen auf idealisierende Prämissen und Prinzipien in traditionellen und aktuellen Theorien des Rechts und der Politik werfen. Organisiert wird die Reihe von Frederike Popp und Prof. Martin Seel (Exzellenzcluster und Institut für Philosophie der Goethe-Universität) zusammen mit Prof. Angela Keppler (Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Clusters). Die aktuelle Vorlesungsreihe gehört zum gleichnamigen Cluster-Forschungsprojekt „Gesetz und Gewalt im Kino“.

Zum Auftakt der Vortragsreihe spricht der Mit-Organisator und Frankfurter Philosophieprofessor Martin Seel am Donnerstag, 17. Oktober 2013, über den Film „Heat“ von Michael Mann mit Robert De Niro als Profigangster und Al Pacino als Lieutenant des Los Angeles Police Departments. Im weiteren Verlauf der Reihe wird u.a. auch Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, referieren. Der Rechtswissenschaftler beschäftigt sich am 7. November mit zwei Filmen von Woody Allen: „Matchpoint“ und „Crimes and Misdemeanors“ („Verbrechen und andere Kleinigkeiten“).

Bereits im Wintersemester 2011/2012 hatte der Cluster mit einem Team um Martin Seel eine Vorlesungsreihe zu besonderen Aspekten von Kinofilmen veranstaltet. Damals ging es um „Narration und Rechtfertigung im Kino“.

Programm:
www.normativeorders.net/kino

Kontakt:
Andrea Guevara, Institut für Philosophie/Sekretariat Prof. Seel, Tel: (069) 798-32772,  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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