Öffentliche Jubiläumsvorträge von Michael Bothe, Martti Koskenniemi, Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler

Im Rahmen des 100-jährigen Universitätsjubiläums sprechen Michael Bothe, Martti Koskenniemi, Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft


Pressemitteilung

6. Juni 2014

FRANKFURT AM MAIN. Jubiläen, insbesondere runde, laden dazu ein, Reisen durch die Zeit, durch das so oder auch anders Mögliche zu unternehmen. Fragen der historischen Erfahrung und der Erwartungen, mit denen sich das internationale öffentliche Recht konfrontiert sieht, stehen im Zentrum einer Vortragsveranstaltung, die mit vier prominenten Sprechern den Bogen spannt vom Völkerrecht über Fragen der Internet-Verfassung zum Europarecht.

Termin: Mittwoch, 11.06.2014 von 14 – 20 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino, Raum 1.801

Der erste, völkerrechtlich ausgerichtete Teil der Vorlesungen wird eröffnet von Michael Bothe, emeritierter Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht der Goethe-Universität. Sein Vortrag „Public International Law in Frankfurt“ beschäftigt sich mit der Geschichte der Frankfurter Fakultät. Die historischen Hintergründe als Grundlage künftiger Entwicklungen betrachtet Martti Koskenniemi, Professor für internationales Recht an der Universität Helsinki, mit dem Vortrag: „The Future of Public International Law“.

Aktuelle Problemstellungen stehen im Zentrum des zweiten Teils der Veranstaltung. „The Internet in Global Constitutionalism“ ist der Titel des Vortrags, den Ingolf Pernice, Professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Humboldt-Universität zu Berlin, hält. Joseph H.H. Weiler, Professor für Völker- und Europarecht an der New York University School of Law schließt mit „The Future of European (Union) Law“ die Vortragsreihe ab.

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Fachbereich Rechtswissenschaft freuen sich, mit den vier Referenten nicht nur bedeutende Vertreter ihrer Fachrichtungen, sondern auch außerhalb der akademischen Sphäre bekannte Persönlichkeiten gewonnen zu haben. Michael Bothes Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich des Völkerrechts, insbesondere forscht er zum Friedenssicherungsrecht und zur Rüstungskontrolle, zum humanitären Völkerrecht, zum internationalen Umweltrecht und zum vergleichenden Staats- und Verfassungsrecht. Darüber hinaus leitet Michael Bothe seit 1995 den „Fachausschuss Humanitäres Völkerrecht“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und war von 2001 bis 2005 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht.

Martti Koskenniemi ist einer der international führenden Völkerrechtler. Er lehrt Internationales Recht an der Universität Helsinki und ist Direktor des dortigen „Erik Castrén Institute of International Law and Human Rights“. Er war zudem mehrfach Hauser Global Professor of Law an der New York University School of Law (NYU). Außerdem war er auch tätig als Berater des finnischen Außenministeriums sowie Vertreter seines Landes bei der UN-Menschenrechtskommission und der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen. Koskenniemi erhielt im Jahr 2011 die Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität und hielt im gleichen Jahr die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters. Bekannt wurde Koskenniemi unter anderem mit seinen Büchern „From Apology to Utopia. The Structure of International Legal Argument” und „The Gentle Civilizer of Nations: The Rise and Fall of International Law 1870-1960“.

Ingolf Pernice ist Gründer und Direktor des Walter Hallstein-Instituts für Europäisches Verfassungsrecht in Berlin. Das Institut erforscht die Grundlagen, Strukturen und Inhalte einer europäischen Verfassungsordnung und gibt dabei insbesondere auch Politikern aus dem In- und Ausland die Gelegenheit, im Rahmen von Vorträgen und Konferenzen ihre Vorstellungen zur Europa- und Weltpolitik öffentlich zur Diskussion zu stellen. Bekannt wurde Ingolf Pernice für seine Theorie der europäischen Mehrebenenverfassung. Er ist Ehrendoktor der New Bulgarian University in Sofia.

Joseph H.H. Weiler ist einer der führenden internationalen Europarechtler. Er lehrt als Joseph Straus Professor of Law an der New York University und ist Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Er hat als Mitglied eines Juristen-Gremiums des Europäischen Parlaments am Entwurf zur Europäischen Grundrechtecharta mitgearbeitet. Außerdem vertrat Joseph H.H. Weiler die Regierung von acht Staaten vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Fall Lautsi vs. Italien. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Abhandlungen, unter anderen „The Constitution of Europe“ und „European Constitutionalism Beyond the State“, Joseph H.H. Weiler ist aber auch mit „Der Fall Steinmann“ Verfasser eines Romans.

Die Jubiläumsveranstaltung findet am Mittwoch, 11. Juni 2014, statt. Nach einer Begrüßung ab 14:00 Uhr sprechen zunächst Michael Bothe („Public International Law in Frankfurt“) und Martti Koskenniemi („The Future of Public International Law“).
Ab 17:00 Uhr halten Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler die Vorträge „The Internet in Global Constitutionalism“ und  „The Future of European (Union) Law“.
Vortragsort ist der Raum 1.801 im Casino auf dem Campus Westend.
Die Öffentlichkeit und die Presse sind herzlich eingeladen.

Eine weitere Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ findet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am 27. Juni 2014 um 19.00 Uhr im Museum für Moderne Kunst statt.
An diesem Tag hält im Rahmen der Ringvorlesung „Gesetz und Gewalt im Kino“ die an der Universität Mannheim lehrende Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin Angela Keppler, assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters, den Vortrag „Eine Travestie der Gewaltverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kinos“ über den Film „Viva Maria!“ (Louis Malle, F-I 1965). Im Anschluss an den Vortrag wird der Film im Original mit Untertiteln vorgeführt; danach wird es die Gelegenheit zur Diskussion geben.

Informationen im Internet:
www.normativeorders.net/gu-100

Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Herausgeber: Der Präsident, Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Telefon (069) 798 - 13035, Telefax (069) 798 - 763 12531,
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.uni-frankfurt.de

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