Vortrag zur Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Oktober im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

7. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN/OFFENBACH. Nach ihrem gelungenen Auftakt im vergangenen Sommersemester werden die „Goethe Lectures Offenbach“ nun fortgesetzt. Im kommenden Vortrag der Reihe, bei der der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit der Stadt Offenbach kooperiert, geht es um die „Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien“. Referentin am Montag, dem 12. Oktober, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Annette Imhausen, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.

Ungefähr gleichzeitig, wahrscheinlich aber unabhängig voneinander, entwickelte sich die Schrift in Ägypten und Mesopotamien. Ein Grund für die Entstehung von Schrift war in beiden Kulturen das Bedürfnis, numerische Daten festzuhalten. In der Folge verwendeten beide Kulturen die Schrift sowohl im Alltag als auch in monumentalen Inschriften, die für die Ewigkeit bestimmt waren. Obwohl es oberflächlich eine Reihe von Übereinstimmungen der Ausprägung und Verwendung von Schrift in Ägypten und Mesopotamien gibt, lassen sich bei etwas genauerer Betrachtung jedoch ebenso eine Reihe von signifikanten Unterschieden herausarbeiten, die Rückschlüsse über die jeweiligen Kulturen und ihr Weltbild geben können.

Während die Schrift, zusammen mit der Entwicklung numerischer Techniken, damals einen Grundbaustein des Erfolges beider Kulturen darstellte, ist sie heute unser bester Zugang zur Erforschung dieser Kulturen und regt so auch zum Nachdenken über den Umgang mit verschriftlichtem Wissen in unserer Zeit an. Der Vortrag zeichnet den Entstehungsprozess der Schrift in beiden Kulturen und seine Motivation(en) nach und erläutert die Folgen, die sich aus der Wahl der Schriftträger und der auf ihnen festgehaltenen Schriftzeichen ergeben sollten.

Annette Imhausen studierte Mathematik, Chemie, Ägyptologie und Altorientalistik. Nach der Promotion in Geschichte der Mathematik im Jahr 2000 folgten Forschungsaufenthalte in Cambridge, Mass. (Dibner Institute for the History of Science and Technology, MIT) und Cambridge, England (Trinity Hall College und Department of History and Philosophy of Science). Nach einer Juniorprofessur für Geschichte der Mathematik an der Gutenberg Universität, Mainz, ist sie seit 2009 Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt am Historischen Seminar der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Sie ist Mitglied des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Sonderforschungsbereichs „Ressourcenregime und Schwächediskurse“ (jeweils an der Goethe-Universität). Ihre Forschungsinteressen sind die Geschichte der vorgriechischen Wissenschaften, insbesondere der mathematischen Wissenschaften in Ägypten und Mesopotamien (Kontext und Techniken altägyptischer mathematischer Texte, Transmission von Wissen in hellenistischer Zeit, Historiographie vorgriechischer Mathematik). Am Exzellenzcluster leitet sie das Forschungsprojekt „Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich“.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof. Dr. Annette Imhausen:
Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“ Montag, 12. Oktober 2015, 19.00 Uhr Klingspor-Museum Offenbach Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Vorschau:
26. November 2015, 19.00 Uhr
Dr. Manuel Wörsdörfer
(Wirtschaftswissenschaftler und Postdoktorand am Exzellenzcluster) Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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